Interview Associate

Dr. Stephan Pötters, LL.M.

Arbeitsrecht

Das steht auf meiner Visitenkarte:

Rechtsanwalt


Warum haben Sie sich für einen Berufseinstieg bei Seitz entschieden?

Das Team ist der Hauptgrund, weshalb ich mich für Seitz entschieden habe. Ich kannte bereits einige Anwälte von meiner Tätigkeit am arbeitsrechtlichen Institut der Universität Bonn. Seitz hat insbesondere im Arbeitsrecht einen exzellenten Ruf als eine führende Kanzlei in Deutschland. Ein weiterer wichtiger Faktor war der Standort Köln, denn ich hatte familiär bedingt eine Präferenz für das Rheinland.


Was ist das Besondere an Seitz?

Seitz verbindet die Vorteile einer Großkanzlei mit denjenigen einer mittelständischen Kanzlei. Die Mandatsstruktur von Seitz kann sich mit Großkanzleien ohne weiteres messen. Im Arbeitsrecht betreuen wir internationale Großprojekte, insbesondere umfangreiche Restrukturierungen. Es gibt also berufliche Herausforderungen und Einblicke in Konzerne, die sich einem in kleineren Kanzleien nicht bieten. Gleichzeitig sind aber auch viele Mandanten mittelständische Unternehmen, teilweise gehören auch Privatpersonen dazu, insbesondere Profisportler.
Anders als bei mancher Großkanzlei werden die wichtigen Entscheidungen über die Ausrichtung der Kanzlei, aber auch über den Karriereweg der Associates, nicht in London oder New York getroffen, sondern vor Ort von den eigenen Kollegen und Ansprechpartnern. Es gibt keine festen Karrierewege – aus meiner Sicht ein klarer Vorteil: Zahlreiche unterschiedliche Modelle der Kollegen zeigen, dass die Kanzlei flexibel auf berufliche und familiäre Wünsche oder Veränderungen reagiert.


Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich Arbeitsrecht für einen Berufseinsteiger aus?

Die meisten Berufseinsteiger bei uns arbeiten schwerpunktmäßig im Team an den Großmandaten mit, betreuen aber hierbei ggf. auch Teilprojekte sehr selbstständig. Daneben kann man sehr früh weniger umfangreiche Mandate selbstständig führen. Ob man viel bei Gericht ist oder nicht, hängt ganz von den eigenen Vorlieben, Mandaten und der zeitlichen Verfügbarkeit ab. Wer dies aber gerne will, kann bei uns auch viele arbeitsgerichtliche Prozesse führen.


Wie werden junge Anwälte von Seitz gefördert?

Am meisten lernt man aus meiner Sicht bei der täglichen Arbeit. Weil bei Seitz die Associates von Anfang an unmittelbar in die Mandatsarbeit eingebunden werden und selbstständig Mandantentermine vorbereiten und – mal gemeinsam mit erfahrenen Kollegen, mal allein – wahrnehmen, ist die Lernkurve schon recht steil. Das Handwerk für die praktische Arbeit wird also „on the job“ vermittelt. Fachlich gibt es außerdem zahlreiche Möglichkeiten der Weiterbildung. Über die Nachwuchsakademie seitz.talents wird ein Aus- und Weiterbildungsprogramm geboten, das sich sowohl auf die rechtlichen Kenntnisse als auch ergänzende Bereiche wie Psychologie, Gesprächs- und Verhandlungsführung, Präsentationstechnik oder Kommunikationstraining erstreckt. Die Fremdsprachenkenntnisse kann man in Business-Englisch-Kursen auffrischen.


Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein Berufseinsteiger im Bereich Arbeitsrecht mitbringen?

Umfangreiche arbeitsrechtliche Vorkenntnisse sind nicht zwingend, aber sie erleichtern natürlich den Berufseinstieg enorm. In letzter Zeit hat bei uns kein Associate begonnen, der nicht bereits zuvor seine Liebe für das Arbeitsrecht im Schwerpunktstudium, durch eine Tätigkeit an einem arbeitsrechtlichen Lehrstuhl oder in einer Kanzlei entdeckt hätte. Auf jeden Fall muss sich ein Bewerber für rechtliche und wirtschaftliche Fragen der Arbeitswelt besonders interessieren.


Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was Ihnen bisher in ihrem Berufsalltag passiert ist?

Die Arbeit ist zum Glück bislang spannend geblieben, daher kann ich gar kein bestimmtes Ereignis besonders herausheben. Für mich als Berufseinsteiger gab und gibt es natürlich häufig ein „erstes Mal“, bei dem man sich beweisen muss, sodass in kurzer Zeit viele herausfordernde Momente zusammenkommen.


Was ist das Beste an der Arbeit bei Seitz?

Natürlich die Kollegen.


Welche Einschränkungen bringt der Beruf mit sich?

Dass man als Anwalt, vor allem als Berufseinsteiger keinen Job von 09:00 bis 17:00 Uhr hat, ist eine bekannte Plattitüde, aber sie trifft natürlich zu und an manchem sonnigen Tag wäre es natürlich schön, wenn um 17:00 Uhr der garantierte Feierabend eingeläutet werden könnte. Als selbstverschuldetes Leid kommt bei mir eine tägliche Staufahrt von Bonn nach Köln hinzu.


Was ist Ihr Ausgleich zum Büroalltag?

Die Klassiker: Sport, Musik und gutes Essen. Und seit 16 Monaten: Spielen mit meinem Sohn.


Welche drei Begriffe assoziieren Sie mit dem Wort Jura?

Kaffeemaschinen, Examen, Polohemd.


Sie planen ein jura-freies Wochenende auf einer einsamen Insel und dürften nur drei Dinge mitnehmen. Welche wären das?

Badehose, Strohhut, Kamera.


Welchen Tipp würden Sie gerne jedem Nachwuchsjuristen mitgeben:

Es wird einem oft gesagt, man glaubt es – vor allem kurz vor den Klausuren – nicht wirklich, aber es stimmt tatsächlich: Strukturverständnis ist wichtiger als das Auswendiglernen von unzähligen Schemata, Definitionen, Fällen, usw.
Im Examen bewährt es sich außerdem meist, sich wenig Ausrutscher nach unten zu leisten, dafür aber ein paar nach oben.