Interview Partner

Frau Dr. Susanne Rückert

Corporate

Seit wann sind Sie bei der Kanzlei Fieldfisher und wie sind Sie zu der Kanzlei gekommen?

Ich habe mich Fieldfisher mit meinem Team im Mai 2015 angeschlossen. Es gab zuvor bereits einen professionell freundschaftlichen Kontakt zu einigen Partnern von Fieldfisher, so dass wir darüber ins Gespräch kamen und ich wertvolle insights bekam.


Was ist das Besondere an Fieldfisher?

An Fieldfisher schätze ich besonders die Mischung aus fachlicher Exzellenz bei gleichzeitig sehr angenehmer harmonischer Atmosphäre. Wir leben flache Hierarchien sowie respektvolles, offenes und freundschaftliches Miteinander. Wir sind selbst ein junges Partnerteam und fordern sowie fördern unsere junge Kollegen, die frühzeitig Verantwortung übernehmen und die wir nicht in Hinterzimmern verstecken oder als reine Gutachtenschreiber oder Fußnotenlieferanten einsetzen. Auch unsere effektiven Arbeitszeiten entsprechen einer ehrlich gelebten sehr ausgewogenen work life balance. Das Wochenende und späte Arbeitszeiten sind meist tabu. Wir nehmen auch große Rücksicht auf die persönlichen Umstände unserer Mitarbeiter und sind gerade im Hinblick auf Arbeitszeiten und home office Möglichkeiten sehr flexibel. So schaffen wir es zum Beispiel auch, unsere jungen Mütter und Väter so zu integrieren, dass sie ihre beiden Welten ohne großen Stress miteinander verbinden können. Das gute Miteinander zeigt sich neben dem fachlichen teamorientierten Ansatz u.a. auch in gemeinsamen Freizeitaktivitäten und get-togethers.


An welchem Standort arbeiten Sie und was zeichnet diesen besonders aus?

Mein Team arbeitet von Düsseldorf aus. Unser Düsseldorfer Standort ist in den letzten 2-3 Jahren enorm gewachsen. Zuletzt wurden wir von JUVE als Kanzlei des Westens 2017/2018 prämiert. Das bestätigt uns, dass Kanzleien auch ohne 'Haifischteich' und Ellenbogen sehr erfolgreich sein können.
Wir haben unseren Fachbereich aber über alle deutschen Standorte vernetzt und die Corporate Capital Markets (CCM) Group gebildet, die von allen deutschen Standorten aus agiert und die alle Kräfte im Aktien- und Kapitalmarktrecht von Fieldfisher Deutschland bündelt. Darüber hinaus arbeiten wir auch auf internationaler Ebene intensiv mit den weiteren Standorten von Fieldfisher zusammen.


Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich Corporate für einen Partner aus?

Mein beruflicher Alltag beginnt meist mit der ersten Tasse Kaffee, bei der ich die letzten Emails und Nachrichten durchgehe. Meist bin ich gegen 8.45 Uhr im Büro und bearbeite die ersten Emails. Gegen 9.15 Uhr findet sich das Team dann meistens bei mir im Büro mit ein und wir besprechen bei der zweiten Tasse Kaffee die anstehenden Aufgaben sowie einzelne 'hot topics' und stimmen Zeitschienen ab. Dadurch ist das ganze Team über die wesentlichen Entwicklungen in allen Angelegenheiten informiert und involviert. Danach stürze ich mich in die Arbeit, prüfe und finalisiere vom Team vorbereitete Arbeiten oder entwerfe selbst Arbeitsergebnisse. Das muss ich in der Regel oft unterbrechen, da ich natürlich viel am Telefon bin und die einzelnen Bearbeiter mich gerne auch mal als ihren 'Sparring-Partner' einsetzen. Manchmal kommen zeitkritische 'Sofort-Und-Nicht-Später-Themen' hinzu, oft muss ich mich auch um administrative Themen kümmern und mich meinen Aufgaben als Risk Partner und Geldwäschebeauftragte oder Mitglied diverser Committees widmen. Meist stelle ich dann am späten Nachmittag fest, dass ich mein eigentliches Programm für den Tag noch gar nicht erledigen konnte. Ich verlasse das Büro dennoch relativ zeitig, denn der frühe Abend gehört meinem Sohn. Da kann es dann auch vorkommen, dass wir Französisch oder Mathe pauken oder was auch immer. Am späteren Abend, wenn dann Ruhe einkehrt, erledige ich meist den noch offenen Rest meines Tagwerks.


Wie fördern Sie junge Berufsanfänger bei Fieldfisher?

Wir haben neben dem üblichen externen Fortbildungsprogramm auch ein ausgefeiltes internes Fortbildungsprogramm, in dem unsere jungen Mitarbeiter u.a. Einblick in verschiedene Fachbereiche erhalten und auch im Hinblick auf ihre soft skills trainiert werden. Zudem werden nicht nur Associates sondern auch der übrige juristische Nachwuchs regelmäßig zu Trainings und Fortbildungen eingeladen. Mindestens vier Mal im Jahr finden diese Trainings an einem unserer Standorte statt. Im Anschluss hieran gibt es für die jungen Mitarbeiter gemeinsame Aktivitäten und die Gelegenheit zum Austausch. Außerdem bieten wir in diesem Jahr erstmals ein speziell für Praktikanten entwickeltes Sommerprogramm an, bei dem die Studenten nicht nur einen tiefen Einblick in die Arbeitskultur einer internationalen Wirtschaftskanzlei erhalten, sondern neben der juristischen Betreuung auch zusätzliche, auf sie zugeschnittene Veranstaltungen besuchen. Wir unterstützen auch den Aufenthalt an anderen internationalen Standorten, damit unsere Mitarbeiter in die weite Fieldfisher-Welt hineinschnuppern und ihren Erfahrungsschatz dadurch bereichern können. Wir fördern unsere Mitarbeiter durch ein bereits sehr früh beginnendes Talentprogramm. Weil wir wissen, dass aller Anfang schwierig ist, stehen unseren jungen Associates dabei zudem erfahrene Kolleginnen und Kollegen als persönliche Mentoren zur Seite.


Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein Berufsanfänger im Bereich Corporate mitbringen?

Wichtig sind in erster Linie Persönlichkeit und ausgeprägtes Interesse am Fachgebiet neben einem grundlegenden Verständnis unternehmerischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge. Ich halte es auch für ratsam, frühzeitig erste Erfahrungen in diversen (Neben-)Jobs zu sammeln (egal welchen – alles schult) und mit offenen Augen durch die Welt zu reisen. Dabei sehr gutes Englisch zu lernen, ist unverzichtbar. Während des Studiums sind die Mitarbeit am Lehrstuhl sowie Praktika in Unternehmen und gesellschaftsrechtlich orientierten Kanzleien sehr hilfreich. Das non plus ultra ist meines Erachtens die frühzeitige Mitarbeit in Kanzleien als studentische sowie wissenschaftliche Hilfskraft sowie Referendarsstationen. Wir sind jedenfalls sehr daran interessiert, gute Leute bereits recht früh zu integrieren, um sie über einen langen Zeitraum zu fördern und sie dann als Anwalt mit realen Partneraussichten anzustellen.


Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was Ihnen bisher in ihrem Berufsalltag passiert ist?

Der Platz hier würde nicht reichen, all dies darzustellen. Am eindrucksvollsten war sicherlich meine 2 jährige Tätigkeit als junge Anwältin in Tokio. Die fast täglichen Erdbeben (im tatsächlichen und übertragenen Sinn), die fundamental unterschiedliche Kultur und Sichtweise, das 'Alles-Anders-Sein' des Fremdartigen hat mir erst das wirklich 'Eigenartige' des Eigenen gezeigt und den Grundstein für eine meine jetzige Tätigkeit gelegt, in der mich nicht mehr so viele Dinge aus der Ruhe bringen können.


Was ist Ihr Ausgleich zum Büroalltag?

Für meinen Ausgleich zum durchaus manchmal sehr anstrengenden beruflichen Alltag sorgen meist mein Sohn, mein Hund und mein Garten. Darüber hinaus aber auch mein Freundeskreis und die (selbst praktizierte) Musik. Es sind dabei nicht so sehr die Aktivitäten selbst maßgeblich, sondern die Zeit, die man sich für Regeneration und Aktivitäten nimmt, um so oft wie möglich über seinen Tellerrand hinauszusehen. Insbesondere auf meinen vielen Reisen aber auch sonst nehme ich mir gerne auch einmal Momente des Innehaltens, des Schauens und des Stillseins. Das kann viel Kraft geben. Darüber hinaus versuche ich schon seit vielen Jahren das Arbeiten am Wochenende zu vermeiden. Mindestens der Samstag ist mir heilig und bleibt arbeitsfrei.


Welchen Tipp würden Sie gerne jedem Nachwuchsjuristen mitgeben:

Ich hätte so viele Tipps für Nachwuchsjuristen, die hier aber den Rahmen sprengen würden. Spontan würde ich sagen, dass man zuerst mit sich in Balance kommen muss, gepaart vor allem mit Bescheidenheit und Respekt, dem Mut zur Verantwortung und der Freude an juristischer Tätigkeit und Austausch. Am wichtigsten ist es aber, sich ein angenehmes und förderndes Umfeld zu suchen, in dem man sich entwickeln und jeden Tag mit dem zufriedenen Gefühl beenden kann, dass es richtig ist, was man macht. Das ist auch der Grund, warum ich bei Fieldfisher bin.