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Ein Coming Out unter Juristen?

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Ein Coming Out unter Juristen?

Homosexualität im rechtswissenschaftlichen Bereich - immer noch ein Tabu-Thema?

Auch heute noch gilt Homosexualität teilweise als eine Art Karrierekiller und wurde bzw. wird daher häufig noch immer verheimlicht. Gerade das juristische Umfeld gilt als konservativ und da stellt sich die Frage, wie könnte sich ein Coming Out unter Juristen auf die Karriere und das Arbeitsumfeld auswirken? Im Vorfeld einer LGBT Messe haben wir uns genauer mit dem Thema beschäftigt und haben Interessantes erfahren, aber fangen wir ganz von vorne an:

 

Wofür steht eigentliche LGBT und was ist das für eine Messe?

LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender und eine LGBT Messe ist eine Karrieremesse, die sich insbesondere der Vielfältigkeit verschrieben hat und sich sowohl an Personaler, Unternehmen und Bewerber richtet. Übrigens richtet sich eine LGBT Messe dabei mitnichten nur an Personen mit einer der oben genannten sexuellen Orientierung, sondern gerade auch an heterosexuelle Bewerber und Personaler! Es geht darum, dass verschiedene Menschen zum Zwecke einer guten Unternehmenskultur und einem guten Miteinander zusammen leben und arbeiten können.

 

Was ist so besonders an einer LGBT Messe?

Zum einen sind natürlich ein Großteil der Besucher und auch der teilnehmenden Menschen nicht rein heterosexuell veranlagt und treten damit offen auf, was in der Geschäftswelt nicht immer üblich ist. Zum anderen haben solche Messen meistens ein Verfahren, bei dem sich Unternehmen bewerben müssen und sich nicht einfach Plätze „erkaufen“ können, ohne irgendetwas für eine besondere Vielfältigkeit am Arbeitsplatz zu tun. Damit soll verhindert werden, dass sich Unternehmen einen Status als „Schwulenfreundlich“ entgeltlich aneignen können und gleichzeitig soll ein Prozess der Offenheit gegenüber alternativen Lebensführungen erhalten und vorangetrieben werden.

 

Werden homosexuelle Menschen noch immer in der Arbeitswelt diskriminiert?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Es ist jedoch festzuhalten, dass ein Umdenken stattgefunden hat und immer noch stattfindet. Das lässt sich sowohl an dem Erfolg solcher Messen erkennen, als auch daran, dass es mittlerweile Beispiele von Coming Outs auch in Führungspositionen gibt. Ein sehr positives Beispiel ist hier Tim Cook, CEO von Apple. Parallel gibt es auch in anderen als „konservativ“ geltenden Bereichen des Lebens eine Entwicklung in die richtige Richtung, dem offenen Umgang mit verschiedenen sexuellen Orientierungen. Zu nennen ist hier beispielsweise der Profifussballer und ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der sich als erster Bundesligaspieler geoutet hatte, damit eines der letzten Tabus im Fussball gebrochen hatte und viel Zuspruch und Unterstützung erfahren hat. Nichts desto trotz gibt es auch heute noch, abgesehen von dummen Sprüchen oder Beleidigungen, subtilere Formen der Diskriminierung. So berichten verschiedene Personen von der Selbstverständlichkeit, dass zu einigen offiziellen Anlässen die Ehefrau bzw. die Partnerin mitgebracht werden sollen, ein Partner aber nicht wirklich erwünscht ist. Es besteht also noch Handlungsbedarf in einigen Bereichen.

 

Outing im rechtswissenschaftlichen Bereich

Um noch einmal auf das spezielle Coming Out unter Juristen zurückzukommen: Es gibt einen Freundeskreis namens „Schwule Juristen“, der sich im Rahmen des Schwulen- und Lesbenverbands gebildet hat und seit 1981 besteht und sich mehrmals im Jahr trifft und Hilfesuchenden auch beratend zur Seite steht.

Ein Fazit in dem Sinne möchten wir daher auf diese Frage nicht ziehen, da verallgemeinern hier weder sinnvoll noch fair wäre. Fakt ist, es hat sich etwas geändert und das auch oder vielleicht sogar gerade in den Führungsetagen. Homosexualität sollte eigentlich kein Tabuthema mehr sein und schon gar kein Karrierekiller! In Einzelfällen mag dies jedoch noch immer nicht der Realität entsprechen oder ein Coming Out würde zwar offiziell begrüßt werden, auf anderen Ebenen könnte demjenigen dennoch negatives widerfahren.

Fakt ist aber: Es gibt viele Führungspersönlichkeiten, Prominente und eben auch Juristen, die sich erfolgreich geoutet haben und damit sehr gut gefahren sind. Wenn sich jemand wohl fühlt und bereit ist, sich möglichem Widerstand entgegenzustellen oder solchen gar nicht zu befürchten hat, dem ist nur zu gratulieren und viel Glück zu wünschen. Denn was wir wirklich wollen ist doch nicht nur eine liberale Wirtschaftswelt, sondern auch eine offene Gesellschaft, in der Talente ihren Weg gehen  und Zusammenarbeiten entstehen können, unabhängig von sexueller Ausrichtung oder anderer persönlicher Dinge!

 

Interessiert dich das Thema auch oder hast du vielleicht sogar selbst Erfahrungen gemacht die du mit uns teilen möchtest? Dann lass es uns wissen!

 

21. Oktober 2015

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