Mediationsausbildung für Juristen: Vier starke Argumente dafür!

Was bringt eine Mediationsausbildung in der täglichen juristischen Arbeit?


veröffentlicht am 18.11.2015

Die Standardausbildung für Juristen besteht aus Studium und Referendariat. Dort lernt man, wie man Rechtsfragen beantwortet und Rechte gerichtlich durchsetzt. Allerdings: Die meisten Rechtsstreitigkeiten werden durch außergerichtliche Verhandlungen gelöst. Wie kann man aber als Jurist erfolgreich verhandeln? Und wie lassen sich die Verhandlungen zweier Parteien durch einen neutralen Dritten zielführend unterstützen? Eine Mediationsausbildung kann für das Training dieser soft skills äußerst nützlich sein. Wir nennen Euch vier gute Gründe für eine Mediationsausbildung.

 

1. Gute Anwälte suchen interessengerechte Lösungen

Wenn zwei sich streiten, geht es aus der Sicht von Juristen häufig um Rechtsfragen. Entscheidend gerade für einen Mandanten aus dem unternehmerischen Bereich ist aber am Ende nicht, ob er Recht hatte, sondern ob der Konflikt zufriedenstellend gelöst wurde. Zum Beispiel kann einem Mandanten statt an der vollständigen Befriedigung seiner eher daran gelegen sein, beim Verhandlungspartner endlich überhaupt auf Gehör zu stoßen und in eine inhaltliche Diskussion einzutreten. Vielen Mandanten ist es auch wichtig, den Streit vertraulich zu behandeln und eine im Grundsatz durchaus lukrative Geschäftsbeziehung fortzuführen. Anwälte müssen diese Interessen ihrer Mandanten aufspüren und eine Strategie finden, die sie optimal widerspiegelt.

 

2. Es gibt Alternativen zum klassischen Rechtsstreit

Der klassische Weg der Konfliktbehandlung bei streitigen Rechtsfragen ist der kontroverse anwaltliche Schriftverkehr und anschließend der Gang zum staatlichen Gericht. Es gibt allerdings eine Reihe von Alternativen, die gerade in großen Wirtschaftskonflikten für beide Seiten interessengerechter sind. Die neben Schlichtung und Schiedsverfahren bekannteste Methode zur außergerichtlichen Streitbeilegung ist die Mediation. Rechtsanwälte und Unternehmensjuristen müssen konsensorientierte Streitbeilegungsverfahren wie die Mediation kennen, denn nur so können sie ihren Auftraggebern die für sie erfolgversprechendste Vorgehensweise empfehlen.

 

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3. Kommunikation ist das A und O

Eine Mediation ist eine Verhandlung, die durch einen neutralen Dritten strukturell und kommunikativ unterstützt wird. Um ein Mediationsverfahren als Mediatorin oder Mediator leiten zu können, benötigt man Grundwissen über die Steuerung interessenorientierter Einigungsverfahren. Vor allem aber muss man kommunikativ fit sein: Der Job eines Mediators ist es, die Kommunikationsmuster der Verfahrensbeteiligten zu entschlüsseln und als Verfahrensleiter konstruktive Kommunikationsformen zu etablieren.

 

4. Kommunikation muss man trainieren

Gute Kommunikation ist für den Erfolg einer Mediation unverzichtbar, gleichzeitig aber auch die größte Herausforderung für konsensorientierte Konfliktlösungsverfahren. Gute Kommunikation lernt man nur durch wiederholtes Üben. Deswegen liegt der Schwerpunkt einer professionellen Mediationsausbildung darauf, Verhandlungsfertigkeiten und vermittelnde Kommunikation immer und immer wieder zu trainieren. Der Nutzen für die Praxis ist beachtlich, weil ausgebildete Mediatoren wesentlich reflektierter kommunizieren und so auch Verhandlungen und Streitbeilegungsverfahren viel zielführender steuern können. Insofern ist eine Ausbildung zum Mediator eine der wichtigsten Zusatzqualifikationen für den Juristen von morgen.

 

TalentRocket Tipp: Es gibt sehr viele Ausbildungen. Achtet auf die Praxisverknüpfung, das Profil der Trainer und die Betreuungsrelation. Weniger auf Dauer oder Verbandszertifizierung.

Dieser Ratgeber wird präsentiert von der Münchener Ausbildung zum Wirtschaftsmediator.

 

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