Internationales Netzwerk von Jurastudenten bei ELSA

Die ersten Schritte zu einer internationalen Karriere als JuristIn

ELSA über internationalen Austausch und das "Law In Global Cities Programme"

– Ein Artikel von unseren Gastautoren Lennart Franke und Florian Wirtz über ELSA-Jena e.V. und ihre Vorreiterrolle hinsichtlich internationaler Beziehungen –

In einer globalisierenden Welt wird es immer wichtiger, auch im Ausland Kontakte zu knüpfen und sein Netzwerk zu erweitern. Doch wie schaffe ich ein Netzwerk, welche Möglichkeiten gibt es und welche Kontakte sind wirklich sinnvoll? All diesen Fragen gehen wir bei ELSA nach und entwickeln ständig neue Projekte, um all dies noch effektiver zu gestalten. So sind auch bei ELSA Jena in den letzten Jahren viele neue Projekte entstanden, welche den internationalen Austausch fördern sollen. Insbesondere ein Projekt wird in diesem Artikel vorgestellt.

Jurastudenten von ELSA in Singapur

ELSA Jena in Singapur

Welche Möglichkeiten bietet ELSA Jena seinen Mitgliedern, erste Kontakte im Ausland zu gewinnen?

Diese gestalten sich vielfältig. Ein Selbstverständnis ist das breite Angebot des ELSA-Netzwerks. Unsere Mitglieder haben beispielsweise die Möglichkeit, sich zu den ELSA Summer- und Winter Law Schools zu unterschiedlichen Themen anzumelden. Hierzu kommen die Teilnehmer aus allen Teilen Europas zusammen.

Weiterhin finden zwei Mal im Jahr unsere Bewerbungszyklen zum "Student Trainee Exchange Programme" statt, in welchem den Interessierten Bewerbungsmöglichkeiten zu diversen Praktika auf der ganzen Welt offen stehen.

Zudem besteht die Option, halbjährlich an den „International Council Meetings” von ELSA teilzunehmen und sich dort mit allen Teilnehmern aus Europa zu vernetzen.

Besonders stolz sind wir allerdings auf eines unser neues Projekte, das "Law In Global Cities Programme", was es in dieser Form nur in Jena gibt.

Was ist unter dem "Law In Global Cities Programme" zu verstehen und welche Ziele werden mit diesem verfolgt?

Das Programm wurde 2017 durch ELSA Jena gegründet und charakterisiert sich dadurch, dass jährlich zwischen Februar und März eine Studienreise in eine sogenannte "Global City" stattfindet. Eine Global City ist eine führende Großstadtmetropole mit einer starken Konzentration international operierender Unternehmen sowie einem hochentwickelten Dienstleistungssektor, insbesondere im Finanzbereich.

Daher versteht es sich von selbst, dass neben interessanten Unternehmen und Institutionen solche Städte auch die Begehrlichkeiten international agierender Großkanzleien wecken. Das Ziel einer solchen Reise liegt darin, über den Tellerrand der deutschen Juristenausbildung hinauszublicken und sich mit interessanten und erfolgreichen Persönlichkeiten aller Welt zu vernetzen und auszutauschen.

Mit diesem Programm wollen wir ferner aufzeigen, dass die Karrieremöglichkeiten durch die wachsende Globalisierung zunehmend vielfältiger werden, als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war. Das deutsche Jurastudium genießt bekanntlich weltweit einen ansehnlichen Ruf und bietet die ideale Möglichkeit, in verschiedenen Ländern auf unterschiedlichste Art und Weise, seinen Beruf auszuüben.

Bei solch einer Fahrt ist allerdings nicht ausschließlich die berufliche Vernetzung, sondern auch der interkulturelle Austausch ein wichtiges Anliegen. "A just world in which there is respect for human dignity and cultural diversity", das ist das Leitbild unseres Vereins, welches wir bei der Auswahl unserer Destinationen berücksichtigen. Daher ist es für uns wichtig, das Programm in unterschiedlichen Kulturkreisen stattfinden zu lassen, um den Blick für andere Kulturen und Traditionen zu öffnen und den eigenen Horizont zu erweitern.

Jurastudenten in New York      

Eindrücke aus New York und Singapur

Welche Global Cities hat ELSA Jena bisher besucht und weshalb?

Im Februar 2018 zog es zum ersten Mal 14 Studierende nach New York. Diese Stadt bietet ein breites Spektrum an Institutionen, Banken, Kanzleien und weiteren Unternehmen. Wir besuchten in der einwöchigen Reise neben den Vereinten Nationen und dem Generalkonsulat auch die Commerzbank AG sowie Großkanzleien; darunter u.A. Baker McKenzie, DLA Piper und Noerr LLP.

Neben dem akademischen Programm sollte jedoch der Freizeitaspekt einer solchen Studienreise nicht zu kurz kommen. New York mit seinen vielzähligen Sehenswürdigkeiten eignete sich auch hierfür hervorragend. Durch die kulturelle Vielfalt die New York bietet, sahen wir es als perfektes Ziel um unser Projekt zu beginnen.

Im März diesen Jahres konnten wir unser Projekt fortsetzen und eine Studienfahrt nach Singapur anbieten. Doch wieso Singapur? Der Stadtstaat Südostasiens gilt als Übergang zwischen Ost und West und wird zurecht als Schmelztiegel der Kulturen bezeichnet. Dabei hat Singapur weitaus mehr als ein imposantes Stadtbild und einer beeindruckenden Landschaft zu bieten, denn es gibt sonst keine Stadt, in der Hinduisten, Buddhisten, Muslime und Christen auf so engem Raum zusammenleben.

Anstatt jedoch Spannungen innerhalb dieser Kulturen entstehen, ergänzen sie sich und bilden ein einzigartiges Stadtbild und eine unverwechselbare Lebensweise. Auch prägnant an Singapur sind die strengen Gesetze mit hohen Geldstrafen, Verurteilungen zu Stockschlägen bis hin zur Todesstrafe. Die Gesetze mögen aus europäischer Sicht übertrieben erscheinen, führen jedoch dazu, dass diese Stadt eine niedrige Kriminalitätsrate hat und als sauber und sicher gilt.

Es ist für Jurastudierende hoch interessant, sich mit einem Strafrecht auseinanderzusetzen, dass mit derart drakonischen Strafen in einem so deutlichen Unterschied zu unserem steht.

Die vergleichsweise enormen Strafen dienen dem Zweck der Abschreckung. Wirtschaftlich gehört Singapur trotz seiner geringen Größe zu den stärksten Ländern Südostasiens und bietet durch niedrige Steuern, insbesondere für neue Unternehmen, einen interessanten Standort für Investoren sowie Wirtschaftskanzleien.

In Singapur besuchten wir die deutsche Botschaft, Großkanzleien, darunter Baker McKenzie, Wang & Leow, DLA Piper und CMS Cameron McKenna Nabarro Olswang LLP sowie einen Vortrag zum LL.M Programm der University of Singapore. Unsere Freizeit nutzten wir, um tiefer in fremde Kulturen, Religionen und Gegebenheiten einzutauchen und knüpften dabei ganz von alleine den ein oder anderen Kontakt zu Einheimischen, da die Menschen dort sehr offen und aufgeschlossen gegenüber Neuem sind.

Es ist für Jurastudierende hoch interessant, sich mit einem Strafrecht auseinanderzusetzen, dass mit derart drakonischen Strafen in einem so deutlichen Unterschied zu unserem steht.

ELSA Jena in Singapur     ELSA Jena in Singapur
Impressionen aus Singapur 

Wie waren die Erfahrungen bei den zahlreichen Besuchen und wie liefen diese ab?

Natürlich verliefen unsere Termine und Reisen unterschiedlich, jedoch war jeder einzelne für sich interessant und aufschlussreich. Wir hatten den Eindruck, dass vor allem die Kanzleien sich über den Besuch und das entgegengebrachte Interesse freuen. Zunächst luden sie uns in ihr Büro ein. Dort erwarteten uns, meist in einem beeindruckenden Konferenzraum, einige Partner und Associates der Kanzlei und brachten uns deren Philosophie und Arbeitsweise näher.

Interessanterweise waren in New York einige Partner deutscher Herkunft, weshalb dort auch Erfahrungsberichte über den Weg in die Großstadtmetropole ausgetauscht werden konnten und wie bestmöglich nach einem deutschen Studium eine Auslandskarriere angestrebt werden kann.

Zudem gab es oft einen gemeinsamen Lunch mit den Kanzleien, bei welchem private Gespräche geführt sowie deutsches Bier genossen wurde. Für uns war es wirklich erstaunlich, wie offen die Gespräche verliefen, wie sympathisch die Anwältinnen und Anwälte waren und was für einen unglaublichen Eindruck wir Dank ihnen gewinnen konnten. Eine solche Gelegenheit erweitert nicht nur den kulturellen Horizont, sondern kann auch über die eigene Berufswahl Aufschluss bringen.

Auch der Ehrgeiz für das Studium kann dadurch geweckt bzw. gestärkt werden. Mit vielen Associates, aber auch Partnern besteht bis heute noch Kontakt. Einige Studierende konnten sich sogar Praktika und Referendarstellen für die Wahlstationen durch ihre neuen Bekanntschaften sichern, was ihnen den Bewerbungsprozess enorm erleichterte.

ELSA in Singapur

ELSA Jena in Singapur

Wie finanzieren die Mitglieder eine Studienfahrt dieser Größenordnung?

Natürlich fallen durch Flug und Unterkunft hohe Kosten an. Allerdings fördert unser Verein diese Fahrten durch Spenden unserer Förderpartner und wir erfahren auch Dank lokaler Stiftungen regelmäßig Unterstützung. Dadurch ist es uns möglich, die Fahrten um mehr als 50 % der Gesamtkosten zu vergünstigten. Beispielsweise beliefen sich die Kosten der Eigenbeteiligung für 8 Tage in New York auf lediglich etwa 350 Euro pro Person.

 

Ein Netzwerk im Ausland zu bilden ist also eine gute Gelegenheit, um sich über die berufliche Zukunft außerhalb von Deutschland zu erkundigen und wer einmal weiß, wie so etwas geht, findet es auch viel einfacher als zu Beginn gedacht! Daher nutzt die Möglichkeiten, die euch an eurer Universität geboten werden und baut euch euer Netzwerk aus internationalen Kontakten auf, um sie später in eurem Berufsleben sinnvoll einsetzen zu können.

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