Interview - Partner

Ulrich Helm

Managing Partner / Dispute Resolution (Prozessführung & Schiedsverfahren)

Das steht auf meiner Visitenkarte:

Managing Partner, Signature Litigation Frankfurt. Aber eigentlich steht da: Problemlöser für komplexe wirtschaftliche Streitigkeiten.

Seit wann bist du bei der Kanzlei Signature Litigation und wie bist du zur Kanzlei gekommen?

Ich habe das Frankfurter Büro als Gründungspartner eröffnet – Juli 2024. Der Schritt zu Signature war eine bewusste Entscheidung für eine spezialisierte Einheit: Wir wollten eine Plattform, die sich ausschließlich auf Konfliktlösung konzentriert – frei von den Interessenkonflikten, die man oft in großen Full-Service-Kanzleien hat. Das ermöglicht uns, Mandate anzunehmen, die andere ablehnen müssen.

Was ist das Besondere an Signature Litigation?

Das Besondere ist unser einzigartiges Modell der Gewinnbeteiligung und Mitbestimmung. Bei uns profitieren alle Mitarbeiter:innen direkt vom Erfolg der Kanzlei, nicht nur die Partner. Das schafft eine völlig andere, kooperative Kultur. Es gibt keine "Ellenbogen-Mentalität", sondern echtes Teamwork, weil wir alle buchstäblich im selben Boot sitzen. Für Bewerber bedeutet das: Ihr seid von Tag eins an unternehmerisch beteiligt.

Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich Dispute Resolution für eine:n Partner:in aus?

Kein Tag ist wie der andere. Es ist eine Mischung aus strategischer Planung hochkomplexer Verfahren, der Koordination internationaler Teams und natürlich der Arbeit am Mandat selbst – also Schriftsätze feilen und Verhandlungen führen. Als Managing Partner kommt natürlich die Weiterentwicklung unseres Standorts und des Teams dazu.

Wie werden junge Berufsanfänger:innen bei Signature Litigation gefördert?

Wir werfen niemanden ins kalte Wasser, aber wir lassen sie schwimmen. Bei uns arbeiten Associates direkt mit den Partnern zusammen, ohne künstliche Hierarchie-Ebenen dazwischen. Das bedeutet: Frühe Verantwortung, direkter Mandantenkontakt und Teilnahme an Gerichtsverhandlungen. Zusätzlich bieten wir ein strukturiertes Ausbildungsprogramm und Secondments in unseren Büros in London oder Paris an.

Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein:e Berufseinsteiger:in im Bereich Dispute Resolution mitbringen? 

Exzellente juristische Qualifikationen setzen wir voraus. Aber fast noch wichtiger ist die Persönlichkeit: Wir suchen Leute, die Lust am Argumentieren haben, die strategisch denken und die auch in stressigen Phasen (z.B. vor einem großen Schiedstermin) ihren Humor nicht verlieren. Verhandlungssicheres Englisch ist bei unserer internationalen Ausrichtung ein Muss.

Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was dir bisher in deinem Berufsalltag passiert ist?

Das Spannendste ist oft der Moment in einer mündlichen Verhandlung, wenn sich das Blatt wendet – wenn man merkt, dass die eigene Strategie aufgeht und das Gericht oder Schiedsgericht der eigenen Argumentation folgt. Unvergesslich sind aber vor allem die Teamerfolge: Wenn man nach monatelanger Arbeit an einem Fall gemeinsam den Abschluss feiert.

Was ist das Beste an der Arbeit bei Signature Litigation?

Die Freiheit. Wir sind eine Boutique mit der Schlagkraft einer Großkanzlei. Das bedeutet, wir arbeiten an den größten Fällen des Marktes, aber in einer Atmosphäre, die persönlich, flexibel und unbürokratisch ist.

Welche Einschränkungen bringt der Beruf mit sich?

Prozessführung hält sich nicht an „Nine-to-Five“. Wenn Fristen laufen oder eine einstweilige Verfügung reinflattert, muss man da sein. Das erfordert Flexibilität und auch mal Einsatz am Wochenende. Aber dafür bieten wir auch Flexibilität, wenn es mal ruhiger ist.

Was ist dein Ausgleich zum Büroalltag?

Sport, Kochen mit meiner Freundin, Kino und Lesen. Es ist wichtig, den Kopf freizubekommen, um am nächsten Tag wieder kreativ denken zu können.

Welche drei Begriffe assoziierst du mit dem Wort Jura?

Struktur, Streitlösungsinstrument, im Wandel

Welchen Tipp würdest du Nachwuchsjurist:innen gerne mitgeben?

Bleibt neugierig und authentisch. Sucht euch ein Rechtsgebiet, das euch wirklich Spaß macht, nicht nur eines, das gerade „angesagt“ ist. In der Litigation muss man brennen für das, was man tut – sonst wird man auf Dauer nicht glücklich. Und: Unterschätzt nicht den Wert eines guten Teams. Sucht euch eine Kanzlei, in der ihr euch menschlich wohlfühlt.