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Auf die Wiesn fertig los! - 6 Tipps für den Wiesnspaß!

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Auf die Wiesn fertig los! - 6 Tipps für den Wiesnspaß!

Oktoberfestgesetze?– Alles, was du wissen musst...

 

Ab dem 16. September ist es wieder soweit und das einzig wahre Oktoberfest in München, die Wiesn, öffnet zum 184. Mal. Bis zum 3. Oktober hat die Wiesn geöffnet und es werden wieder neue Rekorde in Sachen Kuriositäten, Besucher und Bierkonsum erwartet. Wo so viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes “aufeinander prallen” und auch die ein oder andere Maß Bier im Spiel ist, braucht es natürlich Regeln und Gesetze.

Wir klären auf, damit die eine kürzere oder längere Reise zum Oktoberfest 2017 nicht hinter schwedischen Gardinen endet!


O`zapft is! - Alles rund ums Bier:

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Bierpreisbremse konnte sich nach langem Hin und Her nicht durchsetzen. Doch die gute Nachricht folgt sogleich, denn trotz fehlender Bierpreisbremse wurde die 11 Euro Marke für eine Maß Bier dieses Jahr noch nicht geknackt. Zwischen 10,60 € und 10,95 € kostet die Maß Bier dieses Jahr in den Festzelten, was einer durchschnittlichen Preissteigerung von 2,55 % zum Vorjahr entspricht. An der fehlenden Bierpreisbremse sollte der Besuch daher dennoch nicht scheitern!

 

Sparfüchsen sei das Museumszelt empfohlen, hier zahlt man den geringsten Preis. Besser Betuchte, die den Maximumpreis zahlen möchten, finden ihr Glück in der Fischer-Vroni, dem Paulaner Festzelt oder im Schottenhammel. Wasser zu trinken schont das Portemonnaie übrigens auch nicht mehr, hier wurde die Schallmauer von 10 Euro pro Liter ebenfalls durchbrochen.

 

6 Tipps für den Wiesnspaß:

 

1. Tipp: Trinkgeld - Denn Die Bedienung hat das SAGEN!

Bedenke aber, nur wer ausreichend Trinkgeld gibt, wird auch von der Bedienung belohnt. Dies spiegelt sich in einer volleren Maß wieder, im Platz besorgen und in der Schnelligkeit, wie die zweite Maß angeliefert wird. Sparfüchse haben hier das Nachsehen. Stellt man sich besonders gut, wird sogar dafür gesorgt, dass  das nächste Mal trotz langer Schlange der Eintritt in ein volles Zelt garantiert wird. Und Jein, auf der Wiesn ist das natürlich keine “Bestechung” ;)!

 

2. Tipp: Wer Ex trinkt  - der fliegt!

Bier trinken ohne Abzusetzen, um sich den Jubel des Festzeltes zu garantieren, verärgert die Wirte und wird deshalb entsprechend bestraft. Denn dies widerspricht der bayerischen Bierkultur des Genießens. Solche “Sauf-Helden” werden hochkant aus dem Bierzelt verbannt.

 

3. Tipp: In die 5. Jahreszeit ohne Backpack ;)!

Aufgrund der hohen Sicherheitskontrollen, könnte es mit diversen größeren Behängnissen kompliziert und schwierig werden. Deshalb am besten auf das Wichtigste beschränken. Nach der ersten Maß vergisst man sowieso, was alles eingepackt wurde ;).

 

4. Tipp: Festzelt nach Persönlichkeit auswählen

Auf dem Oktoberfest hat jedes der 14 Zelte seinen eigenen Charakter. Und wie ma so sche sagt: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Bevor also die Auswahl auf ein weniger entsprechendes Zelt fällt, lieber vorher informieren oder im Zweifelsfall einfach ausprobieren.

 

5. Tipp: D`Schürzen richtig binden!

Damit die Buam sich auskennen: Hat a Madl die Schürze links gebunden - volle Fahrt voraus! Rechts hingegen bitte kurz die Bremse einschlagen - vergeben oder verheiratet! Junfgrau ist, der mittig bindet. Die Schleife hinten tragen, darf die Bedienung oder die Witwe.

 

6. Tipp:  Den “Spuckschluck” verschmähen

Trotz hohem Bierpreis wird der letzte Schluck in der Maß Bier nicht empfohlen ;).
 

 

"5. Jahreszeit-Regeln" aus der „Verordnung der Landeshauptstadt München über das Oktoberfest“

Ordnungsfanatiker und Fans vom Verwaltungsrecht aufgepasst, denn hier kommt ein echtes Schmankerl. Die „Verordnung der Landeshauptstadt München über das Oktoberfest“ regelt alles, was den Ablauf der Wien angeht und lässt keine Beamtenwünsche offen!
 

Wiesn-Besucher und Ihre Gerätschaften:

Du bist schlecht zu Fuß unterwegs? Dann meide die Wiesn außer du bist Kutscher! Inliner, Roller, Fahrräder, sowohl geschoben als auch gefahren, sind verboten und sogar Kinderwagen dürfen am Wochenende nicht mit auf die Wiesn. Während der Woche müssen diese ebenfalls um 18 Uhr die Wiesn räumen. Eine Ausnahme gilt lediglich für Brauereigespanne. Diese dürfen stets auf den Wiesn fahren, müssen jedoch immer auf der Mitte der Straße abgestellt werden.

 

Auch spontane Ballonfahrten verhindert die strenge Verordnung, denn „die für das Steigenlassen von Ballonen erforderliche Erlaubnis der Deutschen Flugsicherung GmbH – DFS – ist einzuholen“. Inwiefern Kinder, die ihren mit Helium gefüllten Ballon loslassen, sich oder ihre Eltern strafbar machen, beziehungsweise in ein unüberschaubares Haftungsrisiko reißen, ist jedoch nicht übermittelt. Präzedenzfälle gibt es zum Glück keine, der Flugverkehr ist während der Wiesn umgeleitet und führt nicht mehr über das Münchner Stadtgebiet.

 

Ausgrabungen/ Angraben ;)???:

Auch Archäologen wird der Spaß an den Wiesn von den Ordnungshütern Münchens verwehrt. Denn ausweislich der Verordnung sind „alle Grabungen dem Baureferat Ingenieurbau mit vorgesehener Grabungstiefe in einem Lageplan dargestellt anzuzeigen“. Ob auch ein geplantes Angraben potentieller Wiesn-Liebschaften dieser Anzeigepflicht unterliegt, ist ebenfalls nicht gänzlich geklärt und in der Literatur höchst umstritten ;).

 

Das Wildpinkeln:

Nicht in der Verordnung über das Oktoberfest, wohl aber in den allgemeinen Gesetzen geregelt, ist das sogenannte Wildpinkeln. Eine lange Schlange vorm WC oder einfach zu großer Druck und schon ist schnell die Idee des Erledigen der Notdurft im Freien geboren. Doch Obacht, denn hier lauern ernste Konsequenzen. Was zunächst für ein Kavaliersdelikt gehalten werden könnte, kann ein Verwarn- oder Bußgeld in Höhen von 35 bis 5000 Euro mit sich ziehen. Doch damit nicht genug. In besonders schweren Fällen, beispielsweise wenn Kinder in der Nähe sind, kann gegen den Wildpinkler sogar bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe verhängt werden.

 

Liebeleien:

Wem das Bier und die Frauen im Dirndl oder die Männer in Lederhosen schnell zu Kopfe steigen, der sollte umso vorsichtiger sein. Denn auch während der Wiesn gilt Sex in der Öffentlichkeit als ein Fall des § 138a StGB und kann mit einem Bußgeld oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden. Also im Zweifel lieber eine Maß weniger trinken oder sicherheitshalber gleich zwei Maß zu viel ;).

 

Wiesnurlaub als Nebenverdienst?:

Doch auch wer auf der Wiesn seriös bleibt und dort arbeitet, der läuft Gefahr rechtliche Konsequenzen tragen zu müssen. Die Jobs auf den Wiesn sind beliebt und teilweise so lukrativ, dass sich einige Arbeitnehmer Urlaub nehmen, um auf den Wiesn zu arbeiten und in den 16 Tagen das Jahresgehalt deutlich aufzupimpen. Doch wer nach seinem „Urlaub“ Erholung braucht und sich dafür bei seinem Arbeitgeber krankmeldet, der geht ein hohes Risiko ein. Denn  Arbeitnehmer, die sich unter falschen Angaben krank melden, machen sich unter Umständen sogar des Betrugs strafbar. Selbst diejenigen, die zwar nicht krankfeiern, dafür aber während des bezahlten Urlaubs solch intensive Jobs, wie die des Kellners auf den Wiesn verrichten, riskieren eine Abmahnung. Denn im bezahlten Urlaub soll prinzipiell ausgeruht werden. Im Zweifel bringt ein Gespräch mit dem Chef Klar- und Sicherheit!

 

Der Heimweg:

Schließlich muss auch der Heimweg rechtlich begutachtet werden. Denn trotz Kultfaktor, sind betrunkene Gäste im Straßenverkehr genauso zur Rücksicht auf andere verpflichtet, wie auch sonst.  Daher heißt es: Anstatt nach Hause zu wanken, sollte man vielleicht eine der vielen Taxen oder sogar ein Fahrradtaxi nehmen. Doch auch hier gilt es wieder die eigenen Grenzen zu kennen. Wer sich in einem Taxi, egal ob motorisiert oder per Fahrrad betrieben, übergibt, der macht sich schadensersatzpflichtig. Der Schadensersatz ist dabei übrigens nicht in der Höhe der Reinigung begrenzt, sondern erstreckt sich auch auf entgangene Gewinne, die beim Oktoberfest schnell eine vierstellige Summe erreichen können, wenn ein Taxi nicht mehr benutzbar ist.

 

Der Wiesnbesuch hält also den ein oder anderen Fallstrick bereit. Doch jetzt wo du sie kennst, kannst du ihnen problemlos aus dem Weg gehen und stattdessen den Partymodus anschmeißen. Denn solange die 11 Euro Grenze für die Maß Bier noch nicht überschritten wurde, solltest du das unbedingt ausnutzen... Von daher viel Spaß auf den Wiesn und ein lautes Proohohooosit der Gemüt-lich-keit! :)

 

Auch interessant:

 

15. September 2017


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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