Promis vor Gericht #6 - Christian Wulff


veröffentlicht am 21.07.2014

Der ehemalige Bundespräsident Wulff wurde am 17. Februar 2014 vom Vorwurf der Bestechlichkeit und Vorteilsannahme freigesprochen. Die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision wurde am 13. Juni 2014 wieder zurückgenommen.

 

Zur Person:

 

Name: Christian Wulff

Geburtstag: 19. Juni 1959

Geburtstort: Osnabrück

Beruf: Politiker (CDU)

 

 

Leben:

Wulff wurde 1959 in Osnabrück geboren. Nachdem sein Vater die Familie verlassen hatte, wuchs der Politiker ab dem zweiten Lebensjahr bei seiner Mutter auf. Noch bevor er 1980 sein Abitur erwarb, trat er 1975 der CDU bei. Wulff studierte Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt und absolvierte sein Referendarexamen 1987. Das Assessorexamen legte er 1990 ab. Er hat diverse politische Positionen durchlaufen, zum Beispiel als Mitglied im Stadtrat von Osnabrück (1986-2001), als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion (1994-2003) oder von 1994 bis 2008 als Landesvorsitzender der CDU in Niedersachsen. 2003 wurde Wulff das erste Mal und 2008 das zweite Mal zum Ministerpräsident des Landes Niedersachsen gewählt. Am 30. Juni 2010 wurde der Politiker von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. 2011 geriet Wulff unter Verdacht der Vorteilsannahme in seinem damaligen Amt als Ministerpräsident. Infolge der Anhäufung von Kritik trat er am 17. Februar 2012 nach 598 Tagen von seinem Amt zurück.

 

Daten & Fakten zum Fall:

  • Die Wulff-Affäre begann mit den Beschuldigungen, dass der ehemalige Bundespräsident in Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmer Egon Geerkens stand, was Wulff jedoch verneinte. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Ehefrau von Geerkens Wulff einen Kredit über 500.000 Euro für den Kauf eines Hauses gewährte. Geerkens selbst habe die Konditionen für den Kredit mit ausgehandelt.
  • Als Wulff erfuhr, dass diese Geschichte von der Presse veröffentlicht werden sollte, drohte er dem Verlag mit einer Strafanzeige.
  • Dieser Vorfall brachte weitere Recherchen ins Rollen und es gab eine Reihe von Vorwürfen gegen den damaligen Bundespräsidenten.
  • Der Auslöser für die Staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Vorteilsannahme war der Vorfall, dass Reiserechnungen von Wulff durch den Filmproduzenten David Gronewold gezahlt wurden.
  • Am 09. April 2013 erhielt Wulff ein Angebot von der Staatsanwaltschaft, das Verfahren wegen Vorteilsannahme gegen Zahlung von 20.000 Euro einzustellen. Er lehnte den Vorschlag ab.

 

Die Anklage:

Am 12. April 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Hannover Anklage wegen Bestechlichkeit gegen Wulff. Angeblich soll dem ehemaligen Bundespräsidenten ein Hotelbesuch und die Bewirtung auf dem Oktoberfest vom Filmproduzenten Groenewold in Höhe von insgesamt 753 Euro gezahlt worden sein. Im Gegenzug habe sich Wulff für den Produzenten bei einem neuen Filmprojekt eingesetzt. Beide weisen die Beschuldigungen von sich. Vor allem Wulff betont, von der Zahlung nichts mitbekommen zu haben.

 

Das Urteil:

Am 17. Februar 2014 wurde Wulff freigesprochen, wegen mangelnder Beweise. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch gegen das Urteil Revision ein, welche am 13. Juni 2014 wieder zurückgenommen wurde. Somit ist der Freispruch rechtskräftig.

 

 

 

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