5 Fragen zum IT-Recht

 Veröffentlicht am 01.11.2021.

5 Fragen zum IT-Recht

Die zunehmende Bedeutung des IT-Rechts aus Sicht eines Projektjuristen

IT-Recht gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ob für Unternehmen als Mandanten, für Kanzleien im Beratungsportfolio oder für Jurist*innen als attraktive Spezialisierung. Ein ehemaliger PERCONEX Projektjurist im Bereich IT-Recht teilt interessante Einblicke in seinen Berufsalltag bei einer Stadt in NRW und erläutert, welche Kompetenzen es als Jurist*in im IT-Recht braucht.
 

Warum haben Sie sich für PERCONEX entschieden?

Bei einem Jobportal im Internet bin ich auf die Stelle im IT-Recht aufmerksam geworden. Von der Tätigkeitsbeschreibung ging es um eine Stadt in NRW, die ihre Kommunalverwaltung digitalisieren möchte. Die Leistungen für die Bürger*innen sollten also digital angeboten werden.

Diese Stellenbeschreibung klang für mich sehr interessant und hat mich zu einer Bewerbung bei PERCONEX bewegt. Der Diensteintritt ging recht kurzfristig und unkompliziert über die Bühne: Innerhalb von zwei Wochen nach meiner Bewerbung konnte ich bereits meine Arbeit als IT-Rechtler beginnen.
 

Wie sind Sie zu IT-Recht gekommen und was macht dieses Rechtsgebiet so spannend?

Nach dem zweiten Staatsexamen habe ich zunächst als Rechtsanwalt im allgemeinen Zivilrecht gearbeitet, wollte mich jedoch spezialisieren und bin über die Stelle bei PERCONEX ins IT-Recht reingekommen.   

Vor allem die rechtlichen Änderungen, die sich in letzter Zeit ergeben, haben zur Popularität des IT-Rechts beigetragen. Ein Beispiel: Im Datenschutzrecht (DSGVO) sind etwa Möglichkeiten vorgesehen, dass Einzelpersonen, bei denen durch Datenschutzverstöße Schadenspotenzial entstanden ist, diesen Schaden auch wirklich einklagen können. Für Datenschutzverstöße sind diverse Bußgelder vorgesehen. Das zwingt Unternehmen dazu, darauf zu achten, dass datenschutzrechtliche Regeln eingehalten werden. Dabei ist vor allem zu beachten, dass viele Bürger*innen in dem Bereich des Datenschutzes deutlich stärker sensibilisiert sind, als dies noch vor zwanzig oder dreißig Jahren der Fall war.

Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag und müssen IT-Rechtler*innen besondere Vorkenntnisse mitbringen?

Im Grunde ging es darum, dass einzelne Ämter oder Behörden der Stadt ihre Leistungen digitalisieren bzw. digital anbieten wollten oder Dokumente digitalisiert werden sollten. Ich habe dann überprüft, ob die verschiedenen Vorgänge rechtlich so möglich waren und was allgemein dabei zu beachten war.

Zudem gibt es in der Stadt große Aktenbestände, die perspektivisch digitalisiert werden sollen. Mit einem weiteren Kollegen zusammen haben wir das Projekt der Aktendigitalisierung vorangetrieben. Das hat viel Koordination erfordert - etwa mit den Techniker*innen und den Verwaltungsfachmitarbeiter*innen. 

Neben dem juristischen Handwerk ist es für die Tätigkeit im IT-Recht sicherlich von Vorteil, wenn man sich auch stückweit für die Technik interessiert, die dahinter steht. Natürlich muss man nicht Informatik studiert haben, um im IT-Recht beraten zu können.

Jedoch ist es für die juristische Arbeit im IT-Recht förderlich – gerade beim Subsumieren unter Normen – die zugrunde liegenden technischen Rahmenbedingungen zu verstehen und eine gewisse Affinität für diesen Bereich zu entwickeln.
 

Was sind die größten Herausforderungen für Jurist*innen im Zusammenhang mit der zunehmenden Digitalisierung?

Die verschiedenen Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten im IT-Recht zeigen deutlich, wie komplex das Rechtsgebiet sein kann. Jede Fragestellung bedarf einer ganz bestimmten Expertise. Internet ist ein extrem schnelllebiges Medium und es wird immer schwieriger, bei den ganzen Neuerungen einen Überblick zu behalten.

Daher ist es wichtig, sich thematisch kontinuirlich auf dem Laufenden zu halten und sich regelmäßig weiterzubilden. Fachanwält*innen im IT-Recht erwartet demnach ein hoher Fortbildungsaufwand, da sich die Regularien ständig ändern. Für mich macht dies den Reiz des IT-Rechts aus.

Natürlich muss man nicht Informatik studiert haben, um im IT-Recht beraten zu können.
Aktuelle Jobs bei PERCONEX

Was würden Sie Berufseinsteiger*innen raten, die sich in IT-Recht spezialisieren wollen?

Zum Einen sollte man sich nicht vom Technischen abschrecken lassen. Denjenigen, die noch im Studium sind oder im Referendariat, kann ich nur empfehlen, bereits im Studium die vorhandenen Angebote zu nutzen. Mittlerweile hat fast jede Universität einen entsprechenden Schwerpunktbereich, sodass man während des Studiums Erfahrungen im diesem Bereich sammeln kann. 

Zum Anderen können sich Berufseinsteiger*innen auch ohne Hintergrund im IT-Recht bei Arbeitgebern für den Fachbereich bewerben. Auch Quereinsteiger*innen werden angestellt, wichtig ist nur, dass das Grundinteresse an technisch-analytischer, agiler und dynamischer Denkarbeit vorhanden ist.
 

Ihr Fazit?

Mittlerweile bieten verschiedene Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland einen Abschluss als LL.M. oder auch eine Promotion in diesem Rechtsgebiet an. Hierzu zählen beispielsweise die Leibniz Universität Hannover oder die Universität Mannheim.

Auch enger zugeschnittene Studienfächer wie „Compliance und Datenschutz“, „Intellectual Property & Information Technology“ oder „Medienrecht und Medienwirtschaft“ werden in Deutschland angeboten. Hinzu kommen Angebote von Universitäten im Ausland wie der University of Groningen mit ihrem Studiengang „Governance and Law in Digital Society“ oder „Computer and Communications Law“ der Queen Mary University of London.

Darüber hinaus bieten auch private Universitäten einen Master im IT-Recht an. Je nach persönlicher Situation und Hochschule ist ein Studiengang in Vollzeit oder auch berufsbegleitend möglich und dauert in der Regel zwei Jahre.
 

Vielen Dank!

PERCONEX GmbH
undefined

PERCONEX GmbH

Noch Fragen? Hier findest du deine Ansprechperson bei PERCONEX.

*sponsored