Berufseinstieg bei Baker Tilly

Veröffentlicht am 30.08.2022

"Es lohnt sich, neue Rechtsgebiete kennenzulernen"

Eric Möhlenberg und Friederike Fischer über den Wechsel aus der wissenschaftlichen Mitarbeit in die Anwaltschaft bei Baker Tilly

Friederike Fischer ist als Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Baker Tilly im Immobilienrecht gestartet. Sie hat kürzlich das Zweite Staatsexamen absolviert und wird künftig als Rechtsanwältin am Standort Frankfurt am Main für die Kanzlei tätig sein.

Eric Möhlenberg hat in Tübingen Rechtswissenschaften studiert und anschließend sein Referendariat am Landgericht in Düsseldorf absolviert. Nach seinem Zweiten Staatsexamen ist er im Mai 2022 bei Baker Tilly am Standort in Hamburg als Rechtsanwalt eingestiegen.

Frau Fischer, Sie sind als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Immobilienrecht-Team bei Baker Tilly eingestiegen und werden nun als Anwältin in der Kanzlei arbeiten. Hatten Sie bereits während Ihres Studiums Kontakt zu diesem Bereich und wie hat sich Ihr Arbeitsalltag als Wissenschaftliche Mitarbeiterin gestaltet?

Friederike Fischer: Während des Studiums und zu Beginn des Referendariats lag mein Fokus eigentlich auf dem Strafrecht. Insbesondere im Studium ist mir Immobilienrecht nur auszugsweise begegnet. Als ich dann jedoch über meine Nebentätigkeit bei Baker Tilly den Bereich des Immobilienrechts kennenlernte, konnte ich mir schnell vorstellen, langfristig in diesem Bereich zu arbeiten. Das Immobilienrecht birgt viele spannende Herausforderungen, an die ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin herangeführt wurde.


Welche Erwartungen, aber auch Sorgen haben Sie bezüglich Ihres anstehenden Einstiegs als Associate?

Friederike Fischer: Natürlich begleitet auch mich, wie sicherlich viele Berufsanfänger:innen, die Sorge, Fehler zu machen oder die Erwartungen, sowohl die der Partner:innen als auch des Teams, nicht zu erfüllen. Allerdings war diese Sorge unberechtigt, da die Kommunikation innerhalb des Teams wirklich gut ist. Die Kolleg:innen sind jederzeit für meine Fragen ansprechbar und haben mich an den Berufseinstieg herangeführt. Für die Zukunft als Associate freue ich mich darauf, Stück für Stück mehr Verantwortung zu übernehmen und spannende Mandate im Real Estate mitzubetreuen.

Herr Möhlenberg, Sie waren bereits als Referendar und Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Baker Tilly in Düsseldorf tätig. Gerne möchten wir dazu mehr erfahren.

Eric Möhlenberg: Im Vorfeld und begleitend zu meinem Referendariat war ich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Bernhard Rehbein und Andreas Metzner am Standort in Düsseldorf tätig. Durch die Tätigkeit im Bereich Gesellschaftsrecht/ M&A konnte ich mein theoretisches Wissen aus dem universitären Schwerpunktbereich in die Praxis umsetzen. Aufgrund der angenehmen Arbeitsatmosphäre und den abwechslungsreichen Aufgaben fiel mir die Wahl der Anwaltsstation nicht schwer, sodass ich diese ebenfalls bei Baker Tilly absolviert habe.
 

Baker Tilly sieht in den Referendar:innen die Associates von morgen. Wie hat sich Ihre Referendariatszeit bei der Kanzlei gestaltet – wurden Sie individuell betreut, standen Sie in direktem Mandant:innen-Kontakt und haben Sie Einblicke in verschiedene Fachbereiche erhalten?

Eric Möhlenberg: Egal ob Praktikum, wissenschaftliche Mitarbeit oder Referendariat, man wird hier stets von einer/einem erfahrenen Mentor:in begleitet. Besonders angenehm überrascht war ich über den frühen Kontakt zu Mandant:innen. Neben einer umfangreichen Einführung in den Umgang und die Kommunikation mit Mandant:innen war die Teilnahme an Mandant:innengesprächen von Beginn an selbstverständlich.

Aufgrund der engen Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachbereiche untereinander war es problemlos möglich, sich auch andere Rechtsgebiete in der Praxis anzusehen. So war ich im Rahmen der Anwaltsstation ebenfalls im Energierecht tätig und konnte hier erste praktische Einblicke gewinnen.

Der Einstieg in das neue Rechtsgebiet wurde mir durch eine ausführliche Einarbeitung und die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten deutlich erleichtert.
Eric Möhlenberg

Würden Sie rückblickend sagen, dass Baker Tilly Ihnen während Ihres Referendariats ausreichend Zeit zur Vorbereitung auf das Zweite Staatsexamen gegeben hat und inwieweit konnten Ihnen die Anwält:innen weiterhelfen?

Eric Möhlenberg: Definitiv. Im Gegensatz zu vielen meiner Referendarskolleg:innen konnte ich meine Arbeitstage während der Anwaltsstation flexibel gestalten und hatte insbesondere in der „heißen Phase“, d.h. in den Monaten vor dem Prüfungstermin, ausreichend Zeit zur Vorbereitung. Neben einem Online Zugang zu sämtlichen Kommentaren wurde mir ein eigenes Büro zur Verfügung gestellt, in dem ich mich bestens vorbereiten konnte. Auch die Anwält:innen zeigten stets großes Verständnis für meine Examensvorbereitung und konnten mich mit zahlreichen Tipps aus der Praxis und ihrer eigenen Referendariatszeit unterstützen. 
 

Frau Fischer, hatten Sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten? Welche Vor- und Nachteile haben Sie und Ihre Kolleg:innen dadurch Ihrer Meinung nach?

Friederike Fischer: Während meiner Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin habe ich auch zum Teil remote gearbeitet, jedoch muss ich sagen, dass mir das Arbeiten in der Kanzlei eher zusagt, da es vor Ort wesentlich leichter ist, Fragen oder Problemstellungen zu besprechen. Dies ist aber nur eine persönliche Vorliebe. Ich schätze den direkten Austausch mit den Kolleg:innen – und auch die neuen Büroräumlichkeiten im Frankfurter Tower One sind sehr ansprechend. 
 

Inwiefern arbeiteten Sie im Immobilienrecht-Team auch an internationalen Projekten mit? 

Friederike Fischer: Wir beraten natürlich auch Mandanten, welche ihren Sitz im Ausland haben. Beispielsweise bei Abschluss von Gewerbemietverträgen begegnen uns grenzüberschreitende Vorgänge, im Rahmen derer es europarechtliche Besonderheiten zu berücksichtigen gilt. Ich hatte das Glück, innerhalb meines ersten Projektes auf einen Mandanten aus Großbritannien zu treffen. Ein großes Projekt in einer Fremdsprache zu betreuen, war eine großartige Erfahrung und ein gelungener Einstieg.

Die Kolleginnen und Kollegen sind jederzeit für meine Fragen ansprechbar und haben mich an den Berufseinstieg herangeführt.
Friederike Fischer

Erzählen Sie uns mehr über Ihren Berufseinstieg und Ihre Tätigkeiten als Associate!

Eric Möhlenberg: Im Rahmen meiner derzeitigen Tätigkeit als Rechtsanwalt am Hamburger Standort bin ich im Kapitalmarktrecht beratend tätig. Im Team von Jörg Mühlenkamp beraten wir Kapitalverwaltungsgesellschaften und Finanzdienstleister umfassend in sämtlichen Fragen des Finanzaufsichtsrechts.

Die Begleitung von Unternehmensrestrukturierungen und -akquisitionen sowie die Konzeption von Beteiligungsangeboten stellen einen weiteren Schwerpunkt unserer Tätigkeit dar. Insofern ergeben sich sowohl Überschneidungspunkte als auch völlig neue Themengebiete im Vergleich zu meinen bisherigen Tätigkeitsbereichen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referendar. 

Der Einstieg in das neue Rechtsgebiet wurde mir durch eine ausführliche Einarbeitung und die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten deutlich erleichtert. Nach meinem Umzug von Düsseldorf nach Hamburg verlief auch der Wechsel des Standorts zum Hamburger Büro problemlos. 
 

Herr Möhlenberg, beraten Sie in Ihrem Fachbereich auch grenzüberschreitend Mandate und wie funktioniert Ihrer Ansicht nach die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Legal Teams oder Business Lines?

Eric Möhlenberg: Eine Vielzahl unserer Mandant:innen sind auf globaler Ebene tätig, sodass auch die alltägliche Arbeit von internationalen und grenzüberschreitenden Beratungstätigkeiten geprägt ist. Aufgrund des Baker Tilly International Legal Networks arbeiten wir mit Kolleg:innen aus mehr als 40 Ländern zusammen.

Erst kürzlich habe ich unsere lokalen Kolleg:innen in England und Spanien bei der gesellschaftsrechtlichen Beratung von Mandant:innen aus London und Barcelona unterstützt. Darüber hinaus funktioniert auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus anderen Business Lines sehr gut. Die fachliche Expertise von Wirtschaftsprüfer:innen, Rechtsanwält:innen, Steuerberater:innen und Unternehmensberater:innen ermöglicht eine umfassende Beratung und erweitert zugleich den eigenen Kenntnisstand. 

Welche Tipps möchten Sie Referendar:innen und jungen Jurist:innen mit auf den Weg geben und welchen Ausgleich wählen Sie nach einem langen Arbeitstag?

Eric Möhlenberg: Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen, das Referendariat zu nutzen, um möglichst viele Einblicke in potenzielle Tätigkeitsfelder zu erhalten. Darüber hinaus sollte der Fokus, insbesondere in der Anwaltsstation, auf den sich daran anschließenden Prüfungen im Zweiten Staatsexamen liegen. Eine hohe Flexibilität des Arbeitgebers in der Anwaltsstation kann zu einer guten Examensvorbereitung beitragen und das für den weiteren beruflichen Werdegang wichtige Zweite Staatsexamen positiv beeinflussen.

Mein Tipp: Besonders in stressigen Situationen ist ein persönlicher Ausgleich von großer Bedeutung. Egal, ob während der Examensvorbereitung, der Prüfungsphase oder auch im Arbeitsalltag, haben mir Sport und Unternehmungen mit Freunden stets dazu verholfen, den perfekten Ausgleich zu einem langen Lern- oder Arbeitstag zu schaffen.
 

Haben Sie Tipps für die mündliche Prüfung bzw. die allgemeine Examensvorbereitung, welche Sie teilen möchten, Frau Fischer?

Friederike Fischer: Klausuren, Klausuren, Klausuren.

Ich würde jedem Examenskandidaten vor den Klausuren raten, so viel wie möglich zu schreiben. Klausurpraxis ist, meiner Meinung nach, im Zweiten Examen nochmal wichtiger als im Ersten. Man darf nicht unterschätzen, dass allein das Aktenstück deutlich umfassender ist als ein (maximal) dreiseitiger Sachverhalt. Überdies birgt auch das Anfertigen des praktischen Teils seine Tücken. Wir müssen das Aktenstück erfassen, eine Lösungsskizze erstellen, die Reinschrift fertigen und das Ergebnis soll – bis das E-Examen kommt – auch noch leserlich sein. Das ist nur möglich, wenn man sich ein gutes Zeitmanagement antrainiert und das ist wiederum nur möglich, in dem man Klausuren schreibt. Ich habe auch festgestellt, dass es besser ist, sich bezüglich der Lernutensilien auf einen Anbieter festzulegen. Sämtliche Kurse diverser Repetitoren zu belegen und sich so viele Unterlagen wie möglich zu besorgen, schien mir einfach zu viel zu sein. Ganz zu schweigen davon, dass dieses Vorgehen unnötig kostenintensiv ist. 

Für die mündliche Prüfung kann ich sagen, dass es sich für mich ausgezahlt hat, Aktenvorträge mit meiner Lerngruppe zu üben. Dadurch war der Aktenvortrag im Examen nur einer von vielen. Diesen zu unterschätzen, ist ein Fehler, der sich böse rächen kann. Immerhin verschaffen sich die Prüfer während des Aktenvortrags einen ersten Eindruck von dem Prüfling. 

Weitere Einblicke bei Baker Tilly

Im Juli fand der jährliche Anwaltstag bei Baker Tilly statt und Sie waren auch dabei. Erzählen Sie uns gern näheres dazu!

Friederike Fischer: Der Anwaltstag ist eine Veranstaltung von Baker Tilly für alle Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte deutschlandweit. Erstmalig seit dem Ausbruch von Corona konnte dieses Event wieder in Präsenz stattfinden. Hierzu trafen wir uns in Berlin. Beispielsweise fanden Vorträge, insbesondere von weiblichen Führungskräften, statt. Das fand ich sehr spannend, da auch der Aspekt „Frauen in der Juristenwelt“ beleuchtet wurde.

Insgesamt kann man sagen, dass der interdisziplinäre Austausch im Rahmen des Anwaltstages angenehm und interessant war. Diese neu geknüpften Kontakte konnten beim gemeinsamen Abendessen auf der Dachterrasse des Bundestages intensiviert werden. Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass ich an dem Anwaltstag teilnehmen konnte, obwohl ich zum damaligen Zeitpunkt noch Wissenschaftliche Mitarbeiterin war. Dadurch kam genau die Wertschätzung zum Ausdruck, die bei Baker Tilly gelebt wird. 

Anwaltstag in Berlin
Anwaltstag in Berlin

Ihr Fazit?

Eric Möhlenberg: Der Einstieg als Associate bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich in dem Rechtsgebiet seiner Wahl zu spezialisieren und die eigene Entwicklung als Rechtsanwalt voranzutreiben. Neue Rechtsgebiete und auch der frühe Kontakt zu Mandant:innen stellen Herausforderungen dar, die aufgrund der umfassenden Ausbildung und Unterstützung durch Baker Tilly gut zu meistern sind. Darüber hinaus bietet die Arbeit in einer internationalen multidisziplinären partnerschaftlichen Einheit ein abwechslungsreiches und spannendes Arbeitsumfeld, das den eigenen Horizont tagtäglich erweitert. 

Friederike Fischer: Im Laufe des Referendariats wird man mit vielen Eindrücken, Rechtsgebieten und Berufsalternative konfrontiert. Meine Entscheidung, zu Baker Tilly zu gehen, hat sich vom ersten Tag an richtig angefühlt. Abschließend ist zu sagen, dass es sich immer lohnt die Fühler auszustrecken und sich auch neue Rechtsgebiete, als diejenigen, welche man im Studium kennengelernt und favorisiert hat, kennenzulernen.
 

Vielen Dank, Frau Fischer und Herr Möhlenberg!

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