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Studieren in Lausanne - Interview mit Friederike Heinzelmann

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Studieren in Lausanne

Interview mit Friederike Heinzelmann

 #Interview  #sponsored  #Studium


Name:

Friederike Heinzelmann

 

 

Tätigkeit:

Doktorandin und Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Deutsches Recht in Lausanne

Angebotener Studiengang: Rechtswissenschaften

 

Studienjahr in Lausanne:

Fertige Volljuristin mit zwei Staatsexamina. War als Studentin im Jahr 2009/2010 zum Auslandssemester in Lausanne und ist 2015 zur Doktorarbeit und als Assistentin an die UNIL zurückgekehrt.

 

Warum hast du die Universität Lausanne damals als Studentin und später zur Doktorarbeit gewählt? Was zeichnet die Universität Lausanne aus? Und was hebt sie von anderen Unis ab?

Ich wollte damals als Studentin nach den Zwischenprüfungen gerne ins Ausland, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und um noch einmal über den Tellerrand zu schauen, bevor die intensive Examensvorbereitung begann. Ich wollte noch einmal „Luft holen“ bevor der Stress beginnt. Zunächst habe ich mir Universitäten in England und Frankreich angeschaut. Meine Kommilitonen haben sich für das Erasmus-Programm in Portugal und Polen beworben. Überall versprach das Auslandssemester auf verschiedene Art spaßig und spannend zu werden. Aber mich störte eine Sache an all diesen Universitäten: Man konnte keine an der Heimatuniversität verwertbaren Kurse belegen und Scheine erwerben. Diese Unterbrechung des deutschen Jurastudiums hielt mich zunächst von einem Auslandsaufenthalt ab. Ich wollte mich zügig dem Examen nähern und den Freischuss nach acht Studiensemestern wahrnehmen. Dann entdeckte ich das deutsche Lehrprogramm an der Uni Lausanne: Hier konnte ich – wie zu Hause – weiterhin Vorlesungen im deutschen Recht besuchen, die großen Scheine im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht ablegen, nebenbei mein Französisch aufbessern und zusätzlich die traumhafte Landschaft und das südliche Klima am Genfer See genießen. Es schien mir als die perfekte Lösung, um mir gegenüber meinen Studienkollegen einen zeitlichen Vorsprung zu verschaffen und einen Auslandsaufenthalt, samt all seinen schönen Seiten, mit einer hochwertigen Examensvorbereitung zu verbinden. Von früheren Lausanne-Studenten wurde mir berichtet, wie man nach den Vorlesungen mit dem Segelboot auf den See hinausfahren kann. Ich stellte es mir traumhaft vor, den Campus direkt am See zu haben –eine ideale Abwechslung zum Studium in der Großstadt München. Und so war es auch tatsächlich: Die Idylle am Genfer See zeigt sich bereits beim Blick aus der Bibliothek, wenn man der unieigenen Schafsherde beim Grasen zusehen kann.

 

An welcher Universität hast du sonst studiert? Und warum ist genau die Universität Lausanne so interessant für deutsche Jurastudenten?

Ich habe mein komplettes Studium und das Referendariat in München verbracht und zwei Auslandssemester in Lausanne.

Die einmalige Besonderheit an einem Auslandssemester in Lausanne ist, dass man sich eine Auszeit vom üblichen Studienalltag im französischsprachigen Ausland erlauben, dabei seine Französischkenntnisse verbessern und gleichzeitig mit dem deutschen Studienprogramm fortfahren kann. Das ist gerade für Jurastudenten besonders attraktiv, weil aufgrund der Freischuss-Regelung immer ein gewisser Zeitdruck herrscht, die Scheine möglichst zügig abzulegen und sich auf das Staatsexamen vorzubereiten. Da wird ein Auslandssemester auf dem Weg zum Staatsexamen von vielen Studenten als Zeitverlust empfunden. In Lausanne kann man aufgrund des Lehrangebots des Lehrstuhls für Deutsches Recht die großen Scheine im BGB und öffentlichen Recht ablegen und somit nahtlos das Studium und die Examensvorbereitung fortführen. Die kleine Semestergröße an der Uni Lausanne bietet zudem eine ideale Betreuung der  Studierenden, wie sie an keiner deutschen Universität angeboten werden kann. Unser Zivilrechts-Professor Dr. Christoph A. Kern, LL.M. (Harvard), quasi „nebenbei“ Lehrstuhlinhaber in Heidelberg, unterrichtet in Heidelberg eine der bekannten Semestergrößen deutscher Universitäten. Hier in Lausanne sind es in der Regel etwa 30 Studenten pro Semester. Da verlaufen Vorlesungen sehr viel interaktiver und Prof. Kern kann viel mehr auf jeden einzelnen Studenten eingehen. Das Gleiche gilt für das übrige Lehrangebot: Die überschaubare Semestergröße schafft eine familiäre Atmosphäre am Lehrstuhl und erlaubt eine intensive Betreuung der einzelnen Studenten.

Zudem kommen regelmäßig große, renommierte Kanzleien aus München angereist, um Veranstaltungen anzubieten. Hierbei wird ein erster, nicht selten zukunftsprägender Kontakt zwischen Studierenden und Kanzleien hergestellt, der oft zur Vermittlung von Praktikumsplätzen und teils auch späteren Einstellungen in die Kanzlei führt.

 

Wie lief der Bewerbungsprozess? Was sind die Voraussetzungen?

Die Bewerbung für ein Studium am Lehrstuhl für Deutsches Recht kann man online auf der Internetseite des Immatrikulationsbüros der Universität Lausanne vornehmen.

Die Bewerbungsfrist endet für das Herbstsemester immer am 30. April und für das Frühjahrssemester immer am 30. November. Zulassungsvoraussetzung sind zum einen der Nachweis eines mindestens dreisemestrigen Jurastudiums (Studienbescheinigung) und zum anderen der Nachweis einer Hausarbeit oder einer Klausur, die mit mindestens 7 Punkten bewertet wurde. Als Drittes muss ein Zeugnis über die erfolgreiche Teilnahme an einer Anfängerübung im Bürgerlichen Recht oder eine Bestätigung, dass der Studierende zu den Übungen für Fortgeschrittene im Bürgerlichen Recht (oder ähnliches) an seiner Heimatuniversität zugelassen ist, vorgelegt werden (bzw. Zwischenprüfung oder jeweiliges Äquivalent im BGB und ÖR). Französischkenntnisse sind hilfreich, werden aber nicht vorausgesetzt.

 

Was macht das Leben in Lausanne aus? Welche Freizeit-Aktivitäten bietet die Stadt?

In Lausanne herrscht ein ganz besonderes Lebensgefühl. Direkt bei der Ankunft am Genfer See, als ich an Weinreben entlang der Riviera in Richtung Lausanne fuhr und bei strahlendem Sonnenschein auf den Genfer See herunterblickte, da wusste ich: hier bin ich richtig. Die Palmen, die man hier vereinzelt am Seeufer sieht, runden das südländische Ambiente ab. Von der steil an den Hang gebauten Stadt aus, mit ihrer wunderschönen französischen Architektur und den herrschaftlichen alten Gebäuden, hat man einen traumhaften Blick auf den See herunter und auf das andere Ufer nach Evian.

Ich denke gerne an den Spruch: „Wenn ich den See seh’, brauch ich kein Meer mehr“..

Bei einem abendlichen Spaziergang am See kann man das Lichtermeer am anderen Ufer sehen und fühlt sich für einen Moment wie im Urlaub. Kurzum: der Genfer See mit all seinen Freizeitmöglichkeiten könnte beeindruckender kaum sein. Und die Lage des Uni-Campus ist einfach ideal, um den See mit all seinen Facetten auch zu nutzen: Auf dem Campus befindet sich ein Sportzentrum mit universitätseigener Segelschule. Hier kann man zu günstigen Preisen segeln und surfen lernen oder einfach in der Mittagspause ein Stand Up Paddle mieten und seine Pause auf dem Wasser genießen, bevor man sich wieder in der Bibliothek an die Arbeit macht.

Die Lage der Stadt Lausanne in der Romandie inmitten der Alpen und am Nordufer des Genfer Sees bietet zudem die Möglichkeit, Ausflüge in die Berge zu unternehmen, ideal zum Skifahren oder Wandern. Das Wintersportangebot ist vielseitig. Das beliebte Skigebiet Verbier ist von Lausanne aus leicht zu erreichen. Auch Zermatt ist nicht allzu weit. Die Skifreizeit des Sportzentrums der Universität ist eine gute Gelegenheit, um sich kostengünstig im unieigenen Chalet in Les Diablerets auf ein Skiabenteuer zu begeben.

Aber auch die umliegenden kleinen Weinorte um Lausanne herum laden mit ihrem mediterranen Flair zu Spaziergängen, Fahrradtouren und Weinproben ein. Mit einem atemberaubenden Panorama. Wem Lausanne zu provinziell wird, der ist mit dem Zug oder dem Auto schnell in Genf und kann dort ein internationaleres Umfeld entdecken. Vom Genfer Flughafen aus hat man eine gute Anbindung für weiter entfernte Ausflugsziele.

Ansonsten werden in der Stadt Lausanne das ganze Jahr über verschiedenste Veranstaltung angeboten: neben der „fête de la musique“ werden auch im Rahmen der „fête de la cité“ verschiedene Essensstände in der Altstadt aufgebaut und Life-Musik gespielt. Lausanne gilt – trotz ihrer überschaubaren Größe – als eine der lebhaftesten Städte der Schweiz. Selbst Genfer reisen am Wochenende gerne nach Lausanne, um sich hier in das Nachtleben zu stürzen.

 

Die Schweiz gilt allgemein als teuer – wie lebt es sich als Student in der Stadt? 

Bekannterweise ist das Leben in der Schweiz teurer als in Deutschland. Die Lebensmittelpreise und auch die Wohnungen sind deutlich teurer. Ein Bier in einer Bar kostet etwa 6,50 €. Eine Kugel Eis liegt bei etwa 3,60 €. Ein Metro-Ticket ohne Reduktion etwa 3,30 €. Gewisse Dinge sind besonders teuer, so zum Beispiel Fleisch und Fisch oder essen gehen. Eine Pizza im Restaurant kostet etwa 16,- €. Mit leichten Einschränkungen und der finanziellen Unterstützung von Swissmobility, dem Nachfolgeprogramm von Erasmus (1.500 CHFr. pro Semester), haben unsere Studierenden bislang aber immer gute Wege gefunden, um ihren Auslands-Aufenthalt dennoch in vollen Zügen zu genießen. So kochen sie zum Beispiel abends gemeinsam im Studentenwohnheim, anstatt sich in einer Kneipe zu treffen, oder veranstalten Grillabende am See mit mitgebrachtem Wein. Manche Studenten nahmen hier auch eine Nebentätigkeit an, um neben dem finanziellen Vorteil eines – gut bezahlten – Jobs auch sprachlich und sozial noch tiefer in das Land einzutauchen.

 

Kurz zusammengefasst: 3 Gründe für eine Bewerbung - welche würdest du potenziellen Studenten nennen?

  1.  Nahtloses Weiterführen des deutschen Studiums und damit kein Zeitverlust für die Examensvorbereitung
  2.  Traumhafte Landschaft und vielseitiges Freizeitangebot
  3.  Erlernen der französischen Sprache

 

Würdest du dich wieder so entscheiden?

Jederzeit! Meine zwei Auslandssemester in Lausanne waren die beste Zeit meines Studiums. Ich habe in dem Jahr viel gelernt und gearbeitet, aber auch unglaublich schöne Momente erlebt. Ich war gemeinsam mit Kommilitonen Skifahren, habe segeln gelernt und mein Französisch enorm verbessert. Vor allem haben wir bei zahlreichen Stunden in der Bibliothek und anschließenden gemeinsamen Kochabenden im Wohnheim besondere Freundschaften geschlossen, die heute noch bestehen und hoffentlich noch jahrelang bestehen bleiben werden. In Lausanne schließt man oft Bande fürs Leben.

 

03. August 2016

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