Interview Associate
Disputes & Investigations

Warum hast Du dich für einen Berufseinstieg bei Taylor Wessing entschieden?
Für mich war ausschlaggebend, in einem internationalen Umfeld an anspruchsvollen wirtschaftsrechtlichen Streitigkeiten mitzuarbeiten und von Beginn an intensiv in die Mandatsarbeit eingebunden zu sein. Besonders wichtig war es mir zudem, fundierte Einblicke sowohl in Schiedsverfahren als auch in staatliche Gerichtsverfahren zu gewinnen – zwei Bereiche, in denen Taylor Wessing sehr stark aufgestellt ist.
Taylor Wessing – oder TW, wie wir es gern nennen – vereint für mich genau diese fachliche Herausforderung mit einer ausgesprochen kollegialen Arbeitsatmosphäre. Bereits im Bewerbungsprozess hatte ich den Eindruck, dass hier neben der fachlichen Qualifikation großer Wert darauf gelegt wird, dass auch die menschliche Komponente stimmt. Besonders beeindruckt haben mich außerdem das junge, dynamische Team in der verschiedenen Praxisgruppen sowie die frühe Übertragung von Verantwortung – auch an jüngere Associates. Dieses Gesamtpaket hat mich vollkommen überzeugt.
Was ist das Besondere an Taylor Wessing?
Das Besondere an Taylor Wessing sind für mich vor allem die Menschen und die offene, einladende Atmosphäre. Die Kolleg:innen sind sehr zugänglich, und auch über die eigene Praxisgruppe hinaus bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, einander kennenzulernen und gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. Besonders das vielfältige Rahmenprogramm trägt hierzu bei: Bei Netzwerktreffen kommt man mit Anwält:innen aus anderen Teams und Standorten ins Gespräch, zudem werden gemeinsame Aktivitäten wie Segeln oder Skifahren organisiert. Dadurch entstehen Kontakte oft ganz ungezwungen außerhalb des Büroalltags. Ich finde es besonders schön, dass neben der fachlichen Entwicklung auch das persönliche Miteinander und außerjuristische Aktivitäten einen hohen Stellenwert haben.
Soweit es um das Fachliche geht, schätze ich besonders die Verbindung von Internationalität, fachlicher Tiefe und persönlicher Zusammenarbeit. Viele unserer Mandate haben einen grenzüberschreitenden Bezug, was regelmäßige Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus anderen Ländern, unterschiedlichen Rechtsordnungen und verschiedenen wirtschaftlichen Perspektiven ermöglicht. Gleichzeitig sind die Kommunikationswege innerhalb des Teams kurz. Fragen können offen angesprochen, eigene Ideen eingebracht und früh Verantwortung übernommen werden. Trotz der Größe der Kanzlei bleibt die Zusammenarbeit dadurch persönlich.
Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich Disputes & Investigations für eine:n Berufseinsteiger:in aus?
Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Mal beschäftige ich mich mit einem Gerichtsverfahren vor einem deutschen Gericht, mal mit einem internationalen Schiedsverfahren, bei dem die gesamte Kommunikation auf Englisch stattfindet. An manchen Tagen geht es quer durch das BGB, an anderen muss ich mich in bislang völlig unbekannte Vorschriften einer ausländischen Rechtsordnung einarbeiten.
Ich recherchiere komplexe Rechtsfragen, entwickle gemeinsam mit dem Team eine Argumentationslinie, entwerfe Schriftsätze oder bereite Verhandlungen vor. Gerade am Anfang lernt man sehr schnell, umfangreiche Sachverhalte zu strukturieren und zwischen rechtlich interessanten und strategisch entscheidenden Punkten zu unterscheiden. Diese Abwechslung macht die Arbeit für mich besonders spannend.
Besonders spannend finde ich, dass unsere Arbeit nie rein abstrakt ist. Hinter jedem Verfahren stehen wirtschaftliche Interessen, unterschiedliche Persönlichkeiten und häufig eine längere Vorgeschichte. Das Recht ist daher immer nur ein Teil der Lösung. Mindestens ebenso wichtig sind Strategie, Kommunikation und ein gutes Verständnis des Sachverhalts.
Wie werden junge Anwält:innen von Taylor Wessing gefördert?
Junge Anwält:innen sind von Beginn an intensiv in die Mandatsarbeit eingebunden und erhalten frühzeitig die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig stehen stets erfahrene Kolleg:innen zur Verfügung, mit denen rechtliche Fragestellungen, Entwürfe und strategische Überlegungen gemeinsam erörtert werden können. Besonders wertvoll ist auch das konkrete Feedback zu den eigenen Arbeitsergebnissen. Dabei wird nicht nur erläutert, was angepasst werden sollte, sondern auch, warum eine bestimmte Formulierung, Struktur oder Strategie überzeugender ist
Darüber hinaus erhält man den Freiraum, eigene fachliche Schwerpunkte zu setzen und sich gezielt in den Bereichen weiterzuentwickeln, die einen besonders interessieren. Dies umfasst unter anderem auch die Möglichkeit, an Fachkonferenzen sowie weiteren Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen.
Ergänzt wird dies durch ein umfangreiches Angebot durch eine Vielzahl an RISE-Veranstaltungen, die darauf abzielen, Kompetenzen zu vermitteln, die über den rein juristischen Bereich hinausgehen. Dabei stehen unter anderem die Weiterentwicklung der eigenen Kommunikationsfähigkeiten, das bessere Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge sowie die Entwicklung eines eigenen Business Cases im Fokus. Die Förderung ist somit äußerst vielseitig und beschränkt sich nicht ausschließlich auf juristisches Fachwissen.
Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein:e Berufseinsteiger:in im Bereich Disputes & Investigations mitbringen?
Wichtig sind fundierte juristische Kenntnisse, Begeisterung für das Argumentieren sowie die Bereitschaft, sich tiefgehend mit komplexen Sachverhalten auseinanderzusetzen. Man sollte Freude am Schreiben haben, die Fähigkeit zu präzisen Formulierungen mitbringen und auch bei umfangreichen Informationen den Überblick sicher behalten können.
Ebenso wichtig sind sehr gute Englischkenntnisse. Da viele unserer Mandant:innen international tätig sind, Schiedsverfahren oftmals vollständig in englischer Sprache stattfinden oder Vermerke auf Englisch erstellt werden, sind diese Kenntnisse unerlässlich. Dies betrifft nicht nur die Kommunikation mit Mandant:innen und internationalen Kolleg:innen, sondern auch das Abfassen von Schriftsätzen, rechtliche Recherchen, Verhandlungen sowie die Befragung von Zeug:innen.
Bedeutend sind auch Neugierde und ein gewisses Maß an Hartnäckigkeit. In streitigen Verfahren verbirgt sich die entscheidende Information manchmal in einer unscheinbaren E-Mail, einer Vertragsanlage oder einem Nebensatz. Gleichzeitig sollte man bereit sein, die eigene erste Einschätzung kritisch zu hinterfragen. Nicht immer erweist sich das Argument, das auf den ersten Blick am überzeugendsten erscheint, letztlich als strategisch optimal.
Besondere Vorkenntnisse im Prozessrecht oder in der Schiedsgerichtsbarkeit sind sicherlich von Vorteil, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Vieles lässt sich in der Praxis erlernen. Aus meiner Sicht sind vielmehr die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, präzise und sorgfältig zu arbeiten sowie klar und verständlich zu kommunizieren, von entscheidender Bedeutung.
Was ist das Spannendste, Unvergesslichste, Witzigste, Aufregendste, was Dir bisher in Deinem Berufsalltag passiert ist?
Besonders eindrücklich sind mir Verhandlungen und Anhörungen in den verschiedenen Streitigkeiten in Erinnerung geblieben. Nach monatelanger intensiver Vorbereitung erlebt man, wie aus Schriftsätzen, Dokumenten und rechtlichen Argumenten eine äußerst dynamische Situation entsteht. Zeug:innen werden befragt, Positionen zugespitzt, und das Team muss auf unerwartete Entwicklungen unmittelbar reagieren.
Zu den schönsten Momenten gehört für mich, wenn ein Gericht die Rechtsauffassung teilt, an der man zuvor über Wochen oder teilweise sogar Monate gearbeitet und gefeilt hat. Diese Momente zeigen, dass sich die intensive Arbeit ausgezahlt hat. Gleichzeitig entwickelt sich während dieser intensiven Verhandlungsvorbereitung häufig ein besonderer Teamgeist. Gerade die kleinen, manchmal auch absurden Momente an langen Arbeitstagen bleiben oft genauso im Gedächtnis wie die großen juristischen Fragen.
Was ist das Beste an der Arbeit bei Taylor Wessing?
Für mich ist es die Kombination aus anspruchsvoller Arbeit, tollen Kolleg:innen und einer gelebten Work-Life-Balance, die nicht nur als Floskel dient, sondern nach meiner Erfahrung tatsächlich umgesetzt wird. Bei Taylor Wessing hat man die Möglichkeit, fachlich Karriere zu machen, sich im juristischen Umfeld einzubringen und sichtbar zu werden, ohne das Gefühl zu haben, dafür auf ein erfülltes Privatleben verzichten zu müssen. Diese Verbindung ist für mich von ganz besonderem Wert.
Ganz besonders ist zudem die offene Kommunikationskultur: Man kann jederzeit ansprechen, was einen beschäftigt, Fragen stellen und eigene Ideen einbringen, ohne das Gefühl zu haben, dass dies hierarchisch oder formal erschwert wird. Gerade als junge Anwältin ist das für mich enorm wertvoll, weil man dadurch sehr schnell lernt, sich aktiv einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, was keine Selbstverständlichkeit ist.
Welche Einschränkungen bringt der Beruf mit sich?
Streitige Verfahren lassen sich nicht immer vollständig planen. Gerichtliche Fristen, unerwartete Entwicklungen oder neue Informationen können dazu führen, dass sich Prioritäten rasch verschieben. In besonders intensiven Phasen ist daher Flexibilität erforderlich, verbunden mit der Bereitschaft, zu akzeptieren, dass ein Arbeitstag anders verläuft als ursprünglich vorgesehen.
Der Beruf erfordert zudem ein hohes Maß an Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Häufig stehen für die Mandant:innen wirtschaftlich weitreichende Entscheidungen auf dem Spiel. Diese Verantwortung kann zwar herausfordernd sein, verleiht der Arbeit jedoch zugleich eine besondere Sinnhaftigkeit. Es ist entscheidend, im Laufe der Zeit Strategien zu entwickeln, um die eigene Energie auch in arbeitsintensiven Phasen effektiv einzuteilen und langfristig für einen persönlichen Ausgleich zu sorgen.
Was ist Dein Ausgleich zum Büroalltag?
Mein wichtigster Ausgleich ist Zeit mit meiner Familie und meinen Freund:innen. Außerdem mache ich gerne Sport, reise gerne und empfinde es als bereichernd, andere Länder, Perspektiven und Kulturen kennenzulernen. Dies ermöglicht es mir, Abstand vom Arbeitsalltag zu gewinnen und mit frischer Energie zurückzukehren.
Oft genügt jedoch schon ein ausgedehnter Spaziergang, ein gutes Essen oder ein Abend, an dem wirklich einmal nicht über juristische Themen gesprochen wird.
Welche drei Begriffe assoziierst Du mit dem Wort Jura?
Tüfteln, Überzeugen, Dranbleiben
Ich tüftele gerne so lange an einer Argumentation, bis sie wirklich stimmig ist. Dann gilt es, andere davon zu überzeugen und manchmal braucht man eben auch einen langen Atem.
Du planst ein jura-freies Wochenende auf einer einsamen Insel und darfst drei Dinge mitnehmen. Welche wären das?
Eine Musikbox mit ausreichend Akku, ein gutes Buch und eine Hängematte. Auf das Satellitentelefon würde ich bewusst verzichten, sonst erreichen mich am Ende doch noch E-Mails.
Welchen Tipp würdest Du Nachwuchsjurist:innen gerne mitgeben?
Sucht euch für eure Stationen oder euren Berufseinstieg ein Umfeld, das euch herausfordert und euch gleichzeitig die Sicherheit bietet, jederzeit Fragen stellen zu können. Besonders am Anfang ist es von unschätzbarem Wert, erfahrene Kolleg:innen und idealerweise eine Mentorin oder einen Mentor an der Seite zu haben. Rückblickend bin ich sehr dankbar, genau diese Unterstützung erhalten zu haben.
Traut euch außerdem, Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen, auch wenn ihr noch nicht auf alles eine Antwort habt. Niemand erwartet, dass Praktikanten, Referendare, Wissenschaftliche Mitarbeiter oder gar Berufseinsteiger:innen bereits über sämtliche Fähigkeiten verfügen. Auch Anwält:innen werden nach dem Abschluss des 2. Staatsexamens nicht als Expert:innen neugeboren. Viel wichtiger ist es, sorgfältig zu denken, offen für Feedback zu bleiben und aus jeder Aufgabe etwas zu lernen. Und schließlich: Vergleicht euren eigenen Weg nicht zu sehr mit dem anderer. Eine juristische Karriere muss nicht geradlinig verlaufen, um erfolgreich zu sein. Unterschiedliche Erfahrungen, Sprachen, kulturelle Hintergründe und Perspektiven können insbesondere in einem internationalen Arbeitsumfeld eine echte Stärke darstellen.