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Gesetzlich versicherter Anwalt vs. privat versicherter Beamter

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Privat versicherter Beamter vs. gesetzlich versicherter Anwalt

Was gibt es bei der Krankenversicherung im Beamtentum und in der Anwaltschaft zu beachten?

#Karriere
 
- Ein Gastbeitrag des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen -
Autor: Sandra Hofer 


 

Beihilfe, Versorgung, gesetzliche oder private Krankenversicherung – kaum einer kann mit diesen Begriffen etwas anfangen. Doch auch diese Punkte spielen eine wichtige Rolle bei der Berufswahl.


Krankenversicherung

Arbeitnehmer sind in Deutschland grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Die Beiträge zur GKV bestimmen sich nach dem Einkommen. Der Beitragssatz liegt bei 14,60 %. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils die Hälfte davon. Die Beiträge werden jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 50.850 € jährlich erhoben. Das bedeutet einen maximalen monatlichen Beitrag von ca. 310 €. 

Die Versicherungspflicht gilt nicht für Beamte und Richter. Sie unterliegen einem eigenen System der Privaten Krankenversicherung und Beihilfe.

Der Dienstherr übernimmt im Rahmen der Beihilfe 50 % bis 80 % der Krankheitskosten, je nach Familiensituation und Bundes- bzw. Landesrecht. Den anderen Teil versichert der Beamte bei einer privaten Krankenversicherung selbst. Dafür zahlt er ca. 200 € monatlich (ledig, kinderlos). In der Realität bezahlt der Beamte die Arztrechnung zunächst selbst. Er rechnet anschließend gegenüber der staatlichen Beihilfestelle und gegenüber seiner privaten Krankenversicherung ab.

Die Private Krankenversicherung zeichnet sich durch folgende Besonderheiten aus:

  • Beitrag unabhängig vom Einkommen

  • Beitrag steigt im Alter an

  • Keine Familienversicherung. Kinder müssen separat versichert werden.


Anwälte, egal ob angestellt oder selbständig, können häufig wegen ihrer hohen Einkommen zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung wählen. Das sollte aber gut überlegt sein. Rückkehrmöglichkeiten in die Gesetzliche sind eng.


 

Altersversorgung

Auch wenn man sich zu Beginn des Erwerbslebens als Jurist noch nicht allzu viele Gedanken über die Zeit des Ruhestandes macht, lohnt sich trotzdem ein Ausblick, was einen später finanziell erwartet:
Angestellte (z. B. die meisten Assistenten an der Uni) erhalten eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Anwälte bekommen diese aus ihrem berufsständischen Versorgungswerk, Beamte und Richter aus der staatlichen Versorgung. Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung liegt bei 18,70 % des Gehalts. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils die Hälfte. Die Höchstrente liegt bei 2.200 € monatlich (bei 45 Beitragsjahre). Dazu kommt als Besonderheit bei Angestellten in der Regel eine Betriebsrente. Anwälte zahlen in das anwaltliche Versorgungswerk ein. Dieses schüttet die Beiträge nicht an die aktuellen Rentner aus, sondern spart sie, wie auf einem Sparbuch, individuell an. Das bedeutet, wer im Berufsleben viel eingezahlt hat, erhält auch im Alter viel. Bei der Höhe der Beamtenversorgung kommt es auf das zuletzt ausgeübte Amt und die Dienstzeit an. Zu dieser Dienstzeit zählen unter anderem zusätzlich drei Jahre des Studiums. Beispielsweise erhält der Leiter eines Finanzamts oder ein Leitender Polizeidirektor in A 16 eine Versorgung von monatlich ca. 5.000 €. Das entspricht auch in etwa der Versorgung in R 2 als Vorsitzender Richter am Landgericht.

 

Wechselmöglichkeiten

Einmal Staat, immer Staat – das war einmal!

Heute haben zumindest der Bund und einige Länder die Hürden für einen Wechsel zwischen Staat und Wirtschaft gelockert. Noch bis vor kurzem hätte ein Beamter seinen Wechsel in die Anwaltschaft teuer bezahlen müssen, v. a. in der Altersversorgung. Heute ist es ihm in manchen Ländern möglich, Teile seiner Beamtenversorgung, die er bereits erworben hat, mitzunehmen.
Bei einem Wechsel in die andere Richtung können ihm seine Jahre als Anwalt für die Beamtenversorgung unter Umständen gutgeschrieben werden. Zu beachten ist aber auf jeden Fall, die Altersgrenze für eine Verbeamtung (z. B. in Bayern 45 Jahre).

 

Beschäftigung als Jurist in der freien Wirtschaft oder Beschäftigung beim Staat? - um sich zwischen diesen beiden Möglichkeiten zu entscheiden, muss man sich der teils großen Unterschiede bewusst sein. Nur so kann jeder anhand der eigenen Interessen und Lebensvorstellungen die richtige Entscheidung für die berufliche Karriere treffen.

 

07. November 2016

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