Interview Referendarin
Notariat

Warum haben Sie sich für ein Referendariat bei Heckschen & Salomon entschieden und wie sind Sie zum Notariat gekommen?
Gleich zu Beginn meines Referendariats bin ich auf das Notariat Heckschen & Salomon aufmerksam geworden. Prof. Heckschen hatte zu einer Case Study im Garten des Notariats eingeladen, bei der wir in Kleingruppen einen Fall mit erb- und
gesellschaftsrechtlichen Bezug bearbeitet haben. Diese offene Atmosphäre und die inhaltliche Vielfalt in diesem auf den ersten Blick „klaren“ Fall haben mein Interesse am notariellen Arbeiten geweckt. Besonders beeindruckt haben mich auch die Größe und der Umfang des Notariats sowie die große Bandbreite der dort behandelten Rechtsgebiete. Daraufhin habe ich mich direkt für meine Wahlstation im Notariat beworben und erhielt zeitnah eine Zusage.
Wann waren Sie beim Notariat Heckschen & Salomon?
Ich war im Rahmen meiner Wahlstation während des Referendariats für drei Monate – von Februar bis Mai 2025 – im Notariat Heckschen & Salomon tätig.
Was ist das Besondere an Heckschen & Salomon? Wie sieht die tägliche Arbeit für einen Referendar / Wissenschaftlichen Mitarbeiter aus?
Das Notariat Heckschen & Salomon beschäftigt ca. 50 Mitarbeiter, dennoch hat es eine sehr familiäre Atmosphäre. Schon in den ersten Tagen ist mir aufgefallen, wie freundlich und hilfsbereit alle Mitarbeitenden sind. Bei Fragen stand jederzeit jemand zur Verfügung und bereits nach kurzer Zeit fühlte ich mich im Team integriert.
Die Arbeit im Notariat ist ausgesprochen abwechslungsreich. Als Referendarin konnte ich an zahlreichen Erstgesprächen, Folgeterminen und Beurkundungen teilnehmen. Daneben durfte ich häufig auf Grundlage der Protokolle der Notare aus den Erstgesprächen ersten Entwürfe für beispielsweise Kauf- oder Erbverträge verfassen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden an den Akten arbeiten. Ich konnte außerdem jederzeit an Terminen der Notare teilnehmen, um möglichst viele Einblicke in die tägliche Arbeit zu gewinnen.
Besonders spannend war dabei auch der direkte Kontakt zu den Mandanten, etwa bei Rückfragen oder Abstimmungen am Telefon. Besonders hat mir auch gefallen, an einem längeren Mandat im Gesellschaftsrecht mitzuarbeiten, das ich während meiner gesamten Zeit begleiten durfte – von dem ersten Gespräch bis hin zum nahezu fertigen Vertragsentwurf. Im Rahmen der dortigen Recherche konnte ich später sogar an eine Veröffentlichung mitwirken, was eine tolle Erfahrung war.
Hervorzuheben ist auch das angenehme Miteinander unter den Referendaren und wissenschaftliche Mitarbeitenden. Wir teilten uns zu dritt ein Büro. Dabei standen wir uns bei Fragen jederzeit zur Seite und unterstützten uns gegenseitig. Dadurch entstand nicht nur eine produktive Lernatmosphäre, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis, das über die drei Monate hinaus fortbesteht.
Wie werden Referendare / Wissenschaftliche Mitarbeiter von Heckschen & Salomon gefördert?
Die Förderung der Referendare erfolgt neben der engen Mitarbeit an den Akten, auch durch die regelmäßige Teilnahme an den Vorträgen der Notare. Sowohl Herr Prof. Heckschen als auch Herr Dr. Salomon halten regelmäßige Fortbildungen für Juristen und Mitarbeitende im juristischen Umfeld zu aktuellen zivilrechtlichen Themen. Wir wurden aktiv ermutigt, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Sie boten spannende Einblicke in komplexe juristische Fragestellungen und ermöglichten es uns, über den Stationsalltag hinaus neues Wissen zu gewinnen.
Darüber hinaus trugen die vielfältigen juristischen Gespräche mit den Mitarbeitenden entscheidend zur eigenen Ausbildung bei. Jeder von den Mitarbeitenden verfügt über ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung in seinem jeweiligen Rechtsgebiet, sodass man jederzeit wertvolle Einblicke und praktische Tipps erhält.
Eine besondere Form der Förderung der wissenschaftlichen Arbeitsweise bestand zudem in der Möglichkeit, an Veröffentlichungen als Co-Autorin mitzuwirken.
Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein Referendar / Wissenschaftlicher Mitarbeiter mitbringen?
Als Referendar dürften keine besonderen Vorkenntnisse notwendig sein. Ein Interesse am Zivilrecht, insbesondere im Gesellschafts-, Erb-, Familien und Sachenrecht ist allerdings hilfreich, da diese Bereiche einen großen Teil der notariellen Arbeit ausmachen. Ein allgemeines Interesse an wissenschaftlichen Arbeiten ist ebenso von Vorteil.
Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsalltag passiert ist?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mit die Teilnahme an einer außerordentlichen Hauptversammlung im Erzgebirge. Wir fuhren zu dritt – der Notar, eine Mitarbeiterin und ich als Referendarin – gemeinsam dorthin. Der gesamte Ablauf war äußerst spannend zu beobachten, vor allem, weil die Anwesenden im Vorfeld mit deutlich mehr Schwierigkeit gerechnet hatten, die dann jedoch vollständig ausblieben.
Ein weiteres unvergessliches Erlebnis war die Teilnahmen an einer Grundstücksauktion im Hygienemuseum. Es war faszinierend, den Ablauf einer solchen Auktion mitzuerleben – vom Bieten bis zur Zuschlagserteilung – und zu sehen, wie vielfältig das Publikum und die angebotenen Grundstücke dabei sind.
Sehr interessant fand ich persönlich auch die vielen Erstgespräche mit den Mandanten. Dabei erlebt man hautnah, mit welchen Anliegen, Fragen und Sorgen Menschen zum Notariat kommen. Kein Gespräch gleicht dem anderen – gerade diese Vielfalt macht die notarielle Arbeit für mich besonders spannend.
Was ist Ihr Ausgleich zum Büroalltag?
Mein Ausgleich zum Büroalltag ist abends zum Sport zu gehen, Freunde in der Neustadt auf einen Kaffee treffen und Spaziergänge entlang der Elbe. In Dresden lohnt sich auch immer ein Besuch in der Semperoper oder in den vielen Museen der staatlichen Kunstsammlung Dresden. Mit Herrn Prof. Heckschen ging es auch zu einem Fußballspiel von Dynamo Dresden.
Welche drei Begriffe assoziieren Sie mit dem Wort Jura?
Gesetzestexte, Rechtsstaat, Gericht
Welchen Tipp würden Sie Nachwuchsjurist:innen gerne mitgeben?
Genug Ausgleich vom Lernen schaffen. Mir persönlich hat außerdem eine Lerngruppe mit Freunden sehr geholfen, in der wir uns gegenseitig motiviert und in den anstrengenden Zeiten vor den Examina unterstützt haben.