JavaScript ist nicht aktiviert!
Wichtige Juristen im Portrait - zwei Menschen, zwei juristische Laufbahnen

Arbeitgeber im Gespräch  |  Lifestyle & Fun Facts Jura

Wichtige Juristen im Portrait - zwei Menschen, zwei juristische Laufbahnen

Die Karriere von Heiko Maas und Bettina Limperg

#Interview

Warum wir studieren, wissen wir. Was aus dem Studium wird, wissen wir noch nicht unbedingt. Wie der Weg in die Berufswelt aussieht, können wir nur erahnen. 
Andere haben es bereits geschafft: Es gibt zahlreiche interessante Juristen in Deutschland mit spannenden Aufgaben und eindrucksvollen Lebensläufen, von denen zwei hier vorgestellt werden.

 

„Ich laufe, weil… es Spaß macht und ich dabei bestens Aggressionen abbauen kann, die sich in der politischen Auseinandersetzung schon mal aufstauen können.“

Dieses Zitat (aus der Lauf Szene Saar) stammt von dem ersten Juristen, der hier vorgestellt wird und zeigt gleich, welche Lasten bei führenden Positionen anfallen können und wie man sich davon befreien kann. Es handelt sich dabei um den Inhaber des vielleicht wichtigsten juristischen Postens in unserem Land: dem Bundesminister der Justiz, Heiko Maas*.
 

Vom Fließband an die Uni

Die Karriere von Heiko Maas begann zunächst, recht überraschend, mit einem einjährigen Job am Fließband in einer Ford-Fabrik nach dem Abitur. Nachdem er seine eigene Zukunft jedoch nicht in der Automobilbranche sah, begann er 1989 an der Universität des Saarlands ein Studium der Rechtswissenschaft. Gleichzeitig trat er damals der sozialdemokratischen Partei (SPD) bei. Sieben Jahre später schloss er sein Studium mit dem zweiten Staatsexamen ab. Bereits mit 30 Jahren, 1996, holte ihn der damalige SPD Ministerpräsident Lafontaine als Staatssekretär in das Saarländische Umweltministerium. Es deutete sich somit bereits früh eine steile Karriere an. 
 

Politisch gebremst, Karriere beschleunigt

Allerdings schlug in den Folgejahren die Stunde der CDU – so wurde die Karriere des Heiko Maas zunächst verlangsamt. Doch der begeisterte Triathlet bewies nicht nur auf der Rennstrecke Ausdauer. Auch die Karriereleiter kletterte er weiter nach oben. Seit Dezember 2013 ist er nun auf seinem bisherigen Höhepunkt angekommen: dem Posten als Justizminister. 
 

Warum wir ihn unter anderem kennen

Besondere Aufmerksamkeit, gerade unter Juristen, erweckte er dabei im Februar 2014 mit seinen Ansätzen, die gesetzlichen Mordmerkmale genau prüfen zu lassen und eventuell zu überarbeiten. Eine Umstrukturierung des Mordparagraphen steht seitdem im Fokus.

 

Die Karriere von Heiko Maas zeigt: Die Wege, die wir einschlagen, sind selten vorhersehbar! Durchhaltevermögen und politisches Engagement haben im Fall von Heiko Maas vom Fließband ins Zentrum der Macht geführt.

 

 


"Rechtsprechung auf höchstem Niveau und in angemessener Zeit für die rechtssuchenden Bürger sicherzustellen"

Das antwortete die nächste Persönlichkeit auf die Frage, welche Ziele Sie sich für ihre Rolle als Präsidentin des Bundesgerichtshofs gesetzt habe. Die Rede ist von Bettina Limperg**, der ersten Frau an der Spitze des Bundesgerichtshofs. Ihre Berufung an den Bundesgerichtshof im Mai 2014 nach Karlsruhe bedeutete für die in Freiburg und Tübingen studierte Juristin eine Wiederkehr an die Wurzeln ihrer Karriere. Denn bereits von 1994 bis 1996 war Sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht beschäftigt. 
 

Frauenpower auf der Karriereleiter

Ihre Karriere nach dem Studium begann Limperg als Staatsanwältin und Richterin auf Probe in Stuttgart. Von dort ging ihre Karriere in der Justiz steil nach oben. Über das Landgericht Stuttgart und ihre Zwischenstation als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe kam sie ans Oberlandesgericht Stuttgart. Von dort ging es in führende Positionen im Amtsgericht und später im Landgericht. Im Juni 2014 wurde Richterin Limperg vom Bundeskabinett an den Bundesgerichtshof in Karlsruhe berufen.
 

Warum sie einzigartig ist

Besonders beachtlich ist, dass Sie nicht nur drei Monate später bereits Präsidentin des Bundesgerichtshofs wurde, sondern im Gegensatz zu ihren acht männlichen Vorgängern weder einen Senat des Bundesgerichtshofs noch eines Oberlandesgericht leitete. Richterin Limperg selbst ist stolz auf ihren erfolgreichen Werdegang als Frau in der Justiz und wertet diesen als gutes Zeichen für die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

 

Auch diese Karriere zeigt deutlich, wie sehr sich ein frühes Engagement auszeichnen kann. Ob ihre Rückkehr nach Karlsruhe ein Zufall war oder nicht, geschadet hat ihr die frühere Tätigkeit am Bundesverfassungsgericht nicht. Gerade in den ersten Jahren eines Karrierestarts können verschiedenste Stationen einen Lebensweg bereits einleiten und prägen.

 

*Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz; Pressefoto der SDP Saarland
**Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofs; Foto von Anja Koehler

 

04. Januar 2016

Ähnliche Themen


Latein Begriffe Jura im Überblick - Karrieremagazin TalentRocket

Jura-Latein für Angeber!

Die Top 30 lateinischen Begriffe und Wendungen im Recht

weiterlesen
Mandantenaquise leicht gemacht - Jura Knigge Teil 3

Mandanten-Knigge Jura - Teil 3

Leitfaden, wie die Akquise funktioniert...

weiterlesen
Abkürzungen und Eselsbrücken für die Examensvorbereitung - Öffentliches Wirtschaftsrecht
Gefahr Burnout - auch für Juristen?

Juristischer Erfolg zu jedem Preis?

Wann droht der Burnout und liegt dieser nur am Beruf?

weiterlesen
Zu welcher Spezies ordnest du dich als Jurist ein?

Welcher Typ Jurastudent bist du?

Bist du eher der Karrierist, der angehende Politiker oder doch der Moralist...?

weiterlesen
als Anwalt Arbeit und Leben in Einklang bringen? Möglich? - TalentRocket Karriere-Magazin

Work-Life-Balance in Kanzleien?

Realität oder unrealistische Wunschvorstellung?

weiterlesen