Die Steuerberaterprüfung: anspruchsvoll mit hoher Durchfallquote
Zwar ist die Prüfung zum Steuerberater vielleicht nicht ganz so schwierig und umfangreich wie das Staatsexamen, dennoch gilt sie als sehr anspruchsvoll – 2024 sind knapp 48% der Prüflinge an der schriftlichen Prüfung gescheitert*. Konkret besteht die Prüfung aus drei Klausuren, für welche du jeweils sechs Stunden Bearbeitungszeit bekommst.
Die schriftliche Prüfung erfolgt dabei heute flächendeckend als E-Examen. Für Jurist:innen, die das Staatsexamen noch klassisch handschriftlich absolviert haben, ist dies eine Umstellung, die sie in der Vorbereitung (z. B. durch digitale Klausurentrainings) gezielt berücksichtigen sollten. Schwerpunkte liegen dabei auf Verfahrensrecht, Bilanzsteuerrecht sowie Ertragsteuerrecht.
Die schriftliche Steuerberater-Prüfung ist jedoch nur die erste Hürde auf dem Weg zu deinem Traumjob: Ist diese erst einmal geschafft, musst du noch die mündliche Prüfung bestehen. Diese dauert rund 90 Minuten und umfasst sechs Prüfungsgebiete. Zudem gehört ein kurzer Vortrag zu einem betriebs- und volkswirtschaftlichen Thema dazu, das du vor dem Beginn der Prüfung erhältst.
Beaufsichtigt und bewertet werden deine Leistungen von einer sechsköpfigen Prüfungskommission, welche für die beiden Prüfungsteile Noten vergibt. Bestanden hast du, wenn du auf einer Skala von 1 bis 6, welche du schon aus der Schule kennst, mindestens eine 4,15 erreichst, wobei die mündliche und schriftliche Prüfung zu gleichen Teilen in die Bewertung einfließen.
Bestehst du die Prüfung nicht, bekommst du zunächst eine zweite Chance. Sogar ein drittes Mal kannst du die Prüfung wiederholen. Wenn es dann aber nicht klappt, ist es endgültig vorbei.
*Quelle: Bundessteuerberaterkammer