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Dieselgate - diese Kanzleien helfen Volkswagen

Zeitgeschehen & Gerichtsurteile

Dieselgate - diese Kanzleien helfen Volkswagen

Etwas über ein halbes Jahr ist es her, dass der Abgasskandal bei VW am 18. September 2015  an die Öffentlichkeit kam. Noch immer ist das ganze Ausmaß nicht erschlossen, viele Details noch nicht geklärt. Auf der anderen Seite gibt es aber schon Fortschritte.

Gerade wurde ein wichtiger Vergleich mit den US–Behörden geschlossen. Hierbei und auch bei der sonstigen Aufarbeitung des Abgasskandals arbeitet Volkswagen mit vielen namhaften Kanzleien zusammen. Wir geben euch einen aktuellen Überblick über die Entwicklungen von Dieselgate und die Verteidigungslinien, die Volkswagen mithilfe dieser Kanzleien aufstellt!

 

USA: Schadensersatz für Autokunden

Aktuell bekommt man den Eindruck, der Abgasskandal könnte sich seinem Ende neigen. Der jüngst geschlossene Vergleich mit den US – Behörden vor Richter Charles Breyer gilt als extrem wichtig. Die gefürchteten riesigen Masseverfahren und Sammelklagen von enttäuschten Autokäufern könnten so bereits im Kern erstickt werden. Fakt ist aber auch dass der Vergleich Richter Breyer zwar zunächst überzeugt hat aber auch noch lange nicht alle Probleme löst. Details über Entschädigungen und Rücknahmen von Autos müssen noch geklärt werden und insbesonders die technische Lösung ist noch nicht endgültig für alle Autotypen gefunden worden. Damit dieser grobe Plan in Form des Vergleichs überhaupt zustande kommen konnte, bediente man sich der Kanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer, Kirkland & Ellis und Sullivan & Cromwell. Der für Volkswagen zuständige Partner bei Sullivan & Cromwell, Robert Giuffra, war bereits für Porsche tätig, als diese nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von Kapitalanlegern verklagt wurden.

 

Europa: Schadensersatz für Anleger

Doch nicht nur in den USA kämpft Volkswagen gegen Klagefluten. Auch in Europa und insbesondere in Deutschland sieht sich der Autobauer durch Großverfahren von Anlegern bedroht. Das Gesetz über Musterverfahren in kapitalmarktrechtlichen Streitigkeiten bietet auch in Deutschland die Möglichkeit mehrere Verfahren zu einem Großen zu bündeln, ähnlich wie es aus den USA bekannt ist. Im Fokus der Klägeranwälte steht dabei die sogenannte Pflicht zur ad-hoc Meldung, die börsennotierte Unternehmen dazu verpflichtet, Informationen, die für den Aktienkurs nicht unerheblich sind, umgehend preiszugeben. In Folge des Abgasskandals war der Aktienkurs von ungefähr 160 Euro auf zwischenzeitlich deutlich unter 90 Euro eingebrochen. Zur Verteidigung gegen diese Klagen arbeitet man in Wolfsburg daher mit Jones Day, SZA Schilling Zutt & Anschütz und Göhmann Rechtsanwälte zusammen.

 

Wolfsburg: Überprüfung der Compliance Regularien

Darüber hinaus bedarf es bei Volkswagen natürlich auch intern einer Reaktion auf Dieselgate. In führenden Positionen hat dabei das Stühlerücken längst begonnen. Martin Winterkorn trat bereits zurück, gleiches gilt für Michael Horn, den Topmanager von Volkswagen in den USA. Doch das reicht dem angeschlagenen Konzern noch nicht. Daher hat man sich mit CMS Hasche Sigle die Kompetenz eingekauft, die eigenen Compliance Regularien zu hinterfragen. Dabei werden sämtliche Strukturen und Organisationen intern im Konzern von deren Anwälten auf Herz und Nieren überprüft. Zudem hat man als Berater für den eigenen Aufsichtsrat Anwälte der Kanzleien Gleiss Lutz und Arqis Rechtsanwälte hinzugezogen.

Zusätzlich zu all den genannten Kanzleien hat man sich bei Volkswagen noch ein weiteres Ass im Ärmel gesichert. Die Rede ist von dem amerikanischen Staranwalt Kenneth Feinberg. Dieser ist seit Dezember 2015 mit der Verteidigung des Autobauers beschäftigt und kann dabei neben seinem sehr guten Ruf auch Erfahrungen mit großen Entschädigungsfällen mit einbringen. Er vertrat erfolgreich sowohl Geschädigte der Anschläge vom 11. September 2001 als auch die der Ölkatastrophe in Folge einer Explosion auf der Ölplattform „Deep Water Horizon“ von BP im Golf von Mexiko.

 

Der Abgasskandal ist also noch lange nicht abgeschlossen. Die juristische Aufarbeitung ist in vollem Gange und ein Ende noch nicht in Sicht. Zumindest in guten Händen kann man sich in Wolfsburg aber dennoch fühlen, wenn man die Scharen von Topanwälten betrachtet, denen sich der Konzern bedient.

 

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29. April 2016

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