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Alltagsjura: Mieter sein leicht gemacht – Dein Mietratgeber für die erste Studentenbude

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Alltagsjura: Mieter sein leicht gemacht

Dein Mietratgeber für die erste Studentenbude

 

Mit dem Eintritt in das erste eigene Mietverhältnis beginnt für viele Studenten der richtige Einstieg ins selbständige Leben. Selbständig sein heißt aber auch, selbst Verantwortung zu tragen und für die eigenen Dinge einzustehen. Damit es bei deiner ersten eigenen Wohung kein böses Erwachen gibt, haben wir ein paar wichtige Informationen für dich zusammengestellt!

 

Die Maklerprovision und das „Bestellerprinzip“

Tatsächlich ist es sogar ein ziemlich guter Moment für die erste eigene Wohnung! Bis vor kurzem konnten Vermieter ihren zu vermietenden Wohnraum noch problemlos über Makler anbieten und deren Kosten dann auf die neuen Mieter abwälzen. So gingen ganz schnell zweieinhalb Monatsmieten für den Makler drauf. Doch hier gab es jüngst durch Urteil des Bundesgerichtshofs eine Kehrtwende und das Bestellerprinzip wurde ausgerufen. Soll heißen, dass derjenige der den Makler bestellt, diesen auch bezahlen muss. Wer also selbst auf Wohnungssuche geht und keinen Makler beauftragt, der kann hier bares Geld sparen!

 

Die Kaution

Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung von dem Mieter an den Vermieter. Sie ist „freiwillig“ kann und wird üblicherweise aber seitens des Vermieters als Verpflichtung in den Mietvertrag aufgenommen werden.

Die Kaution darf dabei nicht höher als drei Monatsnettokaltmieten berechnet sein und darf in drei Raten, jeweils eine pro Monat, ab Beginn des Mietverhältnis gezahlt werden.
Besonders wichtig ist es, sich für die Zahlung der Kaution eine Quittung ausstellen zu lassen.  

Kleiner Bonus: Die Kaution muss zinsbringend angelegt werden. Wer also nach Beendigung des Mietverhältnisses keine Wohnungsschäden verursacht hat, der darf sich zumindest auf einen etwas größeren Betrag, als er zuvor gezahlt hat, freuen!

 

Der Mietzins und die Nebenkosten

Kommen wir zu dem zentralen Thema eines Mietvertrages – den damit verbundenen monatlichen Kosten. Der Mietzins ist dabei der Teil, der für die Nutzung des Wohnraumes an sich bezahlt werden muss, sprich das, was der Vermieter daran „verdient“.

Dazu kommen noch die Nebenkosten. Als solche fallen beispielsweise Grundsteuer, Wasserkosten, Abwasser oder auch die Hausreinigung an. Hat ein Mieter Zweifel an der Nebenkostenaufstellung seines Vermieters, kann er sich im Katalog des Deutschen Mieterbundes darüber informieren, was genau abgerechnet werden darf. Bei Mehrpersonenhäusern werden die Nebenkosten nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt. Sollte kein Schlüssel explizit genannt werden, wird die Wohnfläche als solcher herangezogen.

 

Vorsicht bei der Mietzahlung!

Zu zahlen sind sowohl Mietzins als auch Nebenkosten jeweils zum 3. Werktag eines Monats. Fällt dieser auf einen Sams-, Sonn- und Feiertag, gilt jeweils der Folgetag als Fälligkeitsdatum. Sollte bis hierhin keine Zahlung erfolgt sein, schuldet der Mieter dem Vermieter ab diesem Zeitpunkt den vereinbarten Mietzins zuzüglich 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz.

Wer seine Miete zweimal in Folge nicht zahlt oder über einen längeren Zeitraum Mietrückstände in Höhe von zwei Monatsmieten hat, der kann jederzeit ohne Vorwarnung fristlos gekündigt werden.

Bei der Zahlung der Miete sollte also besondere Aufmerksamkeit herrschen, sonst kann es ganz schnell brenzlig werden!

Zu guter Letzt muss noch ein besonders unliebsames Thema angesprochen werden:

 

Die Mieterhöhung

Mieterhöhungen sind prinzipiell zwar erlaubt, aber auch streng reguliert. So darf eine Mieterhöhung frühestens 12 Monate nach Einzug bzw. der letzten Mieterhöhung erfolgen. Zudem darf die Miete innerhalb von 3 Jahren nicht über 20 %, in einigen Gebieten mit Wohnungsknappheit sogar nicht über 15 % steigen. Darüber hinaus gibt eine Mieterhöhung einem Mieter immer das Recht einer außerordentlichen Kündigung. Die Mieterhöhung hat dabei regelmäßig in Bezug auf einen qualifizierten Mietspiegel zu erfolgen und hat somit auch nur ihre Berechtigung, solange der Mietzins unter dem durschnittlichen Preisniveau der Gegend für vergleichbare Wohnungen liegt. Solche Mietspiegel sind in der Verwaltung zu erhalten.

 

Eine gute Info zum Schluss:

Die Mieterhöhung ist zustimmungsbedürftig. Das bedeutet solange der Mieter nicht selbst zustimmt oder von einem Gericht dazu „gezwungen“ wird, ist eine Mieterhöhung nicht wirksam. Es bleibt also immer genügend Zeit, die Rechtmäßigkeit einer Mieterhöhung zu prüfen!

 

Als kleines Fazit bleibt zu sagen: Mietrecht ist weniger kompliziert als es auf den ersten Blick scheint. Es ist dennoch gerade hier wichtig, genau zu sein, Verträge genau zu überprüfen und bei Zahlungen auf deren Pünktlichkeit zu achten. Dann geht auch mit deiner ersten Wohnung nichts schief!

 

04. Oktober 2016


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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