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48 Stunden statt 3 Monate: Das Ende der traditionellen Legal-Rekrutierung?

Christian Steinmetz im Interview

Christian Steinmetz ist Founder & Managing Director von Alpinum Solutions – dem führenden Anbieter für Interim Legal & Compliance Spezialisten im DACH-Raum. Mit Standorten in Frankfurt am Main, Zürich, Wien und Vaduz unterstützen sie Unternehmen – vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern – dabei, Engpasssituationen im Legal- & Compliance-Bereich schnell und zielgerichtet zu lösen: mit erfahrenen Projektjuristen und Compliance-Experten, die innerhalb von 48 Stunden einsatzbereit sind.

 

 

Herr Steinmetz, klassische Hiring-Prozesse in Legal & Compliance dauern oft Monate. Warum lassen sich kurzfristige Arbeitsspitzen mit herkömmlichen Modellen kaum noch sinnvoll abfedern?

Christian Steinmetz: Klassische Hiring-Prozesse sind auf Langfristigkeit ausgelegt – nicht auf Geschwindigkeit. Stellenausschreibung, Bewerbungsphase, mehrere Interviewrunden, Gehaltsverhandlungen, Kündigungsfristen: Bis ein neuer Legal Counsel seinen ersten Tag antritt, vergehen schnell drei bis sechs Monate. In hochdynamischen Situationen – einer laufenden regulatorischen Prüfung, einem M&A-Deal auf der Zielgeraden oder einem überraschenden Personalausfall – ist das schlicht keine Option. Der Rechtsdienstleistungsmarkt ist komplexer und schnelllebiger geworden.

Compliance-Anforderungen verschärfen sich laufend, Transaktionsvolumina steigen, und Rechtsabteilungen sind chronisch unterbesetzt. Kurzfristige Arbeitsspitzen lassen sich mit Festanstellungen strukturell nicht abfedern – das ist kein Fehler im System, das ist das System. Genau hier setzt der Interim Legal Support von Alpinum Solutions an.

Ob interne Untersuchungen oder M&A-Transaktionen – welche sind die größten operativen und finanziellen Risiken, wenn in solchen Momenten keine qualifizierte Unterstützung verfügbar ist?

Christian Steinmetz: Wer in einer internen Untersuchung oder einem M&A-Prozess auf notwendige juristische Kapazität verzichtet, spielt mit dem Feuer. Operativ drohen Fristversäumnisse, Compliance-Gaps und fehlerhafte Dokumentation, die Sanktionen nach sich ziehen. Bei internen Untersuchungen – etwa bei Verdacht auf Betrug oder Geldwäsche – ist jede Stunde ohne qualifizierte Unterstützung eine Stunde erhöhtes Haftungsrisiko für das Management. Dazu kommt der Reputationsschaden: Regulatoren, Investoren und Geschäftspartner bewerten Reaktionsschnelligkeit und juristische Sorgfalt als Zeichen von Unternehmensqualität. Fehlende Kapazität in kritischen Momenten ist ein strategisches Risiko.

 

Interim Legal wurde lange als Notlösung wahrgenommen. Warum ist es heute für General Counsel und Heads of Compliance ein echtes strategisches Instrument geworden?

Christian Steinmetz: Der Wandel hat sich leise vollzogen. Früher galt Interim Legal als Pflaster – jemand fällt aus, also holt man temporär jemanden. Heute denken fortschrittliche General Counsel und Heads of Compliance anders: Sie planen Flexibilität aktiv ein. Interim Legal ist ein strategisches Werkzeug für eine Welt, in der Regulatorik, Transaktionsvolumen und Compliance-Anforderungen kontinuierlich wachsen – ohne dass Headcount-Budgets proportional mithalten. Wer gezielt auf Projektjuristen setzt, kann Spitzenlasten abfedern, Spezialkenntnisse für definierte Projekte einkaufen und dabei flexibel bleiben. Das ist modernes Legal Operations.

48 Stunden zwischen Bedarfsmeldung und erstem Profil – das klingt sportlich. Wie garantieren Sie, dass Schnelligkeit nicht zulasten der Qualität geht?

Christian Steinmetz: Unsere 48 Stunden funktionieren nur deshalb, weil wir nicht erst dann beginnen zu suchen, wenn der Bedarf entsteht. Alpinum Solutions pflegt kontinuierlich aktive Beziehungen zu einem Pool an Interim-Juristen und Compliance-Experten im DACH-Raum. Jedes Profil ist vorqualifiziert: fachlich, kulturell und nach Verfügbarkeit. Wenn ein Mandat eingeht, starten wir keinen Rekrutierungsprozess – wir matchen. Wir kennen die meisten unserer Kandidaten persönlich, nicht nur vom Lebenslauf. Wir wissen, wer in regulatorischen Drucksituationen ruhig bleibt, wer in Kanzleistrukturen sozialisiert ist und wer in einer bestimmten Unternehmenskultur aufgeht. Schnelligkeit und Qualität sind bei uns kein Widerspruch – sie sind das Resultat sorgfältiger Vorarbeit und persönlicher Beziehungspflege.

 

Geschwindigkeit ist wichtig, aber die Chemie muss stimmen. Worauf kommt es beim Matching zwischen Unternehmen und Rechtsexperten heute wirklich an?

Christian Steinmetz: Fachliche Kompetenz ist die Eintrittskarte – aber kein Garant für einen erfolgreichen Einsatz. Was den Unterschied macht, ist der kulturelle Fit: Versteht der Experte die Unternehmenskultur? Kann er im bestehenden Team sofort Vertrauen aufbauen? Bringt er die richtige Haltung mit – ob es eine hochsensible interne Untersuchung oder ein straff getakteter M&A-Prozess ist? Bei Alpinum Solutions führt jede Mandatsannahme zu einem präzisen Briefing – mit dem Kunden und intern. Wir fragen nicht nur nach dem Fachgebiet, sondern nach der Unternehmenskultur, dem Führungsstil der Abteilung und dem Kontext des Projekts. Unser Matching ist kein Algorithmus – es ist ein Gespräch.

Algorithmen erkennen Keywords, nicht Charaktere und konkrete Erfahrungen. Die Frage, ob jemand in einer angespannten internen Untersuchung das richtige Urteilsvermögen mitbringt, ist eine menschliche Einschätzung.
Christian Steinmetz

Alpinum setzt auf Automatisierung und persönliche Beziehung. Wo liegen die klaren Grenzen der KI bei der Auswahl hochqualifizierter Juristen?

Christian Steinmetz: Technologie ist bei uns kein Selbstzweck – sie dient einem klaren Ziel: mehr Zeit für das Wesentliche. KI-gestützte Tools nutzen wir gezielt bei Dokumentenverarbeitung, Workflow-Steuerung und Vertragsverwaltung. Das entlastet administrativ und erhöht unsere Reaktionsgeschwindigkeit. Aber beim eigentlichen Matching – welcher Mensch passt in welcher Situation zu welchem Unternehmen – hat die KI keinen Platz. Und das ist auch gut. Algorithmen erkennen Keywords, nicht Charaktere und konkrete Erfahrungen. Die Frage, ob jemand in einer angespannten internen Untersuchung das richtige Urteilsvermögen mitbringt, ist eine menschliche Einschätzung. Unser Credo lautet deshalb: Human Interaction, Enhanced by AI. Die Technologie übernimmt das Administrative. Der Mensch trifft die maßgeblichen Entscheidungen.

 

Immer mehr junge Juristinnen und Juristen entscheiden sich bewusst gegen den klassischen Kanzleiweg. Was macht das Projektgeschäft für Young Professionals so attraktiv?

Christian Steinmetz: Der klassische Kanzleiweg – Referendariat, Associate-Jahre, Partnertrack – ist für viele junge Juristinnen und Juristen kein Automatismus mehr. Die Generation, die heute in den Markt eintritt, fragt bewusst nach Sinnhaftigkeit, Vielfalt und Selbstbestimmung. Interim Legal bietet genau das: Innerhalb weniger Jahre arbeitet man bei mehreren Unternehmen, in unterschiedlichen Branchen und Rechtsgebieten – von regulatorischen Projekten über M&A bis zu internen Investigations. Die Lernkurve ist steil, die Eigenverantwortung hoch. Wer als Junior einsteigt, durchläuft in zwei Jahren eine Breite an Erfahrungen, die im klassischen Kanzleibetrieb eine Dekade dauern kann. Hinzu kommt Flexibilität in Projektgestaltung und Arbeitsort. Das spricht eine Generation an, die Karriere neu denkt.

 

Die neue Generation bringt ein anderes Skillset mit – digital-affin und AI-ready. Inwiefern wird Technik-Kompetenz zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal?

Christian Steinmetz: Die neue Juristengeneration wächst digital auf – und das wird zum echten Wettbewerbsvorteil. KI-Tools verändern die Rechtsarbeit fundamental: Vertragsanalyse, Legal Research, Due Diligence – Aufgaben, die früher Stunden kosteten, werden in Minuten erledigt. Wer diese Tools souverän beherrscht und ihre Outputs kritisch bewertet, ist kein Junior mehr – der ist ein Multiplikator. Für Unternehmen bedeutet das: Ein AI-affiner Jurist erbringt mit derselben Zeit eine höhere Wertschöpfung. Für Kandidaten: Tech-Kompetenz ist kein Nice-to-have, sondern ein Karrierebeschleuniger. Bei Alpinum Solutions merken wir das konkret – Mandanten fragen gezielt nach Kandidaten, die nicht nur juristisch stark sind, sondern auch technologisch fit. Die Grenze zwischen Legal und Legal Tech verschwimmt.

Die neue Juristengeneration wächst digital auf – und das wird zum echten Wettbewerbsvorteil.
Christian Steinmetz

Wie sieht ein typischer Einstieg über Interim Legal für einen Junior konkret aus? Welche Lernkurve und welche Vielfalt erwartet ihn?

Christian Steinmetz: Ein typischer Einstieg sieht so aus: Ein Junior Jurist – meist frisch aus dem Referendariat oder mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung – kommt zu uns, weil er Vielfalt sucht statt Spezialisierung um jeden Preis. Wir platzieren ihn in einem Projekt, das zu seinem Profil passt – etwa bei einer Bank oder einem großen internationalen Unternehmen. Er arbeitet direkt im Team des Kunden, trägt echte Verantwortung und erhält reales Feedback. Nach diesem Projekt folgt oft ein weiteres – in einer anderen Branche, mit einem anderen Fokus. Was viele Junior-Experten nach einem Jahr rückmelden: Sie haben mehr gelernt als in einem klassischen Festanstellungsverhältnis – und kennen ihren eigenen Marktwert deutlich besser.

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Wenn wir fünf Jahre vorausschauen – welche Rolle werden ALSPs langfristig einnehmen und was müssen Unternehmen heute konkret ändern?

Christian Steinmetz: Alternative Legal Service Provider werden in fünf Jahren kein Add-on mehr sein – sie werden ein Standardelement moderner Legal & Compliance Departements sein. Der Druck auf Rechtsabteilungen nimmt zu: mehr Regulatorik, höhere Transaktionsvolumen, digitale Transformation – bei gleichbleibenden Headcount-Budgets. Wer heute nicht auf Flexibilisierung setzt, wird morgen strukturell überfordert sein. Unternehmen sollten jetzt handeln: Beziehungen zu spezialisierten Interim-Anbietern aufbauen, interne Prozesse für externe Experten vorbereiten und Flexibilität als strategischen Vorteil. ALSPs wie Alpinum Solutions werden zu echten Partnern der Rechtsabteilung und dem Compliance Department der Zukunft: schnell, spezialisiert, vertrauenswürdig.

 

Ihr Fazit?

Was mich persönlich antreibt: Ich erlebe täglich, wie groß der Unterschied ist, den die richtigen Menschen im richtigen Moment machen. Ein erfahrener Projektjurist, der in einer Krisensituation Ruhe mitbringt und sofort liefert – das ist Vertrauen. Wir sind der Partner, der versteht, dass es in kritischen Momenten um Lösungen mit den richtigen Experten geht. Technologie hilft uns, schneller und präziser zu werden – aber die Entscheidung, die wirklich zählt, trifft immer ein Mensch. Genau das geben wir jeden Tag – in 48 Stunden.

Vielen Dank, Herr Steinmetz!

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