Interview Partner

Dr. Barbara Koch-Schulte

Corporate

Das steht auf meiner Visitenkarte:

Rechtsanwältin und Steuerberaterin


Seit wann sind Sie bei der Kanzlei P+P Pöllath + Partners und wie sind Sie zu der Kanzlei gekommen?

Ich habe direkt nach meinem 2. Staatsexamen 2004 bei P+P angefangen. Mein Doktorvater, Prof. Dieter Birk, war bei P+P Of Counsel und hatte vor Beginn meiner Promotion ein Praktikum angeregt, dass ich in 2000 im Münchner Büro gemacht habe. Das hat mir so gut gefallen, dass ich gerne auch weiterhin Kontakt zur Kanzlei gehalten habe. Diese pflegt noch heute über Veranstaltungen etc. sehr intensiv den Kontakt zu ihren Praktikanten und Referendaren. So hatte ich bereits sehr früh eine feste Stellenzusage bei P+P vorliegen, was vor dem 2. Staatsexamen ein sehr beruhigendes Gefühl war.


Was ist das Besondere an P+P Pöllath + Partners?

P+P ist eine noch verhältnismäßig junge Kanzlei (Gründung 1997) mit Spezialisierungen auf Mergers & Acquisitions / Private Equity, Venture Capital, Gesellschaftsrecht, Kapitalmarktrecht, Prozessführung und Schiedsverfahren, Private Funds, Nachfolge und Vermögen, Steuerrecht, Immobilientransaktionen und besonders unternehmerischem Ansatz. Diese Ausrichtung hat sich bis heute gehalten, auch wenn einige Bereiche später hinzugekommen sind, wie z.B. Gesellschaftsrecht. Aufgrund dieser Spezialisierung können wir in den entsprechenden Feldern auf hohem Niveau beraten, obwohl wir im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit ca. 100 Berufsträgern nicht so groß sind. Auch die integrierte Beratung von Steuerrecht, die in allen Bereichen gelegt wird, ist aus meiner Sicht eine Besonderheit von P+P und ein absoluter Marktvorteil.  


Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich Corporate für einen Partner aus?

Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Beratung und Strukturierung von Managementbeteiligungen, insbesondere auch in steuerlicher Hinsicht. Aufgrund der produktbezogenen Ausrichtung umfasst meine Tätigkeit sowohl Vertragsverhandlungen, als auch den Entwurf von Verträgen aber auch Lohnsteueranrufungsauskünfte und die laufende rechtliche und steuerliche Beratung von Managementbeteiligungen. Je nachdem, wo gerade der Tätigkeitsschwerpunkt liegt, kann mein Tagesablauf eher einem Transaktionsanwalt ähneln oder einem klassischen Steuerberater. Das macht den Tag sehr abwechslungsreich.


Wie fördern Sie junge Berufsanfänger bei P+P Pöllath + Partners?

Berufsanfänger werden bei uns von Anfang an in das Tagesgeschäft eingebunden. Da wir mit kleinen Teams arbeiten, kommen die jungen Kollegen sehr schnell in Kontakt zu Mandanten. Für Ausbildungszwecke steht in den ersten drei Jahren ein Stundenkontingent von insgesamt 600 Stunden zur Verfügung. Dies kann nach Rücksprache mit dem zuständigen Partner für Seminare, aber auch für längere Ausbildungsgänge oder die Steuerberaterprüfung verwendet werden. Darüber hinaus haben wir seit einigen Jahren ein Non-legal skills-Programm, das verschiedene Module zur Förderung sog. Soft skills enthält, z.B. Präsentationstraining, Verhandlungstechnik, Leadership-Management etc. 


Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein Berufsanfänger mitbringen?

Wichtig ist uns, dass ein junger Kollege Offenheit und Motivation mitbringt. Natürlich sollte auch eine gewisse juristische Qualität gegeben sein, denn Qualität ist unser wichtigstes Gut bei der Beratung. Steuerrechtliche Vorbildung hilft ebenfalls, ist aber nicht zwingend. Englisch-Kenntnisse werden ebenfalls benötigt, da viele Verträge in Englisch abgefasst werden. Wichtig ist uns aber vor allem, dass die Chemie stimmt, denn wir wollen mit dem Kollegen ja möglichst lange zusammenarbeiten.


Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was Ihnen bisher in ihrem Berufsalltag passiert ist?

Als Berufsanfängerin im Steuerrecht habe ich bei der Beratung eines Mandanten geholfen, der aufgrund einer Ungenauigkeit im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern erheblichen Steuernachforderungen gegenüberstand. Diese hätten ihn bei Durchsetzung in die Insolvenz getrieben. In einer längeren Diskussion mit den Finanzbehörden konnten wir dies durch gute Argumente abwenden. Da habe ich gemerkt, wie existenznotwendig gute Beratung sein kann. Das finde ich heute noch motivierend.


Was ist das Beste an der Arbeit bei P+P Pöllath + Partners?

Der freundschaftliche Umgang miteinander. Und außerdem können wir bei den entsprechenden Gelegenheiten sehr gute Parties feiern.


Welche Einschränkungen bringt der Beruf mit sich?

Wir sind Dienstleister. Als solche hängen wir von den Bedürfnissen und Zeitplänen unserer Mandanten ab. Dies bedeutet, dass man auch einmal private Termine verschieben oder absagen muss bzw. abends auch einmal länger bleiben muss. Dies ist aber nicht die Regel und gehört in unserem Tätigkeitsfeld einfach dazu.


Was ist Ihr Ausgleich zum Büroalltag?

Sport und meine Familie, so oft wie möglich.


Welche drei Begriffe assoziieren Sie mit dem Wort Jura?

Analytische Fähigkeiten, Kommunikation (!) und Genauigkeit


Sie planen ein jura-freies Wochenende auf einer einsamen Insel und dürften nur drei Dinge mitnehmen. Welche wären das?

Meine Tochter, ein gutes Buch und ein UNO-Kartenspiel, weil meine Tochter das so gerne spielt.


Welchen Tipp würden Sie gerne jedem Nachwuchsjuristen mitgeben:

Trauen Sie sich etwas und probieren Sie Dinge aus, so lange Zeit dazu ist. Manche Dinge sehen aus der Entfernung anders aus, als aus der Nähe. Für Vorurteile ist später noch Zeit ;-).