altText

Vom Campus zum Schampus!

Juristen auf den roten Teppichen dieser Welt...


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 25.03.2018

 

Dass das Jurastudium erfolgreiche Menschen hervorbringt, die sogar die Welt verändern können, ist nichts Neues. Doch vom Jurastudium in das Showbusiness ist tatsächlich kein gewöhnlicher Weg. Doch auch Juristen mischen sich auf den Galas und roten Teppichen unter die Reichen und Schönen, lediglich ihre juristische Laufbahn ist oft nicht so bekannt!

 

Lieber VIP anstatt BIB

So oder so ähnlich könnte man das Leben von Chiara Ferragni, ihrerseits bestbezahlteste Bloggerin der Welt, bezeichnen. Die junge Italienerin fing dennoch in der Bib an und entschied sich zunächst für - wenig überraschend -  ein Jurastudium an der Bocconi Universität in Mailand.

Neben dem Jurastudium interessierte sich die hübsche Chiara hauptsächlich für Mode, Lifestyle, Reisen und Fotografie. Ein Mix von Hobbys, die sie kurzerhand zusammenwarf und - man könnte sagen - einmal in der Salatschüssel durchmischte, und herauskam: „The Blonde Salad“. Was zunächst vielleicht irreführend nach einem haarigen Salat klingt, ist ein Lifestyle Blog, den sie zunächst als Hobby neben dem Studium betrieb. Doch „The Blonde Salad“ erfreute sich von Anfang an an größter Beliebtheit und die Abozahlen schossen bereits nach wenigen Wochen durch die Decke. Lag es an unternehmerischem Geschick, ihrem fantastischen Aussehen, der Bereitschaft, fast das ganze Leben zu dokumentieren oder die Kombination von alledem, Chiara Ferragni kann es egal sein, denn bereits nach wenigen Wochen erreichten Sie die ersten Kooperationsanfragen von großen Labels.

Mittelständische Kanzlei
SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

SYLVENSTEIN Rechtsanwälte


Erfahre mehr über diesen Arbeitgeber und finde heraus, was ihn ausmacht.


Das einstige Hobby wird nun zum Beruf und Chiara Ferragni wechselt von der Bibliothek auf die Laufstege und in die Jurys der Modewelt. Heute hat sie über eine Millionen Likes auf Facebook, fast vier Millionen Follower auf Instagram und ihre Tweets werden immerhin von einer halben Million Menschen gelesen. Längst hat sie aus ihrem Blog ein familiengeführtes Unternehmen gemacht. Ob sie während ihres Studiums die entsprechenden gesellschaftsrechtlichen Basics erwerben konnte, ist dabei leider nicht überliefert, wohl aber, dass ihr Unternehmen mittlerweile über 20 Mitarbeiter verfügt, im Jahr 2014 einen Umsatz von rund sechs Millionen Euro erzielte und eine eigene Schuhmarke hat.

Aus der Bloggerin und Studentin ist eine Businessfrau und eine Marke mit Weltcharakter geworden. Chiara Ferragni lebt nun nicht mehr hauptsächlich in Mailand, sondern in Los Angeles. Sie bloggt aber aus sämtlichen Metropolen dieser Welt. Auch die gesponserten Outfit-Posts auf ihrem Blog sind seltener geworden. Heute geht es mehr um allgemeine Trends in Lifestyle, Beauty und Mode. Wenn überhaupt lächelt die ehemalige Jurastudentin heute in Luxusmarken wie Louis Vuitton oder Dior von der Titelseite der Vogue.

Es war zwar nicht die Juristerei per se, die es Chiara Ferragni ermöglicht hat, so durchzustarten, geschadet hat das Studium allerdings offensichtlich auch nicht.

 

VIP „und“ BIB!

…könnte das Motto von Amal Clooney gewesen sein. Die britisch–libanesische Ehefrau von Mr. Universe George Clooney himself ist eine Juristin, deren Lebenslauf so manchen Juristen vor Neid erblassen lassen möchte.

Die Tochter einer Journalistin und eines Professors für Wirtschaftswissenschaften machte nach deren Flucht aus Beirut, Libanon nach London ihren Bachelor of Laws an der University of Oxford in England, bevor sie ihren Master an der NYU School of Law in New York anschloss. Nach ihrer Ausbildung begann die junge Amal ihre Karriere bei der renommierten Großkanzlei Sullivan & Cromwell in New York, doch da hielt es sie nicht lange und schon bald arbeitete sie am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Informiere dich über weitere außergewöhnliche juristische Arbeitgeber, Standorte und aktuelle Jobs

Ihre nächste Station war die Rückkehr nach London zur Kanzlei Doughty Street Chambers, bei der sie seit 2010 tätig ist. Sie ist als Rechtsanwältin spezialisiert auf Menschenrechte und Internationales Strafrecht und hat bereits medienwirksame Fälle, wie den des Wikileaks Gründers Julian Assange oder den der ehemaligen Ministerpräsidentin der Ukraine, Julija Tymoschenko, betreut.

Scheinbar so ganz nebenbei ist Amal Clooney noch Mutter von Zwillingen, Ehefrau des Hollywoodstars George Clooney und engagiert sich sehr für sozial Schwächere. Zusammen haben die Clooneys sogar einen Flüchtling aus dem Irak aufgenommen. Der junge Jeside floh nach einem Anschlag auf ihn in die USA, hatte dort jedoch trotz legaler Einreise kaum Perspektive. Bis die Clooneys auf ihn aufmerksam wurden und sich entschieden, dem jungen Mann ein Studium und den Lebensunterhalt zu finanzieren, damit dieser auf eigene Füße kommen und später für sich selbst sorgen kann.

Die Ausreden werden also knapp, warum man neben Studium oder Karriere dieses und jenes nicht schafft. Amal beweist, dass Familie, Soziales Engagement und Karriere sehr wohl unter einen Hut passen und offensichtlich kann man dabei sogar noch stets super aussehen.

 

„Ich glaub', mein Tintenfisch kleckert“

Oder war es nicht doch das damals noch beliebte Tintenfässchen zum Schreiben seiner juristischen Hausarbeiten? Nein! Bud Spencers markanter Lieblingsspruch war tatsächlich genau so gemeint. Doch was hat das Multitalent, das sowohl Filmemacher, Schauspieler, Pilot und Olympionike war, denn bitte mit Jura zu tun?

Sehr viel, denn Spencer studierte früher Jura, genau genommen glänzte er sogar in seinem Studium. In gerade einmal sechs Monaten absolvierte er das Studium der Rechtswissenschaften, deutlich unter Regelstudienzeit. Die akademische Bezeichnung für einen fertig studierten Juristen ist in Italien der Dottore, wie sich Spencer später gerne spaßeshalber nennen ließ.(Apropos “nennen”: Bud Spencer hieß mit bürgerlichem Namen eigentlich Carlo Pedersoli, hatte sich jedoch in Anlehnung an sein Vorbild und Lieblingsschauspieler Spencer Tracy für seinen Künstlernamen entschieden.)

Doch abgesehen von einem aufgeweckten Juristen, was genau war Bud Spencer nun eigentlich wirklich alles in seinem vielseitigen Leben?

Spencer - damals natürlich nur bekannt als Carlo Pedersoli - wurde am 31. Oktober 1929 in Neapel geboren. Bereits in jungen Jahren begann er mit dem Schwimmsport und war dort, genauso wie in der Schule, direkt ein Überflieger. Zwei übersprungene Klassen später begann er mit gerade einmal 17 Jahren ein Chemiestudium an der Universität in Rom, führte dieses jedoch nie fort, da seine Familie nach Südamerika auswanderte. Dort übernahm Spencer zunächst einfache Nebenjobs, stieg jedoch schnell zum Sekretär in der italienischen Botschaft in Montevideo auf. Hier kam er wohl das erste Mal auf den Geschmack, Jura zu studieren. Nach 2 Jahren “im Exil” kehrte er zurück nach Rom und begann dort sein Jurastudium.

Neben dem Studium blieb ihm stets der Schwimmsport erhalten. Mehrfacher italienischer Meister in verschiedenen Schwimmstilen und ein Platz in der Nationalmannschaft im Wasserball führten schließlich zu zwei Olympiateilnahmen, 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne. Die ganz großen Erfolge blieben dabei dennoch aus und mit 27 Jahren beendete er seine Schwimmkarriere.

Statt nun auf sein Jurastudium zurückzugreifen und diese Karriere auszubauen, besann sich Spencer eines Anderen und legte sein Augenmerk auf die Filmwelt. Früher schon hatte er kleinere Nebenrollen übernommen, und zusammen mit seinem kongenialen Partner Terence Hill starteten die Beiden schließlich als Comedyduo und Italo/Western–Raufbolde so richtig durch. Gemeinsam wurden sie die Begründer der „Hau–Drauf–Comedy“, wobei beide, trotz teilweise kritisierter Gewalt, stets herzensgute Figuren verkörperten.

Nebenbei versuchte sich Spencer mit Erfolg als Musiker, mit weniger Erfolg als Politiker sowie Unterstützer Silvio Berlusconis. Er war sowohl Pilot als auch Mitgründer der noch heute existenten Fluglinie Mistral Air.

Auch nach seinem Tod im Sommer 2016 hat Spencer noch eine riesige Fangemeinde; es gibt sogar ein Tributalbum über ihn und Terence Hill mit dem Namen „A Street Tribute to Bud Spencer & Terence Hill“. In den Herzen seiner Fans lebt er dabei stets vor allem als gutmütiger Raufbold, lebensfroher Mensch und absolutes Multitalent weiter.

 

Späte Rache am Gesetz?

Gerard Butler hat spät Rache an Jura, Justiz und Gesetz geübt? Man könnte es fast meinen, betrachtet man seine Vita genauer.

Der in Schottland geborene, von irischen Wurzeln abstammende junge Gerard nahm an der Universität in Glasgow sein Jurastudium auf. Das Jurastudium gefiel ihm so sehr, dass sein Engagement ihn bis zum Präsidenten der juristischen Studentenvereinigung aufsteigen ließ. Die britische Ausbildung forderte damals wie heute jedoch neben der universitären auch eine praktische Ausbildung, ähnlich des bei uns bekannten Referendariats. Hier knirschte es plötzlich erstmals in Butler’s Karriere. Trotz Ausbildungsstelle in einer hoch angesehenen Glasgower Kanzlei kam er immer häufiger nicht zur Arbeit oder hatte schwere Aussetzer. So verlor er bald seinen Job, genauso wie er damals auch seine Zukunftsperspektive aus den Augen verlor. Viele Jahre später im Jahr 2012, erklärte Butler, er hätte damals ein schweres Alkoholproblem gehabt.

Daraufhin änderte er sein Leben vollständig, wurde trocken und trank seitdem nie wieder einen Schluck Alkohol. Stattdessen widmete er sich der Unterstützung anderer sozial Schwacher. Vor allem aber begann seine Karriere als Schauspieler, nachdem er eher zufällig in London von einem Produzenten angesprochen wurde und so zu seiner ersten Bühnenrolle kam. Nach einigen weiteren Theaterauftritten wechselte Butler in die Filmbranche und drehte mit Filmgrößen wie Pierce Brosnan im James Bond Film „Der Morgen stirbt nie“, Angelina Jolie, Matthew McConaughey und sogar dem Deutschen Till Schweiger.

Doch das reichte Butler noch nicht, er wurde zusätzlich Filmproduzent. Besonders interessant ist dabei das Thema seines ersten eigenen Films “Gesetz der Rache”, bei dem er selbst die Hauptrolle des Clyde Shelton spielt.

Butler verkörpert dabei einen Rächer am Justizsystem, der überall Lug und Trug vermutet und einen blutigen Rachefeldzug gegen alle Beteiligten eines Verfahrens, das mit dem Tod seiner Familie in Zusammenhang stand, führt.

Auf die Frage, ob der Film eine späte Rache am System für ihn persönlich sei, winkte Butler jedoch ab und erklärte, dass ihn das Thema an sich immer interessiert hatte und auch ein Mitgrund für sein Studium war. Von Rache könne jedoch keine Rede sein.

 

Wie man sieht, stehen einem auch nach dem Jurastudium noch alle – vielleicht auch ganz andere – Wege offen. Betrachtet man Chiara Ferragni, Amal Clooney, Bud Spencer oder Gerard Butler, zeigt sich: Das Jurastudium war für all diese Stars eine gute Grundlage für ihr erfolgreiches Leben. Gleichzeitig zeigen diese Fälle auch, dass eine Karriere nicht immer geradlinig verläuft und Rückschläge oft nur der Beginn von etwas Großem und Neuem sind!

 


Auch interessant:

 

Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

Juristische Arbeitgeber, Jobs oder Events. Exklusiv für Mitglieder!

Mit der Bewerbung mit Profil kannst du dich in Sekundenschnelle bei den Arbeitgebern bewerben.

Hat dir der Artikel gefallen? Feedback geben


Talente haben sich auch diese Artikel durchgelesen:

Fachbereiche und Karrierewege

7 Dinge, die ein schlechter Chef nicht kann

So gehst du mit unprofessionellen Vorgesetzten um

Fachbereiche und Karrierewege

Verbeamtung als Jurist*in – Top oder Flop?

Das sind die Voraussetzungen für die Verbeamtung

Fachbereiche und Karrierewege

Die Gehaltsfrage: Jurist*in im öffentlichen Dienst 

Von Besoldungsgruppen und Steuern