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Bye Bye, Blackout!

Wie man während der Prüfung einen klaren Kopf behält...


verfasst von Julian Wagner und veröffentlicht am 20.07.2018

Schweißperlen auf der Stirn, Chaos im Kopf: Viele Studierende haben es schon erlebt: Einen Blackout in der Prüfung.

 

Das über Wochen erlernte Wissen ist plötzlich nicht mehr abrufbar, die Wörter des Sachverhaltes verschwimmen vor den Augen. Paragraphen schwirren durch den Kopf und die anschließende Schreibblockade sorgt für gänzliche Handlungsunfähigkeit. Nicht wenige werden dann von ihren Emotionen eingeholt, brechen in Tränen aus oder geben ein leeres Blatt ab. Am Ende eines solchen Blackouts bleibt häufig nicht viel mehr als Frustration, eine Menge Selbstzweifel und meistens eben auch eine schlechte Leistung in der Klausur.

Konsequenz: Durchgefallen.

Am Ende dieser unangenehmen Erfahrung bleibt dann das entscheidende und nach wie vor ungelöste Problem übrig: Wie kann eine solche Klausuren-Katastrophe in Zukunft verhindert werden und was kann man tun, wenn man in der Prüfung sitzt und plötzlich doch wieder Panik schiebt? Bei der Beantwortung dieser Fragen kann der nachfolgende Artikel helfen. Gewiss aber soll und kann er bei schwerwiegenden Angstzustände und psychischen Problemen eine psychotherapeutische Beratung oder Behandlung nicht ersetzen.

 

#1 - Preparation is key

Grundlage für mentale Stabilität in Prüfungssituationen ist die Gewissheit, im Vorfeld alles in der eigenen Macht stehende für den persönlichen Erfolg in der Klausur geleistet zu haben. Das Bewusstmachen der Tatsache, dass alles andere als die eigene Vorbereitung nicht kontrolliert werden kann und daher auch gewiss nicht Anhaltspunkt für Überlegungen oder gar Sorgen sein darf, ist von maßgeblicher Bedeutung.

Die eigene Tagesform, das schwüle Wetter, der umständlich formulierte Sachverhalt oder die unfaire Korrektur stellen allesamt Faktoren dar, die – wenn man sich immer wieder über sie den Kopf zerbricht – negative Emotionen auslösen können.

Diese wiederum kosten jede Menge Energie und Nerven, die man eigentlich doch ohnehin für die Konzentration auf die Prüfung selbst benötigt. Daher ist es empfehlenswert, den eigenen Fokus ausschließlich auf das zu lenken, was man selbst tatsächlich in der Hand hat: Nämlich die formelle und fachliche Vorbereitung auf die Klausur.

 

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Mit formeller Vorbereitung sind insbesondere all diejenigen Maßnahmen gemeint, die organisatorischer Natur sind und nichts mit konkreten Prüfungsinhalten zu tun haben. Hierbei steht das Ziel, unnötigen Stress vor und am Prüfungstag zu vermeiden, im Vordergrund.

Dazu gehört es, genau zu wissen, wo der Prüfungsraum ist, wann genau man am Prüfungstag spätestens dort einzutreffen hat und die Gewissheit, am Abend zuvor alle notwendigen Utensilien bereit gelegt zu haben - Studentenausweis inklusive. Was hier zunächst mal selbstverständlich klingt, gerät im Prüfungsstress bei so manchem Stundenten in Vergessenheit, was gerade kurz vor der Klausur unnötig Stress auslösen kann und daher unbedingt vermieden werden sollte.

Am besten mithilfe einer Checkliste, die man sich zwei bis drei Tage vor der Prüfung anfertigt und dann Punkt für Punkt abarbeitet.

Mit fachlicher beziehungsweise inhaltlicher Vorbereitung ist hier das Erarbeiten, Lernen und Anwenden des Prüfungsstoffes gemeint. Wer rechtzeitig angefangen hat, sich vorzubereiten, strukturiert an seinen Prüfungsstoff herangegangen ist und Fragen nicht offen gelassen hat, sollte auch in einer Prüfung eigentlich nichts zu befürchten haben. Deswegen schafft eine umfassende und vollständige Vorbereitung neben fachlicher Kompetenz auch wichtiges Selbstbewusstsein, um sorgenfrei dem Prüfungstag entgegenzusehen.
 

#2 - Das eigene Mindset anpassen

Wichtig ist es, die eigenen Gedanken im Blick zu behalten und letztlich auch zu kontrollieren. Wer nämlich mit einer negativen Grundeinstellung in die Klausur geht und schon vor dem ersten Blick auf den Sachverhalt an seinen persönlichen Untergang glaubt, wird in Stresssituation umso labiler sein und gewiss eher dazu neigen, in Panik zu geraten. Daher ist es wichtig, offensichtlich irrationale, aber scheinbar realistische und negativen Gedanken konsequent zu verdrängen und durch konstruktive positive Gedanken zu ersetzen.

Alles, was uns vor oder während einer Klausur nämlich runterziehen könnte, trägt gewiss nicht zum Erfolg bei und hat daher auch nichts im eigenen Kopf verloren. Natürlich macht es wenig Sinn, wenn die motivierenden und positiven Gedanken nicht auch zumindest teilweise auf der Realität und Substanz fußen. Damit ist vor allem die bereits oben erwähnte Vorbereitung gemeint, die zuvor natürlich geleistet worden sein muss, um überhaupt in der Lage zu sein, sich selbst gut zuzusprechen, ohne sich dabei selbst in die eigene Tasche zu lügen.

 

  • So kann also aus einem :

„Morgen bekommen ich bestimmt wieder nichts auf die Reihe“

ein „Ich gebe morgen mein Bestes und werde alles tun, was in meiner Macht steht.“ werden.

 

  • Oder:    

„Hoffentlich überfordert mich der Sachverhalt nicht wieder so sehr wie beim letzten Mal!“ zu

„Ich habe meine Vorbereitung so gut wie ich konnte geplant und durchgeführt. Daher werde ich die Prüfungsaufgaben soweit und so gut bearbeiten, wie ich kann. Alles andere steht nicht in meiner Macht.“

 

#3 - Wenn Erwartungen zur Belastung werden

Riesige Erwartungen, die wir an uns selbst stellen und der dadurch entstehende mentale Druck, können mehr belasten als alle anderen Anforderungen, die von außen kommen. Deshalb sollte man, wenn Prüfungsängste und Blackouts bereits bestehen, über die eigenen Erwartungen und Ansprüche nachdenken.

Manchmal sind wir selbst unsere größten Kritiker und Gegner.

Der Sinn von Zielen, die man sich selbst setzt, ist, dass der eigene Fokus geschärft wird. Damit jeder Tag, an dem man beginnt, zu lernen und sich vorzubereiten, sinnstiftend ist und man weiß für was man eigentlich arbeitet und Zeit investiert. Konkrete Ziele haben also sowohl eine Motivationsfunktion als auch den Zweck, der eigenen Arbeit einen Sinn zu geben.

Letztlich helfen sie einfach auch dabei, im Studium und im Leben auf Kurs zu bleiben.

Setzt man sich seine Ziele jedoch unrealistisch hoch, sodass sie zur Belastung werden und man mehr Druck und Versagensängste als Motivation und Fokus verspürt, erfüllen sie ihren konstruktiven Sinn längst nicht mehr. Dann ist es Zeit, die eigenen Erwartungen zu überdenken, von ihnen gegebenenfalls Abstand zu nehmen und niedrigere Etappenziele festzulegen und am besten auch schriftlich zu fixieren.

Wenn die eigenen Erwartungen und der dadurch ausgelöste Druck auch durch die ständigen Vergleiche mit Kommilitonen entstehen, sollte man sich dessen zunächst einmal bewusst werden und dann Schritt für Schritt versuchen, von derartigen Gedankenstrukturen Abstand zu gewinnen.

Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

Beginnen kann man aber in jedem Fall damit, sich klar zu machen, dass jeder Mensch und damit auch jeder Student ein Individuum ist und mit unterschiedliche Voraussetzungen, Stärken und Schwächen ins Studium gekommen ist, sich also in einer höchst individuellen Situation befindet, die sich von außen betrachtet niemals vollumfänglich einsehen, nachvollziehen und vor allem bewerten lässt.

Dementsprechend sind auch die permanenten Vergleiche mit anderen wenig aussagekräftig und letztlich sowohl unnötig als auch belastend. In dem Moment, wo diese Vergleiche und das häufig damit einhergehende Konkurrenzgefühl nicht mehr anspornen sondern negative Emotionen wie Neid und Minderwertigkeitskomplexe auslösen, leisten sie keinen konstruktiven Beitrag mehr zum persönlichen Erfolg und sind daher auch zu vermeiden.

Ein erster Schritt kann es daher sein, seinen persönlichen Erfolg – unabhängig von der Meinung und der Leistung anderer – zu definieren und ebenfalls schriftlich zu fixieren.

 

Beispiel:

In meiner nächsten Klausur, bin ich erfolgreich, wenn ...

  • ... ich mich gewissenhaft vorbereite, an der Klausur teilnehme und mich meiner Angst, zu versagen und durchzufallen, stelle.
  • ... ich bis zur letzten Sekunde der Bearbeitungszeit alles gebe.
  • ... ich keine Energie an destruktive Gedanken verschwende.
  • ... ich an mich und meine Fähigkeiten glaube.
  • ... ich mich negativen Gedanken und Emotionen nicht ergebe und von ihnen runterziehen zu lasse, sondern versuche, für einen Moment innezuhalten, durchzuatmen und mir bewusst zu machen, dass von dieser Klausur weder mein Leben noch mein Wert als Mensch abhängt.

 

#4 - Fazit

Merke: Die richtigen Gedanken sind nur diejenigen, die Dir auch gut tun, Dich also nicht runterziehen, sondern aufbauen und letztlich stärker machen! Das Gedankenkarussell im Kopf zu kontrollieren und seine Emotionen zu verstehen, gehört ebenfalls zur Prüfungsvorbereitung und Entwicklung im Studium wie die fachlichen Kompetenzen, die es zu erwerben gilt! Bedeutsam bleibt es, eine strukturierte Vorbereitung auf die Klausur in formeller und fachlicher Hinsicht vorzunehmen, eigene Erwartungen kritisch zu überdenken, Vergleiche mit anderen zu meiden und seinen persönlichen Erfolg zu definieren und dann auch zu feiern – sogar, wenn es mal „nur“ 4 Punkte sind!

 

 

Über den Autor

Julian Wagner

studiert im 7. Semester Jura in Würzburg und ist seit Dezember 2017 als Autor für TalentRocket tätig. Nebenbei schreibt er auch für seinen Blog „Studi-Tipps: Jura“

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