Leander Dubbert und Alisha Andert | New Lawyers, der TalentRocket-Podcast

 Veröffentlicht am 08.07.2021.

Als Jurist im Auswärtigen Amt

Leander Dubbert bei New Lawyers

Das Auswärtige Amt zählt seit jeher zu den beliebtesten Arbeitgebern für Jurist:innen. Nach dem zweiten Examen hat Leander Dubbert dort seinen Berufseinstieg gemacht und war für eineinhalb Jahre als Visa Officer in der deutschen Botschaft in Teheran, Iran. Über Diplomatie, das Leben in Teheran und warum er heute als Anwalt arbeitet, spricht er mit Alisha Andert.


Dass sein Weg ihn einmal in internationale Gefilde führen würde, wusste Leander Dubbert schon früh. Während eines Familienurlaubs in New York und dem dortigen Besuch der Vereinten Nationen, kündigte er an, hier einmal zu arbeiten. Nach absolvierten Jurastudium führte der Weg im Referendariat allerdings nicht zu den Vereinten Nationen nach New York, sondern in das Auswärtige Amt, wo er seine Wahlstation absolvierte und im Anschluss des Zweiten Examens ebenfalls den Berufseinstieg machen würde.

 

Diplomatie als Gegenentwurf zum Anwaltsberuf?

Worauf kommt es in der Diplomatie an beziehungsweise wodurch definiert sie sich? Mit Verweis auf Wolfgang Ischinger, der als deutscher Botschafter in Washington und in London gewesen ist, steht für Leander Dubbert insbesondere der Kompromiss im Vordergrund: ”In der Diplomatie arbeitet man auf ein Win-Win hin.”

Eine Situation, in der am Ende beide Seiten zufrieden sind davon profitieren? Einige Anwält:innen verziehen hier womöglich schon das Gesicht und nicht ganz unpassend erinnert sich Leander Dubbert an seinen ehemaligen Ausbilder in der Zivilstation, der sagte, dass ein Kompromiss gut sei, wenn beide Seiten unzufrieden seien. Gleiches gilt nicht selten auch für Gesetzentwürfe.

Ist damit das Berufsbild des Diplomaten nicht gewissermaßen konträr zum klassischen Beruf des Anwalts bzw. der Anwältin, die doch lediglich auf die Vorteile für ihre Mandant:innen hinarbeiten? Einerseits ließe sich das bestimmt so interpretieren, andererseits – man denke hier beispielsweise an M&A Deals – ist es grundsätzlich im Interesse beider Parteien, eine Einigung zu finden und dass der Deal zustande kommt. Es kommt eben drauf an.

In der Diplomatie arbeitet man auf ein Win-Win hin.
Leander Dubbert

Das Bewerbungsverfahren für das Auswärtige Amt

Grundsätzlich müsse hier schon zwischen der klassischen Diplomatenlaufbahn beziehungsweise der Aufnahme in die Akademie des Auswärtigen Amtes und dem Bewerbungsverfahren, das man als Zeitarbeiter durchläuft, unterschieden werden, auch wenn die Abweichungen hier nur marginal seien, so Leander Dubbert. 

In dem mehrstufigen Auswahlverfahren erwarten Bewerber:innen nicht nur ein schriftliches Auswahlverfahren, in dem die Kenntnisse in verschiedenen bereichen wie Geschichte oder Politik abgefragt werden. Ebenso zählt zu dem schriftlichen Auswahlverfahren das Verfassen schriftlicher Aufsätze zu zentralen politischen Fragestellungen und die Überprüfung der notwendigen Sprachkenntnisse.

Nach dem Bestehen des schriftlichen Auswahlverfahrends folgt das mündliche Auswahlverfahren. Neben dem Gespräch mit einer mehrköpfigen Kommission, Einzelvorstellungsgesprächen oder Gruppenaufgaben, erwarten Bewerber:innen ebenfalls Einzelgespräche mit den beratenden Psycholog:innen. Worauf hier konkret geachtet wird? “Das wisse vermutlich nur das Personalreferat des Auswärtigen Amtes im Detail, aber neben interkulturellen Kompetenzen wird unter anderem geprüft, wie man in bestimmten Stresssituationen reagiert. Eine Frage wäre beispielsweise, wie man reagiere, wenn muslimische Gäste auf einem Grillfest im Gastland, zu dem man eingeladen hat, das Grillgut ablehnt. Die kulturellen Eigenheiten des voraussichtlichen Gastlandes werden hier meist thematisiert, in meinem Fall standen verschiedene muslimische Länder auf der Liste der zu besetzenden Posten.

Für 18 Monate in Teheran 

Als einziger Volljurist in der Bewerberkohorte führte der Weg nach Teheran, in die deutsche Botschaft im Iran. Als Widerspruchsentscheider ist Leander Dubbert Teil des Remonstrationsteams gewesen und hat darüber hinaus die Ausbildung der Referendar:innen übernommen. 

Während viele Teheran vermutlich nur aus den Nachrichten kennen oder – so wie Alisha Andert – aus der gleichnamigen Apple Tv Serie kennen, hatte Leander Dubbert die Gelegenheit, etwas mehr hinter die Kulissen der Stadt zu schauen und sie ungefilterter kennenzulernen.

Wie er das Leben vor Ort und die Arbeit in der Botschaft erlebt hat und warum er sich nun doch (vorerst) für den Anwaltsberuf entschieden hat, hörst du bei New Lawyers.

 

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