„Tolles Wetter oder?“ - Smalltalk kann man lernen!

Und: Wozu braucht man Smalltalk überhaupt?


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 01.06.2020

Egal, ob es ein unerwartetes Treffen auf dem Büroflur ist, der Professor beim HiWi Job gerade Gesprächsbedarf hat oder ob ein Gespräch mit einem Mandanten in Form eines ersten Geschäftsessen ansteht: Vielen graut es vor Smalltalk, Gesprächsabrissen und Pausen im Gespräch. Dennoch ist dieser Smalltalk essentiell für das gesellschaftliche Miteinander und gerade auch für den Erfolg im Beruf. Glücklicherweise gibt es Tipps und Tricks, mit denen er funktioniert. Damit auch du in Zukunft in Gesprächen glänzen kannst, teilen wir von TalentRocket diese mit dir!

 

Was ist überhaupt Smalltalk?

Für Juristen nicht unüblich, suchen wir zunächst einmal nach einer Definition. Die Übersetzung aus dem Englischen gibt bereits erste Hinweise, denn offensichtlich handelt es sich um ein „kleines Gespräch“. In der Tat liegt hier auch die Definition versteckt, denn beim Smalltalk handelt es sich um ein Gespräch, das beiläufig oder jedenfalls ohne inhaltlichen Tiefgang erfolgt.

 

Smalltalk ist also per Definition eher etwas für Gespräche mit fremden Personen oder zumindest mit Personen, zu denen eine bestimmte Distanz besteht.

 

Dementsprechend gestalten sich logischerweise auch die Regeln, die es für erfolgreichen Smalltalk gibt.

Guter Smalltalk ist übrigens nur in Teilen eine Frage von Talent und entgegen der häufig vertretenen Meinung haben extrovertierte Menschen nicht automatisch einen Vorteil, denn diese Gruppe von Menschen neigt dazu, entweder sich selbst übertrieben in den Mittelpunkt eines Gesprächs zu stellen oder aber Dinge anzusprechen, die für einen Großteil der Gesellschaft eher keine Themen für Smalltalk sind.

 


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Wofür braucht man Smalltalk?

Es gibt verschiedene Situationen, in denen es mehr oder weniger auf Smalltalk ankommt. Steht man zum Beispiel mit einer anderen Person im gleichen Raum und wartet auf etwas, ist Smalltalk einfach nur eine gute Möglichkeit, um bestehende Spannungen oder eine unangenehme Stille zu überwinden.

Es gibt jedoch auch Situationen, in denen es gerade auf den Smalltalk ankommt. Bewerbungsgespräche sind häufig so eine Konstellation, bei der es die Fähigkeiten des Bewerbers zeigt, sich darzustellen, eine angenehmen Konversation zu führen und so die prinzipiell unangenehme Situation aufzulockern. Selbiges gilt für Geschäftsessen, bei denen vielleicht ein größeres Ziel, ein Vertragsabschluss oder eine Mandatierung über allem schwebt, in erster Linie aber einfach ein gesellschaftliches Miteinander stattfinden soll. Ob ein Chef zum Beispiel eine Kanzlei beauftragt oder nicht, hängt nur in Teilen von deren Qualifikation ab, denn vergleichbare Auswahl hat er üblicherweise an den meisten Standorten. Es kommt also zumindest auch auf die persönliche Bindung an.

 

Die Qualität des Smalltalks hat also relevanten Einfluss auf den beruflichen Erfolg einer Person.

 

Typische Anwendungsfälle, bei denen es gerade auch auf den Smalltalk ankommt sind also Events zum Netzwerken, Firmenfeiern, Geschäftsessen, Verkaufsgespräche oder eben das Vorstellungsgespräch.

 


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Die Grundregeln: So kann nichts schief gehen

Beim Smalltalk geht es eigentlich um zwei grundsätzliche Ziele. Einerseits soll ein möglichst natürliches und flüssiges Gespräch am laufen gehalten werden und andererseits dürfen keine Grenzen überschritten werden. Zwar sagte Andreas Tenzer einst „Smalltalk ist die Kunst zu reden, ohne zu denken“, doch birgt diese Ansicht große Gefahren und sollte daher nur einschränkend zur Entfaltung kommen.

Es gibt Themen, die sich einfach nicht für Smalltalk eignen, weil sie entweder zu persönlich sind oder einfach zu viel Zündstoff für ein Gespräch zwischen zwei nicht privat verbundenen Personen bieten. Zu diesen Themen gehören auf jeden Fall Politik, Religion und sexuelle Belange. Ebenfalls schließen diese Thematiken häufig auch noch den Tod und vor allem Geld ein. Diese beiden Themen sind jedoch sehr abhängig vom Kontext und können mitunter dennoch ein geeignetes Thema sein, es sollte jedoch sehr vorsichtig angegangen werden und im Zweifel ausgelassen oder zumindest schnell wieder verlassen werden.

 

Üblicherweise sucht man nach Themen, die prinzipiell Freude erregen, aber zu denen man auch etwas mehr zu sagen hat.

 

Es dürfen dabei grundsätzlich natürlich auch verschiedene Ansichten zu Tage kommen, da diese in der Regel keine Streitigkeiten mit sich bringen sollten. Solche Themen sind zum Beispiel Kunst, Film und Fernsehen, Sport, Reisen oder Hobbys an sich. Auch der Beruf wird häufig zu diesen Themen gezählt, hier gilt jedoch zumindest eine gewisse Zurückhaltung, da es durchaus Potential für Verstimmungen birgt.

 


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Einstieg & Führung eines Smalltalks

Wer sich im Smalltalk sicher fühlt oder diesen aktiv lernt, sollte möglichst die Gesprächsführung übernehmen und somit auch die Themen und das Tempo bzw. die Intensität des Gesprächs vorgeben. Ein einfacher Einstieg sind unverfängliche Fragen zum Ort, zum Gastgeber, zum Essen oder der Umgebung, Umwelt oder zum Wetter.

 

Lächeln und Blickkontakt werden ebenfalls in aller Regel als positiv aufgenommen und sollten daher gerade zu Beginn eines Gesprächs beachtet werden.

 

Zudem gibt es noch zwei verschiedene Mittel, mit denen ein angenehmer Einstieg ermöglicht wird. Zum einen ist das die Körperhaltung, die dem Gegenüber offen und entgegen gewandt sein sollte. Gerade für sehr kurze Gespräche eignet sich zudem eine leicht nach vorne gebeugte Haltung, um die Kurzlebigkeit der Situation zu verdeutlichen. Zum anderen handelt es sich dabei um die Art der Frage, mit der ein Gespräch begonnen wird. Es eignen sich nämlich vor allem Fragen, auf die eine etwas umfangreichere Antwort, als lediglich ein „Ja“ oder „Nein“ zu erwarten ist. Zum Beispiel wäre „Mögen Sie den Fisch?“ eine schlechtere Einstiegsfrage als „Was halten Sie vom Essen?“.

 


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Die Führung des Gesprächs ergibt sich entweder bei gegenseitiger Sympathie und passenden Themen von selbst oder aber es werden bestimmte Themen abgegrast. Es ist lediglich wichtig, wirklich zuzuhören und nicht nur Interesse vorzutäuschen. Zudem sollte keine Situation entstehen, bei der das Gegenüber das Gefühl eines Verhörs bekommt.

 

Der Ausstieg aus einem Gespräch

Vielleicht handelt es sich dabei sogar um die Königsdisziplin, denn selbst wenn ein Gespräch zu beiderseitigem Wohlbefinden geführt hat, kann eine falsche Verabschiedung bzw. Beendigung eines Gesprächs diesen Eindruck nachhaltig zerstören.

 

Irgendwann ist entweder alles gesagt, oder aber das Interesse reicht auch nicht mehr aus bzw. es soll schließlich auch kein Deeptalk entstehen.

 

Das Gespräch muss also beendet werden. Als Gastgeber ist dies vergleichsweise einfach, denn offenkundig hat man mehrere Verpflichtungen und muss sich um die Gäste kümmern. Als Gast, der mit einem anderen Gast spricht, wird es da schon etwas schwieriger, da in der Regel ein triftiger Grund für das Ende des Gesprächs ausbleibt.

Es muss also ein Grund geschaffen werden, weshalb man sich aus dem Gespräch entfernt, ohne dem Gesprächspartner vor den Kopf zu stoßen. Vor allem die Begrüßung anderer Personen oder eine weitere ausstehende Unterhaltung sind dabei sehr gute Argumente für das Ende eines Gesprächs und können mitsamt der Bitte „sich zu Entschuldigen“ problemlos geäußert werden. Lügen oder Ausreden im Sinne von „Ich müsste einmal Händewaschen / die Toilette besuchen“ empfehlen sich nicht, da der Gesprächspartner entweder warten könnte oder aber sich ebenfalls dazu entschließt und ihnen folgt.

 

Übung macht den Meister und Entspannung hilft! Wem Smalltalk sowieso leichtfällt, wird dieser Artikel unnütz erscheinen. Wer hingegen ernsthafte Probleme oder zumindest Angst vor Smalltalk hat, der sollte ihn üben und lernen, entspannter mit der ungeliebten Situation umzugehen. Smalltalk ist nichts Ernstes und Smalltalk ist, soweit man diese paar Regeln befolgt, auch nichts Riskantes oder Schlimmes.

 


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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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