"Sie haben Post!" – Wenn dich potenzielle Arbeitgeber kontaktieren

Welche Verhaltensweisen zum Erfolg führen und was du lieber lassen solltest


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 21.10.2019


Auch wenn die Situation grundsätzlich schlimmer sein könnte, ist es vor allem für noch unerfahrene und angehende Juristen nicht immer einfach, wenn sie von interessierten Arbeitgebern kontaktiert werden. Was ist zu tun, was sind absolute No-Gos und wie sollte man sich verhalten? Worauf ihr achten müsst, wenn euch beispielweise ein potenzieller Arbeitgeber über die Suchfunktion bei TalentRocket anspricht und welche Tipps es für den maximalen Erfolg gibt, erfahrt ihr hier!

 

In der Ruhe liegt  Kraft – Und die Professionalität

Egal ob es die E-Mail im Postfach oder der Anruf auf das private Smartphone ist: wenn ein potenzieller Arbeitgeber, Headhunter oder die HR-Abteilung einer Kanzlei an dich herantritt, hast du grundsätzlich eine gute Position, denn offenbar besteht Interesse an dir. Diese Position gilt es zunächst zu wahren und daher sollten überstürzte Aussagen oder gar Handlungen stets vermieden werden. Das bedeutet im ersten Schritt, dass du dir für eine Antwort Zeit nimmst und diese nicht überhastet zwischen zwei Terminen schreibst und abschickst. Gleiches gilt bei einem Anruf: wenn du keine Zeit hast oder gerade nicht offen sprechen kannst, bitte um ein Telefonat zu einem späteren Zeitpunkt. Das ermöglicht dir, dich auf das Gespräch vorzubereiten, Informationen einzuholen und auch die eigenen Gedanken zu sortieren und zurechtzulegen. Verfrühtes Bekunden von Interesse, Gehaltsfragen oder gar Zusagen gilt es hingegen zu vermeiden, um die eigene Position nicht zu schwächen oder unprofessionell zu wirken und somit vielleicht das Interesse des potenziellen Arbeitgebers zu verlieren.

 


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Verwunderung ist fehl am Platz

Ein von Headhuntern immer wieder bemängeltes Verhalten sind Überraschung, Verwunderung oder gar Ungläubigkeit. Offensichtlich hat man sich – und das sicher nicht ohne Grund – dich als einen potenziellen Kandidaten herausgesucht. Wenn du dich also verwundert und ungläublig über die Tatsache zeigst, dass die Kanzlei oder das Unternehmen gerade dich kennenlernen möchte, könnte das einen falschen Eindruck vermitteln und dem Arbeitgeber das Gefühl geben mit einem weniger selbstbewussten und geeigneten Kandidaten zu sprechen. Selbstverständlich sind Rückfragen, wie beispielweise der Arbeitgeber gerade auf dich gekommen ist, legitim. Sie sollten jedoch ein Zeichen für dein professionelles Interesse sein und keine ungläubige Verwunderung darstellen, die der Arbeitgeber möglicherweise nicht einordnen kann und vielleicht missinterpretiert.

 


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Nicht über den ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber lästern

Nicht selten verlaufen Gespräche mit interessierten Arbeitgebern zunächst sehr positiv. Das Unternehmen bzw. die Kanzlei will dich für sich gewinnen und wird zunächst mit vielen Vorteilen aufwarten: Flexible Arbeitszeiten, Boni, eine gute Work-Life-Balance, gute Aufstiegschancen und viele weitere Pluspunkte werden das Gespräch dominieren. Zudem befindet man sich in der angenehmen Situation der begehrte Bewerber zu sein und wird möglicherweise zu einem Essen oder ähnlichem eingeladen. Schnell entsteht somit eine Stimmung, in der es dem Umworbenen völlig klar erscheint, dass er eine entsprechende finale Offerte bekommen und diese auch annehmen wird. Ist dieser Entschluss einmal gefasst, folgt nicht selten eine Tirade über den aktuellen bzw. ehemaligen Arbeitgeber. Ein gefährliches Spiel, denn auch wenn du offensichtlich für den Arbeitgeber interessant bist, steht in den seltensten Fällen bereits ein fixes Angebot im Raum und das Lästern über den aktuellen oder einen ehemaligen Arbeitgeber wirkt nicht nur äußerst unprofessionell, sondern ist auch ziemlich unangebracht und lässt dich charakterlich in keinem Guten Licht dastehen. Positive Aspekte über den aktuellen Arbeitgeber kombiniert mit konkreten Verbesserungs- und Veränderungswünschen hingegen sind ein geschicktes Vorgehen, um über niemanden ein schlechtes Wort verlieren zu müssen und gleichzeitig zu zeigen, dass du dazu in der Lage bist konstruktive Kritik zu äußern und deine Wünsche und Anregungen konkret formulieren kannst. In diesem Zuge kannst du sachlich und nachvollziehbar darlegen, wieso du bereit bist den Job zu wechseln und wieso dich die Arbeit genau in dieser Kanzlei oder in diesem Unternehmen, das dich kontaktiert hat, besonders reizt.

 


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Der richtige Dreiklang: Zuhören, Fragen, Verhandeln

Die zunächst gute Position kann man also schnell verspielen. Überhastete Reaktionen, Verwunderung und schlechtes Reden über den aktuellen Arbeitgeber sind absolute Tabus. Wie verhältst du dich also richtig? Die Ausgangslage ist klar: Der potenzielle Arbeitgeber, der dich kontaktiert hat, möchte etwas von dir. Egal ob per Headhunter, HR-Abteilung oder von Anwalt zu Anwalt – zunächst musst du einfach nur zuhören, denn man wird dir viele Informationen, ein Motiv für die Kontaktaufnahme und einige Vorteile vorstellen, um dein Interesse zu erwecken. Hör daher erstmal nur gut zu, notiere dir Wichtiges, wie zum Beispiel Fragen bzgl. des potenziellen Jobs, die sich dir stellen, und bedank dich höflich für das Interesse. Dann gilt es diese Fragen auszuformulieren und dir selbst darüber klar zu werden, was du möchtest und unter welchen Bedingungen ein Jobwechsel für dich denkbar wäre. Stelle deinem Interviewpartner diese Fragen und bewerte die Antworten mit Blick auf deine persönliche Situation. Erst wenn die grundsätzlichen Fakten geklärt sind und erste Informationen ausgetauscht wurden, können konkrete Themen rund um den neuen Job angegangen werden. Dazu gehören in erster Linie die Höhe des Gehalts, was man sich unter der Stellenbeschreibung und dem Job genau vorstellen kann sowie weitere sensible Vertragsdetails.

 

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Zusammengefasst: Die Do‘s und Dont’s bei der Ansprache durch einen potenziellen Arbeitgeber

 

Do’s: 

  • Höflich und möglichst zeitnah reagieren
  • Sich für das Interesse bedanken
  • Für eine entspannte Gesprächssituation sorgen und zunächst genau zuhören
  • Wichtiges notieren, Fragen formulieren und eigene Ziele bzw. Szenarien abstecken
  • Vertragsdetails, Verhandlungen etc. erst zu einem späten Zeitpunkt angehen

Dont’s:

  • Überhastet reagieren, zu früh Interesse bekunden oder gar Zusagen tätigen
  • Verwunderung, Überraschung oder Ungläubigkeit zeigen
  • Themen wie Gehalt zu früh ansprechen oder sich sehr wechselwillig präsentieren
  • Über den aktuellen oder den ehemaligen Arbeitgeber lästern

 

Es gilt: Interesse ja, Eile nein und Verzweiflung schon gar nicht

Wie man richtig auf eine Offerte bzw. eine Kontaktaufnahme reagiert, hängt natürlich immer auch von der eigenen Position, Situation und den eigenen Zielen ab. Wer sich jedoch von
Beginn an höflich und interessiert, aber auch zurückhaltend und dennoch bestimmt zeigt, hat gute Chancen, dass es nicht bei der reinen Kontaktaufnahme bleibt. Unabhängig davon, ob du dringend einen neuen Job suchst oder in deinem monentanen Job zufrieden bist, solltest du dir anhören, was man dir anbietet und abwägen, inwieweit dieses Angebot für dich interessant sein könnte. Vermeide es, eilig auf eine Entscheidung hinzuwirken oder gar verzweifelt zu wirken. Denn durch die Kontaktaufnahme durch den potenziellen Arbeitgeber wurdest du in eine gute Ausgangslage versetzt: Nun heißt es nur noch die guten Karten, die dir in die Hände gelegt wurden, auch richtig auszuspielen!

 


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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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