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Auch Richter können lustig sein – Verrückte Urteile aus aller Welt

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Auch Richter können lustig sein – Verrückte Urteile aus aller Welt

#Fun

Der Paragraph 961 des Bürgerlichen Gesetzbuches klärt die rechtliche Situation, wenn ein Bienenschwarm auszieht. Die Regelung : Wer nicht hinterherläuft, der verliert das Eigentum an ihnen. Wenn es solche Gesetze gibt, müssen sie auch angewendet werden. Und so ist dann wohl auch dieser Artikel entstanden!

 

Der lebende Tote Steuerhinterzieher von Schweden

Der Schwede Leif Steinberg war angeklagt wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Die Beweislast erdrückend und dennoch kam es nie zu einem Urteil. Was aber war passiert?

Die Antwort ist ganz einfach. Steinberg verstarb. Zwar nicht wirklich aber sehr wohl nach schwedischem Recht. Denn danach ist derjenige tot, dessen eigenes Herz aufhört zu schlagen.

So auch beim Steuerhinterzieher Steinberg, der sich bei einer Herztransplantation ein Kunstherz hatte einsetzen lassen müssen.

 

Zu viel griechischer Wein für den Richter?

In Griechenland bekam eine Witwe vom Richter eine Hinterbliebenenrente zugesprochen, weil der tödliche Unfall ihres Mannes als Arbeitsunfall gewertet wurde. Das freut uns natürlich für die Hinterbliebene, gerade wenn man betrachtet wobei ihr Mann verstorben ist: Der Unfall ereignete sich während eines Bordellbesuches auf den Philippinen. Und nein, der Verstorbene war dort nicht angestellt. Er war Matrose und als solcher wäre er, laut dem Richter, so lange von seiner Frau getrennt unterwegs, dass ein Bordellbesuch und das damit verbundene Unfallrisiko durchaus als spezielles Berufsrisiko anzusehen ist.

Ob der Richter nur die Witwe entschädigen wollte oder nicht wird sein Geheimnis bleiben, die Matrosenwitwe freuts auf jeden Fall!

 

Heißer Kaffee?! Schadensersatz!

Der Klassiker unter den verrückten Urteilen ist, wenig überraschend, ein Urteil aus den USA. Stella Liebeck bekippte sich selbst ausversehen mit einem Kaffee der Firma McDonald´s. Eigentlich logisch: Heißer Kaffee führt zu Verbrennungen. Pech gehabt? Nicht so in den USA. Die Anwälte konnten mit einem Gutachten nachweisen, dass der Kaffee einige Grad zu heiß gewesen sein musste um entsprechende Verbrennungen hervorzurufen. Das Gericht sprach der 81 – Jährigen zunächst satte 2,9 Mio. Dollar zu, verringerte diese Summe später allerdings auf 640.000 Dollar. Dass Frau Liebeck gegen diese Frechheit vorging erklärt sich von selbst und es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. Geschätzt wird die Vergleichssumme auf ungefähr 1,5 Mio US – Dollar.

Darauf erstmal einen Kaffee! Kleiner Tipp: Thermometer nicht vergessen ;-)

 

Na da jogg mir doch einer über den Hund.

Zu ähnlichen Verwirrungen muss es bei den Richtern des Oberlandesgericht Koblenz gekommen sein. Im zu verhandelnden Fall ging es um einen Jogger, der mit einem nicht angeleinten Hund kollidiert war und nun Schadensersatz für seine daraus resultierenden Verletzungen verlangte. Die Richter sahen ein Mitverschulden bei dem Jogger, weil dieser nicht das Tempo verringert hatte um etwaigen Zusammenstößen vorzubeugen. O-Ton des Gerichts: „Wenn ein Jogger über einen Hund joggt, trifft den Sportler eine Mitschuld.“ Immer wieder ärgerlich dieses „über Hunde joggen“!

Richter sind eben auch nur Menschen...

 

Ähnlich tierisch geht es im nächsten Urteil zu – Das niesende (mangelhafte?) Pferd!

Der Bundesgerichtshof ist eine Superrevisionsinstanz. Das bedeutet leider nicht, dass auch dessen Urteile immer super sein müssen. Im Jahr 2005 entschloss man sich dort, dass ein Pferd, welches in den Wintermonaten gekauft wurde und erst in den Sommermonaten eine Allergie offenbarte, die durch Mückenstichen verursacht wird, mangelhaft ist. Dass dieser „Mangel“ erst jetzt auftritt ist unerheblich, es ist davon auszugehen dass der „Mangel“ bereits bei der Übergabe vorlag. Der Käufer hat das Recht, das Tier zurückzugeben.

Wo genau der Mangel bei diesem Urteil lag, soll mal dahingestellt sein.

 

Der König der verrückten Urteile...

… lebt ebenfalls in den USA, ist seit über 20 Jahren Richter in Painesville und heißt Michael Cicconetti. Sein Credo lautet: „Wer einmal in meinem Gerichtssaal war, der soll nie wiederkommen.“ Dafür wirft er nicht etwa mit der Todesstrafe um sich, sondern er lässt die Angeklagten am eigenen Leib spüren was sie anderen angetan haben. Beispiele gefällig? Mit Vergnügen!

Eine Frau fuhr ungefähr 48 Kilometer mit einem Taxi und flüchtete dann ohne zu zahlen. Die Strafe? Ganz simpel für Richter Cicconetti: Einmal die gleiche Strecke zurückgehen. Gehen? Ja und zwar in einem Stück und zu Fuß!

Mehr davon?

2001 kam Steven Thompson auf die dumme Idee, im Zuständigkeitsbereich des Richters Polizisten als „Schweine“ zu bezeichnen. Der Richter überprüfte dies und kam zu dem Ergebnis, dass die wenigsten Polizisten Hausschweine sind. Folglich verurteilte er Steven Thompson dazu, sich mit einem 350 Pfund schweren Schwein vor die entsprechende Polizeistation zu stellen mit einem Schild um den Hals auf dem stand „Das hier ist kein Polizist“.

 

Und da sag nochmal jemand, wir Juristen hätten keinen Humor...! 

 

22. März 2016

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