Psssst! 20 Sätze, die ein Jurastudierender nicht mal denkt!

...geschweige denn laut äußern sollte ;)!


verfasst von Hüveyda Asenger und veröffentlicht am 16.07.2018

 

Jurastudenten haben besondere Eigenschaften und Fertigkeiten, die sie von anderen Studierenden stark unterscheiden. Es ist für Außenstehende nicht leicht, sich in ihr empfindsames Gemüt einzufühlen und den Dauerstress, in dem sie sich befinden, zu verstehen. Die folgenden 20 Sätze zeigen, wie die meisten Jurastudenten sind (Achtung: Verallgemeinerung!) und welche Sätze sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht sagen (und nicht mal denken würden!).

 

Also ist Vorsicht geboten mit Äußerungen in Bezug auf die folgenden genannten Punkte, hier könnte das jeweilige Jura-Exemplar empfindlich reagieren:

 

1. „Fünfstündige Klausuren - da bleibt massig Zeit, sich eine logisch durchdachte und rechtlich fundierte Lösung zu überlegen sowie herzuleiten und am Ende in aller Ruhe Korrektur zu lesen!“

Fünf Stunden Klausur und trotzdem Zeitdruck haben – das ist die Regel im Jurastudium sowie im Staatsexamen. Ist die oben genannte Konstellation gegeben und es ist am Ende noch massig Zeit, handelt es sich entweder um ein juristisches Genie oder – was wahrscheinlicher ist – die Hälfte aller Probleme in der Klausur wurden übersehen.

Am Ende noch in aller Ruhe Korrektur zu lesen ist reine Utopie.

Im Eifer des Gefechts wird meist sogar nur noch im allerletzten Moment die zittrige, unsaubere Unterschrift unter die Klausur gesetzt.

 

2. „In den Semesterferien habe ich Zeit, lange zu reisen und mich richtig auszuruhen, selbst Praktika oder Hausarbeiten halten mich nicht davon ab.“

Eigentlich hätte jeder Jurastudent eine ausgiebige Pause nach dem anstrengenden Klausurenmarathon am Ende jedes Semesters verdient. Leider sieht die Realität anders aus: In den „Ferien“ stehen Hausarbeiten an und wieder ist der Weg zur Bibliothek unumgänglich.

Zusätzlich müssen noch Pflichtpraktika absolviert werden. Dementsprechend können Jurastudierende nur neidisch auf andere Studierende blicken, die in den Semesterferien die volle Zeit nutzen können, um zu reisen oder einfach mal zu entspannen.

 

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3. „Jura ist leicht“.

Hierzu ist keine Erläuterung notwendig, dieser Satz ist unter Jurastudierenden nicht existent.

 

4. "Die mir gestellten Sachverhalte könnten in der Realität genau so passieren. Gerade bei Hausarbeiten sind sie nicht surreal gestellt, um besonders viele Probleme aufzuwerfen!"

Hausarbeiten oder gerade strafrechtliche Aufgabenstellungen sind oft gerade nicht sehr realistisch gestellt. Achtung, Ironie: "Es entspricht insbesondere der strafrechtlichen Realität, dass Täter an einem Abend innerhalb von ein paar Stunden diverse Morde, Raubdelikte und natürlich auch Straßenverkehrsdelikte mit mehreren Beteiligten sowie anschließend ein paar Urkundendelikte begehen."

"Es erscheint überhaupt nicht gekünstelt, wie viele Probleme eingebaut werden! ;)"

 

5. „Wenn ich früh genug zu lernen anfange, dann fühle ich mich sehr sicher in dem jeweiligen Rechtsgebiet und gehe selbstbewusst in jede Prüfung.“

Dass es eine fast unüberwindliche Masse an Lernstoff gibt, ist einem Jurastudenten gleich zu Beginn bekannt. So wird es – selbst bei frühzeitigem Lernen – kaum möglich sein, sich dennoch sicher zu fühlen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn man sich Jahre auf das Staatsexamen vorbereitet und sich trotzdem nicht sicher oder vorbereitet fühlt.

 

6. „Studium und Referendariat haben mich ideal auf die Praxis vorbereitet.“

Das Auseinanderklaffen von Theorie und Praxis wird einem trotz praxisgerechter Vorbereitung im Referendariat in der Berufsrealität noch einmal in aller Härte bewusst. Deswegen ist es eher unwahrscheinlich, dass man sich optimal auf das Berufsleben vorbereitet fühlt und diesen Satz sagt (oder denkt).

 

7. „Für die Hausarbeiten im Semester haben wir ausreichend Zeit, deswegen schiebe ich sie auf keinen Fall auf und schreibe sie schnell zu Ende, damit ich das Ende der Semesterferien voll auskosten kann.“

Dieser Satz ist eine Idealvorstellung, die wahrscheinlich jeder im neuen Semester in seinen Vorsatz aufnimmt – allerdings nicht umsetzt. Aufschieberitis und Prokrastination gewinnen leider immer.

 

8. „Eine Tasse Kaffee an einem Lerntag reicht vollkommen aus, ich versuche immer früh ins Bett zu gehen und bin deswegen nie müde“.

Ja ja, wieder eine Idealvorstellung. Regelmäßiges Schlafen und wenig Koffeinkonsum unter Jurastudierenden ist kaum möglich.

Wer einmal miterlebt hat, dass in der Jurafakultät die Kaffeemaschine kaputt gegangen ist, weiß warum Jura ohne Kaffee nicht funktioniert.

 

9. „Nach einer Klausur bin ich einfach erleichtert, abgegeben zu haben und kann damit sofort abschließen – ich würde nie über alternative Lösungswege nachdenken!“

Die nervigen Gedanken plagen einen auch Monate nach den Klausuren. Ständiges Grübeln und Nachdenken über die Klausur sind die Folge, insbesondere wenn leider das juristische Umfeld mitzieht und sich über die Klausur ausgetauscht wird. Es gibt nichts Schlimmeres, als über Dinge zu grübeln, die nicht zu ändern sind – und meistens kann man seine eigenen Leistungen ohnehin nicht optimal einschätzen.

 

10. „Mit 9 Punkten, gerade mal der Hälfte der zu erreichenden Punkte, gebe ich mich niemals zufrieden- ich brauche unbedingt volle 18 Punkte!“

Sind wir doch mal ehrlich: "18 Punkte bekommt eh nur Gott"

 

11. „Ich habe Verständnis dafür, wenn Kommilitonen von mir kurz vor der Klausur noch ihre Karteikarten durchgehen oder lernen, das verunsichert mich überhaupt nicht und nervt auch gar nicht.“

Kein Kommentar notwendig ;)

 

12. „Wenn es Diskussionen unter Nichtjuristen gibt – insbesondere angeheizt durch strafrechtliche Fälle in der Presse – stört es mich überhaupt nicht, wenn alle juristische Begriffe wie Mord und Totschlag durcheinander werfen.“

Kein Kommentar notwendig ;)

 

13. „Ich erteile gerne Rechtsrat, wenn meine Bekannten mich danach fragen und habe auch kein Problem damit, ausgiebig hierfür in Bibliotheken zu recherchieren und Mietverträge durchzugehen.“

Kein Kommentar notwendig ;)

 

14. „Mich stört es überhaupt nicht, jahrelang Tonnen an Unterlagen und Büchern mit mir zu schleppen, das gehört einfach zur traditionellen Juristerei und digitale Medien werden überbewertet.“

Mit steigender Semesteranzahl und der Krönung im Referendariat wegen des Schleppens von (zusätzlichen!) Kommentaren schwindet die anfängliche Begeisterung über Gesetzestexte. Es wird immer mehr zur Qual, tagtäglich zu schleppen.

Der Rücken ist mit ansteigender Semesterzahl auch nicht begeistert davon.

 

15. „Niemals würde ich mich über die Anforderungen inhaltlicher Art bei anderen Studiengängen aufregen. Es ist mir egal, ob meine Freunde ihre Themen für ihre Hausarbeiten aussuchen können und ihre Masterarbeit mit ihren Ansprechpartnern besprechen dürfen.“

Im nicht-juristischen Freundeskreis sollte man sich hüten, über nicht-juristische Studiengänge zu schmunzeln und den Arbeitsaufwand als niedrig zu bewerten. Dies erhöht nur die Gefahr, sich im Umkreis unbeliebt zu machen und Klischees über Juristen zu bestätigen.

 

16. „Die Geräuschkulisse in Bibliotheken stört gar nicht, es ist okay, wenn auch ab und zu geredet oder gelacht wird - Rascheln oder hastiges Blättern ist mir selbst kurz vor dem Examen egal.“

Wer in juristischen Bibliotheken lernt weiß, dass viele Jurastudierende extrem geräuschempfindlich ist. Oft riskiert man selbst beim Markieren oder Schreiben mit Bleistift einen bösen Blick des Sitznachbarn.

 

17. „Jura ist trocken“.

Ja, Jurastudenten können die Frage danach, ob das Studienfach trocken sei, nicht mehr hören. So verwundert es nicht, dass keiner diesen Satz von sich geben wird. Ausnahmen sind selbstverständlich möglich.

 

18. "Der Professor hat das Rechtsgebiet für die Klausur zum Glück nicht eingegrenzt, denn ich möchte jetzt schon alles für das Staatsexamen lernen und muss es dann nicht nochmal lernen.“

;)

19. „Ich habe heute effektiv und ohne Pausen Zuhause lernen können und habe weder geputzt noch sonstige sinnfreie Prokrastinationsaktivitäten vorgenommen“.

Es wird gesagt, dass die Wohnungen von Examenskandidaten die saubersten seien, da mittels Putzen am meisten prokrastiniert wird. Also ist es nicht verwunderlich, dass man es zumindest Zuhause nicht schafft, sich NICHT abzulenken.

 

20. „Examensübungsklausuren sind wirklich nur Übungen, daher zieht es mich überhaupt nicht runter, wenn ich mal durchfalle oder ständig schlecht abschneide.“

Auch wenn jeder sich möglicherweise wirklich vornimmt, diese Klausuren als Übung zu sehen – in der Realität ziehen die negativen Ergebnisse einen doch runter. Jedoch sollte wirklich der Übungseffekt im Vordergrund stehen.  Nur dann hat man die Chance, sie bis zum Staatsexamen zu optimieren.

 


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Über den Autor

Hüveyda Asenger

Hüveyda Asenger

hat Jura an der Freien Universität Berlin studiert und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Kanzlei.

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