Digital Technology als Alleinstellungsmerkmal

Talent Rocket zu Besuch bei ASD

Legal Tech ist aus dem Kanzleialltag nicht mehr wegzudenken. Digitale Lösungen unterstützen die tägliche Arbeit und machen Abläufe effizienter. ARNECKE SIBETH DABELSTEIN geht dabei einen Schritt weiter: Die Kanzlei setzt Legal-Tech-Lösungen nicht nur ein, sondern entwickelt auch eigene.

„IT-Recht ist für mich eines der spannendsten Rechtsgebiete überhaupt“, erzählt Michelle Heerich-Schwarze. Die Senior Associate von ARNECKE SIBETH DABELSTEIN (ASD) versteht sich selbst als Schnittstelle zwischen Recht und Technik. Gerade die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz befassen sie täglich mit hochaktuellen Themen. Daneben ist die junge Juristin Expertin für Datenschutz: „Hier zeigt sich, dass wir nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung tragen – die Kunst ist es, eine Balance zwischen diesen Bereichen zu schaffen.“

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Schnittstelle zwischen Recht und Technik

Heerich-Schwarze begann ihre Karriere bei ASD bereits als wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Ich wollte für mich herausfinden, was das für ein Umfeld ist, ob ich mir das vorstellen kann und ob ich persönlich überhaupt hineinpasse“, erinnert sie sich. Das Team des Kompetenzbereichs „Digital Technology“ habe sie vom ersten Augenblick an überzeugt: „Es gibt immer eine Ansprechperson, an die man sich wenden kann – unabhängig davon, ob es sich um einen Berufsträger oder um jemanden aus dem Assistenzbereich handelt.“

Dieses Gemeinschaftsgefühl reicht nach Angaben der Senior Associate auch über Standortgrenzen hinaus: Bei ASD sind die Kolleg:innen nur einen Anruf entfernt. „Unsere Kompetenzbereiche und Praxisgruppen sind so aufgestellt, dass wir standortübergreifend zusammenarbeiten“, erzählt sie.

Persönlich bin ich der Meinung, dass ich nur dann bedarfsgerecht rechtlich beraten kann, wenn ich weiß, wie eine Software oder eine KI funktioniert.
Michelle Heerich-Schwarze

Technikverständnis als Voraussetzung

Für ihren Job ist es sehr hilfreich, dass Michelle Heerich-Schwarze technikaffin ist. „Persönlich bin ich der Meinung, dass ich nur dann bedarfsgerecht rechtlich beraten kann, wenn ich weiß, wie eine Software oder eine KI funktioniert.“ Damit meint sie nicht, wie der Code im Hintergrund aufgebaut ist, sondern vielmehr, welche datenschutzrechtlichen Vorgänge dort ablaufen: „Woher kommen die Daten, was passiert mit ihnen, wo gehen sie hin und wie lange werden sie gespeichert – das sind Dinge, die ich nachvollziehen muss“, fügt die Senior Associate hinzu.

Den Einsatz von Legal-Tech-Lösungen im Kanzleialltag begrüßt Heerich-Schwarze: „Meine Arbeit wird nicht nur unglaublich erleichtert, sie gestaltet sich auch effizienter.“ Hauptsächlich werde intern mit AiSD gearbeitet. „Aber wir haben auch Bots im Einsatz.“ Dazu habe es laut der Datenschutzexpertin auch eine Schulung gegeben, in der vermittelt wurde, wie Bots selbst gebaut werden können. „Bei der Entstehung des CyberSecurity-Bots war ich beispielsweise selbst beteiligt“, ergänzt sie. Dieser komme zum Einsatz, wenn es einen CyberSecurity-Vorfall gegeben habe: „Man klickt sich durch den Bot, und am Ende kommen Hinweise und ein Protokoll heraus, die zeigen, was noch zu beachten ist.“

Auch wenn sie die Arbeit mit Legal-Tech-Tools und die daraus resultierende Erleichterung sehr schätzt – ohne menschliche Kontrolle geht es nicht. „Für erste Ideen oder Aufgaben, die wiederkehrend und/oder zeitaufwändig sind, eignet sich der Einsatz von KI sehr gut. Dennoch gilt bei allem der Grundsatz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.”

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Wissenstransfer im Arbeitsalltag

Für die erfahrene Senior Associate stellen Legal Tech Tools eine nützliche Unterstützung dar, nicht aber einen Ersatz für das Fachwissen, das eine Anwältin ausmacht.

Wie Legal Tech Tools am besten eingesetzt werden, wird in den sogenannten „Brownbag Talks“ vermittelt. Diese finden im Zwei-Wochen-Rhythmus statt und werden von dem Partnerunternehmen der Legal Tech Gesellschaft „ASD. Digital Solutions“ gehalten. „Uns werden dabei nicht nur neue Funktionen gezeigt, sondern wir erhalten auch Wissen an die Hand, wie wir beispielsweise das Prompten verbessern können“, erzählt Michelle Heerich-Schwarze. Besonders begeistert die Senior Associate, dass alle Kolleg:innen mitgenommen werden: „Alle werden unabhängig von ihrem Wissensstand gleichermaßen an das Thema herangeführt und abgeholt, und diejenigen, die vielleicht erfahrener im Umgang mit künstlicher Intelligenz sind, können ihre eigenen Ideen mit einbringen.“

In ihrem Kompetenzbereich „Digital Technology“ besteht das Team aus fünf Kolleg:innen. „Die Mandatsarbeit ist recht umfassend – wir sind nicht nur im Einsatz, wenn beispielsweise ein IT-Sicherheitsvorfall passiert ist, und leiten unsere Mandanten durch den Incident, sondern beraten die Mandanten auch infrastrukturell.“

Gerade wenn es um Schnittstellen zwischen verschiedenen Abteilungen geht, ist die Expertise von „Digital Technology“ gefragt. „Bei der Schnittstelle von IT-Recht und Arbeitsrecht ist das Datenschutzrecht ebenso gefragt wie das IP-Recht“, führt Heerich-Schwarze aus.

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Verantwortung von Anfang an

In solchen Fällen findet der Austausch natürlich auch bereichs- und standortübergreifend statt. „Für mich persönlich ziehe ich aus solchen Terminen unglaublich viel, da ich dadurch auch Einblicke in andere Rechtsgebiete erhalte“, so die Senior Associate.

Ihre Kollegin Dr. Sandra Wittmer ist First Year bei ASD. „Der Zusammenhalt und die Stimmung im Team waren es, die mich für ASD als Ort meines Berufseinstiegs überzeugt haben“, erzählt sie. Dass sie von Anfang an direkt ins Team und in die Arbeit integriert werde, sieht sie als weiteren Pluspunkt. Ihr Mentor ist der Leiter des Kompetenzbreichs Digtial Technology und Kanzleipartner Thomas Fischer.

Das Mentoring erfolgt dabei als „training on the job“. „Ich erhalte zu allem, was ich mache, qualifiziertes Feedback und darf so viele Fragen stellen, wie ich möchte.“ Ihre Aufgaben erhält sie in den wöchentlichen Mandatsbesprechungen.

Ihr erstes Mandat, das sie eigenständig bearbeitet hat, war etwas ganz Besonderes: der Abschluss eines Kaufvertrags über einen geostationären Satelliten. „Obwohl ich schon länger im IT-Recht tätig bin, war das doch durchaus herausfordernd“, erinnert sich Wittmer. Technisch musste sie zunächst verstehen, um welche Art von Satellit es sich handelt und wo er positioniert ist, um anschließend nachvollziehen zu können, wie die Übereignung eines Gegenstands funktioniert, der sich im All befindet.

Als Teil des Kompetenzbreichs „Digital Technology“ nutzt sie im Arbeitsalltag verschiedene KI-Lösungen. „Wir testen teilweise auch neue Legal-Tech-Tools und überlegen, welchen tatsächlichen Mehrwert wir daraus ziehen können“, fügt die promovierte Associate hinzu.

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Technikaffinität als Karrierefaktor

Ihre Affinität zur Technik entdeckte die Associate bei ihrem ersten Job nach dem Studium. Sie begann am Fraunhofer-Institut für Sicherheit und Informationstechnologie und arbeitete dort als einzige Juristin in einem interdisziplinären Projekt zur Erforschung des Darknets. In ihrer Dissertation befasste sich Sandra Wittmer mit dem Tor-Netzwerk und ging der Frage nach, wie Straftaten und Strafverfolgung im Darknet erfolgen.

Dass Wissen nicht in Silos gehalten, sondern allen zugänglich gemacht wird, zeigt sich laut Wittmer gerade auch im Umgang mit der internen künstlichen Intelligenz AiSD. „Wir verfügen über eine Prompt-Bibliothek, die durch hervorragend ausgearbeitete, teils sehr umfangreiche Prompts besticht.“ Die vorhandenen Prompts müssten dann nur noch mit den Informationen gefüllt werden, die für das jeweilige Mandat relevant seien. „Für mich war es jedoch ein absoluter Gamechanger, dass ich bei ASD von Grund auf lerne, wie ich die Tools richtig einsetze.“ Wirklich bewusst geworden sei ihr diese Transformation erst, als sie mit Unterstützung der KI ein Rechercheergebnis, für das sie normalerweise Tage gebraucht hätte, innerhalb von 30 Minuten erzielen konnte. „Mein Job ist dann, die Ergebnisse zu kontrollieren und zu validieren“, ergänzt Sandra Wittmer.

Bei der Wahl der passenden Kanzlei für den Berufseinstieg war der Anwältin der Einsatz von Legal-Tech-Tools besonders wichtig: „Mir war bewusst, dass eine Kanzlei, die noch keine interne KI-Strategie verfolgt, auf lange Sicht nicht wettbewerbsfähig sein wird. Der Markt hat sich dahingehend stark verändert, dass sich Vorsprung durch Technik nicht nur auszahlt, sondern vor allem auch von Mandanten eingefordert wird. Auf lange Sicht wird es für diese Kanzleien wirtschaftlich schwieriger, wenn Mitbewerber die gleiche Arbeit in deutlich kürzerer Zeit erledigen.“

Eine Prozessstrategie auszuarbeiten, Argumente für einen Fall richtig zu gewichten – das werden Entscheidungen bleiben, die am Ende Juristen mit einem menschlichen Gehirn treffen.
Dr. Sandra Wittmer

Zwischen Kanzlei, Mandat und Technologie

Wittmer ist sich sicher, dass der Anwaltsberuf durch künstliche Intelligenz zwar erleichtert, aber nicht ersetzt werden wird. „Eine Prozessstrategie auszuarbeiten, Argumente für einen Fall richtig zu gewichten – das werden Entscheidungen bleiben, die am Ende Juristen mit einem menschlichen Gehirn treffen. Von der Haftungsfrage ganz zu schweigen“, betont sie.

Der Mann, der im Kompetenzbereich „Digital Technology“ die Fäden zusammenhält, ist Thomas H. Fischer. Der erfahrene Jurist ist nicht nur Praxisgruppenleiter und Partner bei ASD, sondern zugleich auch Geschäftsführer der „ASD. Digital Solutions GmbH“.

Alle drei Aufgaben sind ihm eine Herzensangelegenheit – und das spürt man. „Wir haben die “ASD. Digital Solutions” gegründet, weil wir der Meinung waren, Legal Tech solle nicht nur eine Inhouse-Abteilung sein.“ Inhouse fehle schlicht der Kontakt nach außen. „Wir haben Kunden, und die geben unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit, andere Anforderungen kennenzulernen und sich mit Herausforderungen jenseits des internen Kanzleialltags zu befassen“, erklärt Fischer. Stolz ist er darauf, dass die Gesellschaft auch Partner von Thomson Reuters ist. „Das ist der größte Legal-Tech-Anbieter weltweit, und in Deutschland gibt es nur sehr wenige Partner.“ Gerankt wird “ASD. Digital Solutions” als Implementierungspartner.

Seinen Hang zur Technik pflegt Fischer bereits seit Studienzeiten. Schon als Student hatte er eine IT-Firma. „Ich mag keine Computerspiele, aber ich liebe Effizienzsteigerungen.“ Glücklich macht es ihn, wenn er „stupide Arbeit“ an ein Tech-Tool abgeben könne und diese fertig erledigt zurückkomme.

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Legal Tech über die Kanzlei hinaus

Mit seinem Wechsel zu ASD im Jahr 2023 brachte er die Idee einer unabhängigen Legal-Tech-Gesellschaft mit und stieß damit auf große Zustimmung. „Am Markt wird man einfach auch anders wahrgenommen, wenn man selbst Anbieter von Legal-Tech-Lösungen ist“, konstatiert Fischer.

Die “ASD. Digital Solutions” bietet neben der Implementierung auch eine eigene KI-Plattform an, die bei ASD selbst im Einsatz ist, und verfügt zudem über einige eigene Legal-Tech-Tools. „Wir sind aber keine klassischen Entwickler“, macht der Geschäftsführer deutlich. Das Unternehmen vereint jedoch technisches Fachwissen mit juristischer Expertise. „Manchmal bieten wir bei größeren Projekten auch gemeinsam unsere Dienstleistungen an und übernehmen beispielsweise das Datenraummanagement. Während ASD die Beratung übernimmt, baut die Digital Solutions den Datenraum auf.“

Bei Neuerungen der Legal-Tech-Tools, die bei ASD im Einsatz sind, veranstaltet die Digital Solutions Workshops. „Juristen muss man auf Anhieb von der Nützlichkeit, dem Mehrwert und der Sinnhaftigkeit eines Tools überzeugen, sonst setzen sie es im Alltag nicht ein“, weiß Thomas H. Fischer aus Erfahrung. Erst wenn ein Tool wirklich reibungslos funktioniert und auch die interne Testgruppe Freude daran hat und ihr „Go“ gibt, wird es kanzleiweit ausgerollt.

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Branchenfokus als Zukunftsmodell

Wie wichtig der Einsatz von Legal-Tech-Tools im Kanzleialltag ist, zeige sich auch in Bewerbungsgesprächen. „Legal Tech ist ein großes Thema, und wir kommen in keinem einzigen Bewerbungsgespräch darum herum“, sagt der erfahrene Jurist. Selbst wenn es heute noch Kanzleien ohne digitale Strategie am Markt gebe, sei Absolvent:innen bewusst, dass diese nicht mehr lange bestehen werden. „Dafür ist der Kosten- und Zeitdruck seitens der Mandantschaft in den vergangenen Jahren zu stark gestiegen, als dass es heute noch ohne digitale Unterstützung ginge.“

Fischer selbst ist ein großer KI-Fan. Er gibt zu, unzählige Anwendungen zu testen und viele davon auch zu nutzen.

Der Jurist ist daneben auch ein großer Fan von ARNECKE SIBETH DABELSTEIN. „Die Kanzlei hat einen sehr starken Bereichsfokus. Wir sind nicht klassisch nach Rechtsgebieten aufgestellt, sondern an Industrien ausgerichtet.“ So stammen gut 90 Prozent seiner Mandant:innen aus dem IT-Bereich, während beispielsweise TAL – Transportation. Aviation. Logistics – rund 50 Airlines vertritt und sich bei Maritime Industry alles um die maritime Wirtschaft dreht.

Für Thomas H. Fischer ist diese Aufstellung nach Branchenschwerpunkten ein Wegweiser für die Zukunft: „Wir sind die Experten, die nicht nur den Branchenstandard kennen, sondern diesen durch unsere Arbeit auch definieren.“

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