Interview Wissenschaftlicher Mitarbeiter
IP/Competition

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Mitarbeit bei Arnold Ruess entschieden?
Bereits im Rahmen meines ersten Staatsexamens habe ich mich im Schwerpunkt mit dem IP-Recht befasst. Für mich stand früh fest, dass ich diesen Bereich auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Kanzlei vertiefen möchte. Beschäftigt man sich mit Kanzleien auf diesem Gebiet, stößt man schnell auf Arnold Ruess. Deshalb habe ich mich dort beworben und glücklicherweise eine Zusage erhalten.
Seit wann sind Sie bei der Kanzlei Arnold Ruess und wie sind Sie zur Kanzlei gekommen?
Ich bin seit einem Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei AR tätig. Bewusst habe ich eine langfristige Position gesucht, da ich promotionsbegleitend arbeite. Die Abwechslung zwischen der vertieften wissenschaftlichen Arbeit an einem bestimmten Thema und der praxisnahen Mitarbeit an Fällen in unmittelbarer Nähe zur anwaltlichen Tätigkeit hat mich von Beginn an gereizt. Eine Tätigkeit am Lehrstuhl kam für mich daher nicht wirklich in Betracht.
Was ist das Besondere an Arnold Ruess?
Arnold Ruess ist eine hochspezialisierte Kanzlei im IP-Recht. Sie deckt sowohl "Soft IP" als auch Patent-Litigation ab, was für mich eine willkommene Abwechslung darstellt. Die Arbeit ist facettenreich, kein Tag ist wie der andere.
Besonders interessant finde ich die für dieses Rechtsgebiet typische Mischung aus tatsächlichen Recherchen zu Produkten, Marken und Unternehmen einerseits und der Beantwortung klassischer rechtlicher Fragestellungen andererseits.
Darüber hinaus existiert bei AR ein ausgeprägter Teamspirit: Die Hierarchien sind flach, und man wird früh inhaltlich eingebunden. Der Umgang ist in der Sache anspruchsvoll, aber stets respektvoll und in meinen Augen oft sogar freundschaftlich – das schätze ich sehr.
Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich IP/Competition für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter aus?
Wie bereits gesagt, sind die Tage oft sehr unterschiedlich. Man arbeitet an verschiedensten Mandaten mit und darf – nach einiger Zeit – auch bereits an Endprodukten mitwirken und eigene Entwürfe erstellen. Insgesamt ist es so, dass man durch den engen Austausch mit den Anwältinnen und Anwälten sehr viel mitbekommt und auch komplexere Fälle besser versteht. Die eigene Arbeit fügt sich dabei häufig in ein größeres Konstrukt ein, das man teils über Wochen und Monate begleitet und zu dem man immer wieder Updates oder weitere Aufgaben erhält – das ist sehr spannend!
Wenn Verhandlungen anstehen, dürfen wir teilweise auch bei Gericht dabei sein. Das ist ohnehin das Schöne an einer Litigation-Boutique: Hier findet Jura tatsächlich noch den Weg in die Gerichtssäle!
Wie werden Referendare / wissenschaftliche Mitarbeiter von Arnold Ruess gefördert?
Man bekommt von Beginn an spannende Aufgaben und echte Einblicke in die Mandatsarbeit. Jedem WiMi wird ein Mentor zur Seite gestellt, der einen bei den ersten Schritten begleitet, Tipps gibt und zusätzlich Aufgaben mit einer gewissen Ausbildungsintention vergeben kann.
Einmal im Jahr finden auch für WiMis Review-Gespräche statt, in denen man einen Zwischenstand zur eigenen Arbeit erhält, aber auch selbst Punkte ansprechen kann, die man als verbesserungswürdig empfindet.
Außerdem stellt jeweils ein anderer WiMi einmal pro Woche eine Entscheidung des UPC im Rahmen des sogenannten "UPC-Updates" vor. Dadurch hat man die Chance, sich selbst nochmals vertieft mit einer einzelnen Entscheidung zu befassen und den eigenen Vortragsstil zu verbessern – was für die spätere Tätigkeit als Anwalt sehr hilfreich sein dürfte.
Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein Referendar / wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich IP/Competition mitbringen?
Auch wenn ich persönlich meine Vorkenntnisse aus dem Studium im IP-Bereich als hilfreich empfunden habe, habe ich mehrere Kolleginnen und Kollegen, die vorher kaum oder gar keinen Kontakt mit diesem Rechtsgebiet hatten und trotzdem sehr schnell damit warm geworden sind.
Hilfreich sind vor allem sorgfältiges Arbeiten und Recherchieren, Freude am Umgang mit Sprache sowie die Bereitschaft, eigene (teilweise auch kreative) Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die sehr international ausgerichtete Arbeit ist zudem Interesse an der englischen Sprache und an internationalen Zusammenhängen definitiv von Vorteil.
Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsalltag passiert ist?
Ich muss sagen, dass Gerichtsverhandlungen, an denen man teilnehmen darf, für mich immer ein Highlight darstellen, weil die Argumente aus den Schriftsätzen ihren Weg in die "Wirklichkeit" finden. In der Sache wird dann noch einmal richtig um das beste Argument gerungen.
Ein persönliches Highlight war außerdem die Teamfahrt nach Athen, zu der alle Mitarbeiter der Kanzlei eingeladen wurden. Neben spannenden fachlichen Vorträgen war dieser Ausflug in meinen Augen auch für das Teamgefüge sehr bereichernd und man hat einige Kolleginnen und Kollegen noch einmal auf einer freundschaftlicheren Ebene kennenlernen dürfen.
Was ist das Beste an der Arbeit bei Arnold Ruess?
Der Teamgeist: Die Zusammenarbeit ist stets von Respekt und kollegialem Miteinander geprägt. Mittags gehen die WiMis häufig mit den Anwältinnen und Anwälten essen, sodass fast schon eine freundschaftliche Basis entsteht. Auch privat unternimmt das WiMi-Team regelmäßig etwas gemeinsam; insgesamt sind wir ein echtes, eingespieltes Team.
Was ist Ihr Ausgleich zum Büroalltag?
Ich verbringe viel Zeit mit Familie und Freunden. Durch die Promotion sitze ich jedoch auch abseits der Arbeit bei AR häufig am Schreibtisch, weshalb Sport für mich ein wichtiger Ausgleich ist. Vor einigen Monaten habe ich mit dem Golfen begonnen. Auch wenn noch nicht alles gelingt, hat mich der Ehrgeiz gepackt. Die Zeit an der frischen Luft empfinde ich als besonders erholsam.
Welche drei Begriffe assoziieren Sie mit dem Wort Jura?
Gesellschaftliche Zusammenhänge, Verantwortung und Lösungen – für mich sind das die Begriffe, die Jura am besten beschreiben.
Sie planen ein Jura-freies Wochenende auf einer einsamen Insel und dürften drei Dinge mitnehmen. Welche wären das?
Freunde, Musik und Sonnencreme.
Welchen Tipp würden Sie Nachwuchsjurist:innen gerne mitgeben?
Ich sehe mich selbst wahrscheinlich noch als Nachwuchsjurist, deshalb ist es schwer, große Ratschläge zu geben. Für mich persönlich hat es immer geholfen, offen für Neues und neugierig zu bleiben. Gerade am Anfang muss man auch bereit sein, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Am Ende braucht es, wie wohl bei fast allem im Leben, etwas Durchhaltevermögen und Fleiß – ganz ohne wird es in unserer Bubble ziemlich eng.