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Die Law Clinic Berlin kämpft für Grund- und Menschenrechte – gratis

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Die Law Clinic Berlin kämpft für Grund- und Menschenrechte – gratis

Diskriminierung an der Club-Tür führt zum Rechtsstreit

 

Freitagabend, 23 Uhr. Du und deine Freunde stehen in der Schlange beim Einlass der Disko und vor euch wird einer Gruppe von Türken der Einlass verwehrt. Lag es an ihrer Herkunft, am südländischen Aussehen? Diese Frage stellst du dir kurz, doch eine halbe Stunde später hast du das Vorkommnis vergessen. Nicht aber die Studenten der Law Clinic Berlin, die sich mit solchen und ähnlichen Fällen beschäftigen. Fälle, die die Grund- und Menschenrechte betreffen, stehen hier im Vordergrund. Doch wer steht hinter der kostenlosen Rechtsberatung für Studenten?

 

Echte Fälle bearbeiten: Wenn das Jurastudium plötzlich wieder Sinn macht

„Ich habe mich vor allem deswegen für die Law Clinic beworben, um Praxiserfahrung zu sammeln.“ So wie Sara Kinsky von der Law Clinic Grund- und Menschenrechte Berlin sehen das viele Studenten. Sara hofft, das Konzept der Law Clinic setzt sich weiter durch: „Das Jura-Studium an sich ist meiner Ansicht nach viel zu trocken und theoretisch. Ich habe in der Law Clinic auf jeden Fall einen kreativeren Einsatz von Argumenten gelernt als jemals in einer Vorlesung oder Übung.“ Auch ein Praktikum bei einer NGO oder sonstigen Institution bietet den Studenten bereichernde Praxiseinblicke.

Auch Juana Remus aus dem Team der Law Clinic Grund- und Menschenrechte, ist davon überzeugt, dass die Verbindung von Forschen und Lernen dazu führt, dass die Studierenden ein klares Berufswahlbild erhalten. „Meine Motivation speist sich in erster Linie aus dem Wissen, dass ich Studierenden zeigen kann, wie sie ihre rechtliche Expertise nutzen können, um die Welt etwas gerechter zu machen.“

 

Diskriminierung im Nachtleben: Ein Fall für die Law Clinic

Ein Schwerpunkt der Law Clinic ist das Antidiskriminierungsrecht. Sara erzählt von einem ihrer interessantesten Fälle: „ Ich habe mich während zwei Semestern mit konkreten Fällen aus dem Antidiskriminierungsrecht auseinandergesetzt. Dabei ging es um rassistische Einlasskontrollen von Diskotheken.“

 

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen hatte Leipziger Clubs getestet, ob sie „nicht-deutsch“ aussehende Männern einlassen. Das Ergebnis war erschreckend: 9 von 11 Diskotheken ließen die „nicht-deutsch“ aussehenden Tester nicht hinein.

 

An einer außergerichtlichen Einigung, die zur Prävention von zukünftiger rassistischer Diskriminierung führen sollte, waren die Clubs nicht interessiert. Deswegen kamen die Fälle vor Gericht.

 

Keine Angst vor Jura: Die Verknüpfung von Recht und Gesellschaft

Die Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte führt keine individuelle Beratung einzelner Mandanten durch, es werden NGOs, Vereine, Verbände und Institutionen beraten. Interessante Fälle gibt es zur Genüge, wie Frau Remus erklärt: „Beispielsweise bearbeiten wir Parallelberichte zu den Fachausschüssen der Vereinten Nationen oder verfassen Amicus-Curia-Stellungnahmen zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und anderen völkerrechtlichen Gerichten.“ Die Institutionen, die Fälle von der Law Clinic bearbeiten lassen, ändern auch oft den Blick auf Recht: „Das Feedback unserer Kooperationspartner zeigt, dass gerade NGOs mit wenig juristischer Expertise ihr Bild vom „Recht“ ändern und die Angst vor dem Recht abgebaut wird. Somit wird durch den Kontakt unserer Partner mit den Studierenden auch deren Blick auf die Verwicklung von Recht und gesellschaftlichen Problemen gestärkt.“

 

Enttäuschend: Das Urteil zum Diskriminierungsfall

Auf die Frage, welches Erlebnis Sara speziell in Erinnerung geblieben ist, fällt ihr sofort das Urteil zum vorher beschriebenen Diskriminierungsfall an der Club-Tür ein: „Es war bedrückend, die Urteilsschriften der Diskofälle zu lesen bzw. in einem Fall auch bei der Verhandlung dabei zu sein. Das große Desinteresse und die große Unkenntnis von rassistischer Diskriminierung der Richter kam darin auf erschreckende Weise zum Ausdruck. Akademisches Wissen und Sensibilität bezüglich Rassismus spielt vor Gericht kaum eine Rolle, so dass die Gerichte den gesellschaftlichen Rassismus zumeist einfach reproduzieren.

Doch auch viele positive Erinnerungen kann Sara mitnehmen: „Für mich war am Schönsten, dass unser Paper am Ende veröffentlicht wurde und ich und meine Kollegin sehr viel Lob und Anerkennung dafür bekamen. Außerdem habe ich den Lehrstuhl und das Law Clinic Team sehr gut kennengelernt, was mir viele Anknüpfungspunkte eröffnet hat.“

 

Auf der Website der Humboldt Law Clinic erhältst du noch mehr Informationen über die Arbeit und Beratung der Jura-Studenten.

Du findest die Idee der Humboldt Law Clinic toll und möchtest gerne mitmachen? Dann melde und bewerbe dich hier:lawclinic@rewi.hu-berlin.de

 

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten aber für beiderlei Geschlecht.

 

10. November 2014

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