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PARAlegal – die studentische Rechtsberatung der FSU Jena

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PARAlegal – die studentische Rechtsberatung der FSU Jena

„Endlich bin ich mir sicher, dass Jura doch das Richtige für mich ist!“

 

In unserer Artikelreihe über Law Clinics haben wir schon über verschiedenste studentische Rechtsberatungen in ganz Deutschland berichtet. Heute ist die Studentenstadt Jena an der Reihe – mit der Rechtsberatung „PARAlegal“ der Friedrich-Schiller-Universität. In unserem Interview mit Miriam Blank, die bereits seit dem 3. Semester Mitglied bei PARAlegal ist, erfährst du mehr über die spannende Mitarbeit bei einer studentischen Rechtsberatung!

 

PARAlegal – was ist das eigentlich?

PARAlegal ist die studentische Rechtsberatung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie berät Ratsuchende in allen möglichen Rechtsfragen, und das kostenlos. 2011 wurde PARAlegal auf Initiative einiger Jurastudenten hin gegründet. Generell ist PARAlegal eine allgemeine Rechtsberatung, die grundsätzlich alle Fälle aus dem Bereich des Zivil- und des Öffentlichen Rechts annimmt.

TR: Gibt es denn auch Fälle, die ihr nicht annehmen dürft?

MB: Sie dürfen unseren Streitwert nicht übersteigen (aus Haftungsgründen müssen wir diese Fälle ablehnen) und sie dürfen keine Frist unter zwei Monaten haben. Strafrechtliche Fälle können wir ebenfalls nicht bearbeiten, da wir nicht unter die anwaltliche Schweigepflicht fallen.

Trotz dieser Einschränkungen erreicht die Studenten von PARAlegal eine große Bandbreite an Fällen aus verschiedensten Rechtsgebieten. Bestimmte Bereiche werden allerdings häufiger angefragt als andere. Streitfälle bezüglich des Mietrechts seien in einer Studentenstadt wie Jena zum Beispiel keine Seltenheit, hebt Miriam hervor. Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern oder Probleme in einer WG kommen immer wieder vor.

 

TR: Aus welchen Bereichen erhaltet ihr ebenso Anfragen?

MB: Ein weiteres typisches Beispiel sind Fragen in Bezug auf diverse Prüfungsordnungen. (…) Ein anderes Beispiel sind (…) verschiedenste Fragen bezüglich der GEZ. Nach der Änderung der GEZ-Regelung hatten wir einen wahren „Ansturm“ von Fällen zu diesem Thema.

 

Wie funktioniert die Bearbeitung der Fälle?

TR: Wie können Mandanten euch die Fälle zukommen lassen?

MB: Jeder kann seinen Fall über die Maske „Fall einreichen“ auf der PARAlegal – Website dem Team zukommen lassen, oder ihn per Post an uns schicken. Manchmal schicken Mandanten ihren Fall auch als Nachricht an unsere Facebook-Seite, auch das ist möglich.

 

TR: Wie geht es dann weiter?

MB: Ist der Fall eingereicht, (…) so wird er von unserer „Fallvergabe“ bearbeitet. Die Fallvergabe sind zwei bis drei Mitglieder, die nun den Fall in anonymisierter Form an die Mitglieder über einen E-Mail-Verteiler versenden. Interessierte Mitglieder können sich dann für einen Fall eintragen. Haben sich mindestens zwei Mitglieder gefunden, wird der Fall an sie vergeben.

Danach wird ein erster Termin mit dem Mandanten vereinbart. Erst zu diesem Zeitpunkt wird der Beratungsvertrag geschlossen und die wichtigen Fakten zum Fall zusammen besprochen.

Anschließend suchen sich die Bearbeiter einen anwaltlichen Betreuer (Anwalt oder Professor), der sich bereit erklärt, den Fall zu betreuen. Erst wenn sie einen Betreuer gefunden haben, können sie mit der Bearbeitung fortfahren.

Im Anschluss wird ein Sachverhalt erarbeitet, der vom Mandanten bestätigt werden muss. Die betreffenden Studenten erarbeiten auf dieser Grundlage eine Lösung, die dann mit dem anwaltlichen Betreuer besprochen wird. Sobald sie von ihm bestätigt wird, können die Bearbeiter die Lösung dem Mandanten präsentieren.

 

Das Warum zu PARAlegal

Das Jura-Studium ist sehr theoretisch, die Klausursachverhalte sind solche, die bereits auf das rechtlich relevante beschränkt sind. Zudem haben die verschiedenen Professoren meist eine ganz bestimmte Vorstellung, auf welche Ansprüche sie hinauswollen. Platz für viel eigenes Denken und praktische Anwendung auch außerhalb der Vorlesungsrahmen bleibt da nicht.

TR: Wieso arbeitest du bei PARAlegal?

MB: Ich hatte von dem Projekt gehört und fand die Möglichkeit, neben dem Studium bereits erste praktische Erfahrungen sammeln zu können, großartig. Und genau aus diesem Grund bin ich auch bis jetzt bei PARAlegal geblieben.

Bei PARAlegal lernt man, aus allen Informationen, die einem der Mandant gibt, zunächst diejenigen herauszufiltern, die rechtlich relevant sind, um dann auf Grundlage dieser eine Lösung zu erarbeiten. Dadurch kann es einem auch immer einmal wieder passieren, dass man sich unbekannte Rechtsbereiche erarbeiten muss.

 

TR: Was ist für dich das Schönste oder Bereicherndste an der Arbeit in der Law Clinic?

MB: Zu Beginn meines Studiums war ich mir nicht immer ganz sicher, ob Jura tatsächlich am Ende das Richtige für mich ist. Unter anderem durch die Arbeit bei PARAlegal habe ich festgestellt, dass ich mich genau richtig entschieden habe. (…) Die Arbeit bei PARAlegal ist eine Abwechslung von und eine Bereicherung für mein Studium. Grund genug, bei PARAlegal mitzuarbeiten!

Den Moment, als ich meinem ersten Mandanten die Lösung zu seinem Problem vorgestellt habe, werde ich nie vergessen. Zum ersten Mal hat man einen Fall nicht allein zu dem Zweck gelöst, um sich auf eine Klausur vorzubereiten oder um eine Klausur zu bestehen. (…) Der Moment, in dem ich zum ersten Mal feststellen konnte, dass ich mit meinem in gut zwei Semestern erlernten Wissen einem Dritten, einem, wie wir ihn nennen, Rechtslaien, weiterhelfen konnte, war für mich eine größere Bestätigung mit Jura die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als jede gute Note in einer Klausur davor oder danach.

 

TR: Ist es nicht auch oft so, dass die rechtsberatenden Studenten von Außenstehenden einfach nicht ernst genommen werden, weil sie das Studium ja noch gar nicht abgeschlossen haben?

MB: Bis heute hatte ich nur sehr positive Erlebnisse durch meine Mitarbeit bei PARAlegal, (…) nicht ernst genommen wegen meines noch nicht abgeschlossenen Studiums wurde ich noch nie. Ganz im Gegenteil: Alle Mandanten, die ich bisher betreut habe, waren sehr begeistert von unserer Arbeit. Auch von Volljuristen wurde die Mitarbeit bei PARAlegal bisher sehr positiv aufgenommen.

 

Vielen Dank an Miriram Blank (Teamleiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei PARAlegal) für das TalentRocket-Interview!

Du möchtest dich auch engagieren? Besuch PARAlegal doch auf ihrer Facebook-Seite und erfahre noch viel mehr!

 

Kurz und bündig:

www.paralegal-jena.de

PARAlegal – Studentische Rechtsberatung e.V.

Carl-Zeiss-Str. 3

07743 Jena

 

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28. Januar 2015

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