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Proboneo: Pro-bono-Engagement leicht gemacht!

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Proboneo: Pro-bono-Engagement leicht gemacht!

Hintergründe, Wissenswertes und vieles mehr zu Proboneo, dem Social-Start-up

#interview

Liest oder hört man „Proboneo“, liegt der Gedanke an pro bono auf der Hand. Dieser Begriff stammt von der lateinischen Wendung „pro bono publico“, die „zum Wohle der Öffentlichkeit“ bedeutet. In Deutschland und andernorts wird unter pro bono häufig „unentgeltlich“ verstanden. Und dies ist einer der wichtigen Faktoren, die bei Proboneo eine Rolle spielen: Das Sozialunternehmen fungiert als Vermittlungsplattform für freiwilliges soziales Engagement von externen Fach- und Führungskräften für gemeinnützige Organisationen. Im Gespräch mit Sandra, Juristin, und Vincent, Betriebswirt, zwei Proboneo-Vermittlern, erfahren wir, was es mit dem gemeinnützigen Start-up auf sich hat.

 

Was ist Proboneo genau?

In den Etagen der Fach- und Führungskräfte stellt man immer häufiger fest, dass es ziemlich schwierig ist, sich mit den eigenen beruflichen Fähigkeiten sozial zu engagieren, ohne zum Beispiel dauerhafte, klassische Vorstandsämter zu übernehmen. Für diese fehlt nämlich - aufgrund zahlreicher beruflicher und privater Verpflichtungen - meistens die Zeit.

Für diese Herausforderung bietet Proboneo eine ideale Lösung an:

Das Sozialunternehmen setzt sich dafür ein, dass gemeinnützige Ideen professionelle Unterstützung finden. Daher ermöglicht es Experten, ihre beruflichen Fähigkeiten in konkrete, zeitlich begrenzte Pro-bono-Projekte einzubringen und so ihre sozialen und fachlichen Kompetenzen zu stärken.
Proboneo übernimmt dabei die oft zeitintensive Organisation und erleichtert den sogenannten Probonistinnen und Probonisten (s.u.) das Engagement.

Vincent über die Angebote von Proboneo:

„Wir versuchen unsere Angebote möglichst flexibel zu gestalten, sodass sich auch jede und jeder in einem Vollzeitjob noch engagieren kann. Durch individuelle Abstimmung zwischen Probonist und unterstützter Organisation über Format und Dauer der Zusammenarbeit ist für jeden etwas dabei. Zwischen den persönlichen Treffen helfen Email, Telefon und Webkonferenzen beim Halten des Kontakts.“

Das Start-up hat zwei Haupt-Kundengruppen: auf der einen Seite die Fach- und Führungskräfte, die sich engagieren möchten, die Probonistinnen und Probonisten.

„Hierfür kommt im professionellen Kontext im Grunde jeder in Frage. Selbstständige, Freiberufler/innen oder Angestellte können genauso wie Unternehmen und Organisationen mithilfe ihrer Mitarbeitenden Probono-Projekte durchführen.“

Auf der anderen Seite stehen die gemeinnützigen Organisationen, die Unterstützung suchen. Und dazwischen: Proboneo.

Das Unternehmen hat mittlerweile drei feste Mitarbeitende: Claudia Leißner ist als Geschäftsführerin vor allem für die Entwicklung und Strategie des Start-ups verantwortlich, während zu den Hauptaufgaben von Sandra Meyer, und Vincent Lauenstein die Bedarfsklärung mit den gemeinnützigen Organisationen und die Vermittlung geeigneter Probonisten zählt. Unterstützt wird das Team regelmäßig von Praktikantinnen und Praktikanten oder externen Spezialistinnen und Spezialisten, die Proboneo ihre Hilfe anbieten.

Vincent über die Tatsache, dass Proboneo als gemeinnütziges Start-up pro bono auch selbst als Ressource nutzt:

„Das ist sehr hilfreich. So lernen wir aus erster Hand, was die Herausforderungen sind und was gut funktioniert. Dass wir praktisch nicht nur als dritter Außenstehender Pro-bono-Projekte vermitteln, sondern auch selbst die „Ups and Downs“ aus der Pro-bono-Praxis erfahren und daraus lernen können.“

Als Juristin bei Proboneo?

Sandra ist seit Ende 2014 mit im Team, da seit Mitte letzten Jahres ein neuer Bereich verstärkt aufgebaut wird: die Pro-bono-Rechtsberatung. Daneben betreut die Juristin auch die eigenen Rechtsbedarfe des Unternehmens, das ebenfalls AGB, Arbeitsverträge etc. braucht.

Sandra über ihre Arbeit bei Proboneo:

„Ich kümmere mich um alles rund um‘s Recht. Im Hinblick auf unser Vermittlungsangebot ist mein Kernbereich der Aufbau der neuen Pro-bono-Rechtsberatung.“

Was rät Sandra jungen Juristinnen und Juristen, die sich engagieren möchten?

„Kommt zu Proboneo!“

Interessierte Jurastudenten, Referendare oder Praktikanten mit juristischem Know-how sind willkommen, Proboneo vor Ort in Berlin als Vermittler zu unterstützen. Auf diese Weise kann man z.B. helfen, die Pro-bono-Bedarfe und -Ziele gemeinnütziger Organisationen, die sich bei Proboneo bewerben, zu klären:

„In Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Organisationen ist unter anderem zu ermitteln, um welche Rechtsfragen und –bereiche es im Einzelnen geht und wie hoch der geschätzte Beratungsaufwand ist. Aus diesen Ergebnissen sind Ausschreibungen über offene Pro-bono-Mandate zu erstellen, die sodann an pro bono interessierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte vermittelt werden.“

Fertig ausgebildete Volljuristen/innen können – unter Berücksichtigung des anwaltlichen Berufs- und Gebührenrechts – auch selbst Pro-bono-Rechtsberatungen übernehmen. Proboneo freut sich jedenfalls über jeden neuen Probonisten und jede neue Kanzlei, der/die sich unter http://www.proboneo.de/engagieren/ registriert, um seine berufliche Leistung pro bono anzubieten. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, sich bei staatlichen Stellen zu melden, die kostenlose Rechtsberatung anbieten, wie dies zum Beispiel die „Öffentliche Rechtsauskunft Hamburg“ tut. Bei solchen Stellen können Jurastudenten in der Regel auch Praktika oder Referendare eine Station absolvieren. Eine weitere Option ist die Praxis der Law Clinics, über die wir schon häufiger in unserem Karriere-Magazin berichtet haben. Und sowohl Jurastudenten als auch Referendare und Einsteiger in den Rechtsanwaltsberuf können sich gezielt bei solchen Rechtsanwaltskanzleien bewerben, für die Pro-bono-Engagement bereits zum Tagesgeschäft gehört.

Das Besondere an freiwilligen Tätigkeiten

Für Sandra ist klar: freiwilliges Engagement führt zu einer besonders hohen Eigenmotivation. Jeder, der sich freiwillig engagiert, hat über die direkte Mitarbeit in Pro-bono-Projekten die Möglichkeit, eine sichtbare, gemeinnützige Wirkung in der Gesellschaft herbeizuführen.

„Ich glaube auch, dass jemand, der sich pro bono engagiert, besondere Wertschätzung erfährt, weil wir die Menschen, die auf der anderen Seite unterstützt werden, als sehr dankbar erleben.“

Es fördert zudem die Empathie – man begreift, was man bewirken kann. Daneben lernt man häufig fachlich Neues und knüpft spannende Kontakte.

„Kurzum: Der Schenker wird damit ebenfalls zum Beschenkten.“

Für Vincent ist eines sicher: dadurch dass das ehrenamtliche Engagement mit den beruflichen Fähigkeiten verbunden wird, erfolgt ein Austausch in beide Richtungen. Es eröffnet dem Probonisten zudem einen großen Perspektivwechsel, zu sehen, wie viele Dinge gemeinnützige Organisationen mit wenigen Ressourcen bewältigen und bewirken können.

Erfolgreiche Proboneo-Projekte

Vincent erinnert sich gerne an bereits erfolgreich abgeschlossene Projekte:

„Mir fällt aus dem letzten Frühjahr ein sehr schönes Projekt ein, das war für „PC for Kids“. „PC for Kids“ sammelt aussortierte, aber noch voll funktionierende PCs oder Hardware von Unternehmen. Diese werden dann an Schulen weitergegeben, die keine oder nur sehr veraltete PCs für die Schüler zur Verfügung haben. Wir haben „PC for Kids“ zwei Kommunikationsberaterinnen vermittelt, die verschiedene Dinge entwickelt haben, wie Vorlagen für Pressemitteilungen und ein Konzept zur gezielteren Ansprache von Multiplikatoren für diese Sachspenden. „PC for Kids“ war damals nur in NRW regional tätig. Letzten Sommer haben wir erfahren, dass sie nun schon Partnerschaften mit öffentlichen Akteuren in weiteren Bundesländern angestoßen haben.“

Ein Schlusswort

Sandra und Vincent möchten vor allem eines mit der Arbeit bei Proboneo erreichen: dass sich das Pro-bono-Engagement in der Gesellschaft verankert und zu einer Selbstverständlichkeit wird.

Das TalentRocket-Team dankt Sandra und Vincent für ihre Zeit und das Interview und wünscht Proboneo alles Gute für die Zukunft!

 

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten aber für beiderlei Geschlecht.

 

18. April 2015

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