Global Flows: Ein Phänomen mit Wachstumspotential?

Welche Länder bei Jurastudenten am beliebtesten sind


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 03.06.2020

In einer Studie zum Thema „Mobilität unter Studenten“ hat das auf Statistiken und Recherche spezialisierte Unternehmen HolonIQ festgestellt, dass Studenten immer mehr ins Ausland gehen, um dort ihre akademischen Abschlüsse zu machen. Vor allem aber prognostiziert HolonIQ, dass dieser Trend noch zunehmen wird. Ob das stimmt und was das bedeuten könnte, möchten wir in diesem Artikel klären!

 

Global Student Mobility – Mehr als fünf Millionen Studenten überqueren Grenzen weltweit

Das Unternehmen HolonIQ hat herausgefunden, dass aktuell rund fünf Millionen Studenten weltweit im Ausland studieren. Das hat verschiedene Folgen, sorgt aber vor allem für internationalen Austausch, sinkende Vorurteile und ein besseres Verständnis fremder Traditionen und Kulturen. Es hat aber auch die Verwässerung von Grenzen und möglicherweise den Verlust von regionalen Phänomenen und Kulturen zur Folge. Vor allem aber wird es den Arbeitsmarkt revolutionieren und weltweit die Arbeitsbedingungen angleichen. Es sind also große Effekte von der Wanderung der Studenten zu erwarten.

 

Zudem sorgt eine Vermischung von Kulturen und verschiedenen akademischen Niveaus für eine schnellere Entwicklung und Verbreitung von Technologien, Standards und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

 


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Wird die Zukunft noch globaler?

Zumindest die Erkenntnisse und Prognosen von HolonIQ lassen darauf schließen. Bereits im Jahr 2030, so prognostiziert es zumindest das Unternehmen, werden um die sieben Millionen Studenten länderübergreifend studieren. Das ist vor allem aus Sicht der Wirtschaft auch nur wünschenswert, denn Sprachbarrieren oder kulturelle Unterschiede stehen dem Fortschritt und somit dem Wirtschaftswachstum entgegen. Werden solche Hürden bereits früh überwunden und wird das Arbeiten im internationalen Kontext zum Standard, würde dies der Wirtschaft tendenziell zuträglich sein.

Doch gleichzeitig wirft das natürlich auch Fragen auf, denn Migration brachte zumindest in der Vergangenheit, in unserem Fall sogar in sehr junger Vergangenheit, immer wieder Probleme mit sich. Denn auch wenn es in erster Linie um akademischen Nachwuchs geht - und den braucht auch unser Land dringend - gibt es immer wieder nationale Vorbehalte gegen den Zuzug. Protektionistische Ansätze und Abwehrmechanismen gegen Konkurrenz aus dem Ausland haben aktuell Hochkonjunktur. Es müssen also entweder Lösungen her oder aber es müssen Vorurteile und Vorbehalte systematisch abgebaut werden. Die Politik sollte sich deshalb mit den Erkenntnissen von HolonIQ beschäftigen.

 


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Inbound – Wer erfährt aktuell den größten Zuzug durch Studierende?

Ebenfalls auffällig ist, dass bestimmte Ziele besonders gerne von Studenten angesteuert werden, während einige Länder fast fluchtartig von den Studierenden verlassen werden.

 

Das mit Abstand am meisten bereiste Land zu Studienzwecken war, ist und wird in näherer Zukunft die USA bleiben. 

 

Vor allem die Studenten des asiatischen Kontinents machen sich in großen Zahlen auf den Weg in die USA und studieren dort. Vor allem die Eliteuniversitäten haben es den Chinesen angetan, sodass sie dort bereits den Status der kleinen Minderheit längst hinter sich gelassen haben. Wenig überraschend also, dass das am zweitmeisten frequentierte Land England bzw. Großbritannien ist. Dort befinden sich schließlich international renommierte Universitäten und vor allem die Eliteuniversitäten Cambridge und Oxford haben besonders große Anziehungskräfte auf Studierende aus dem Ausland.

 


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Auf den Plätzen hinter den USA und Großbritannien folgen dann sehr nah aneinander Australien, Frankreich, Deutschland und Kanada. Auch diese Länder erfahren besonders große Beliebtheit bei den Asiaten, wobei Australien vor allem bei den südostasiatischen Studenten, also aus Ländern wie Singapur, Malaysia oder Indonesien beliebt sind, während zum Beispiel Deutschland und Frankreich auch starken Zuzug aus arabischen Ländern aufweisen.

 

Outbound – Wohin ziehen die US-Amerikaner, die Deutschen und die Europäer?

Doch auch die eben genannten Destinationen vieler Studenten bringen immer mehr eigene Studenten hervor, die die Welt bereisen und in fernen Ländern ihr Studium aufnehmen oder fortführen möchten. Nordamerikaner zieht es zum Beispiel auffallend stark nach Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Auch die Schweiz ist ein gerne gesehenes Ziel.

 

Zwar sind häufig die US-Universitäten bekannter oder renommierter, die Studienvoraussetzungen in Europa sind jedoch teilweise sogar besser und vor allem im Vergleich zu der teuren Bildung in den USA erschwinglicher.

 


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Die Europäer hingegen bleiben eher in Europa oder wandern in die USA oder nach Großbritannien ab. Asiatische Universitäten sind eindeutig die Ausnahme und auch Australien ist weitaus unbeliebter als beim Rest der Welt. Für Deutsche ist die Destination Nummer eins übrigens eindeutig die Niederlande, gefolgt von Großbritannien und den USA. Vor allem die geographische Nähe, die guten Universitäten und die vergleichsweise bezahlbaren Studiengebühren in den Niederlanden sorgen dafür, dass hier ein reger Austausch stattfindet.

 

Gründe für das Studieren im Ausland

Neben Abenteuer- und Reiselust, gibt es viele weitere Gründe, die für ein Studium im Ausland sprechen. Die Erweiterung des persönlichen Horizonts und das Verbessern von Fremdsprachen sind dabei die offenkundigsten. Doch vor allem internationale Unternehmen und Kanzleien suchen Personal, das sich auf dem internationalen Parkett wohlfühlt und das bestens vernetzt ist. Netzwerken spielt an internationalen Universitäten eine ganz andere Rolle, das erkennt man bereits daran, dass zum Beispiel in Großbritannien fast alle Universitäten Räume innerhalb des Londoner Stadtgebiets angemietet haben, um dort Networking-Events auszutragen.

 

Die Verzahnung von Wirtschaft und Lehre ist im Ausland deutlich ausgeprägter, was mitunter zu mehr Praxisnähe der Studenten führt. Zudem helfen Erfahrungen im Ausland auf professioneller Ebene dabei, regionale Eigenarten und Funktionsweisen besser zu verstehen und dementsprechend auch besser auf diese zu reagieren. In einer globalisierten Welt wie unserer ist das globale Studium also nur eine logische Folge und die Prognosen von HolonIQ ergeben durchaus Sinn.

Öffentlicher Sektor
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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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