Juristin und Jurist beim Landesamt für Finanzen

Verfasst von Nicole Zankl und Matthias Bauer. Veröffentlicht am 11.07.2022.

Juristin und Jurist beim Landesamt für Finanzen

Verantwortung tragen und wichtige Entscheidungen treffen

Landesamt für Finanzen, schon einmal gehört?

Das Landesamt für Finanzen (LfF) ist den meisten Juristinnen und Juristen vielleicht noch aus dem Referendariat bekannt. Es handelt sich um die Behörde, von der man am Monatsende das Gehalt erhält. Weniger bekannt sind den meisten die Rechtsabteilungen des LfF und die Zuständigkeit als Prozessvertretungsbehörde des Freistaates Bayern.

Aber der Reihe nach: Das LfF ist eine Landesbehörde mit knapp 3.000 Beschäftigten. Es hat seinen Sitz in Würzburg und ist mit 13 Standorten in ganz Bayern vertreten. Wir verstehen uns als Dienstleister für die Bayerische Staatsverwaltung und sind insbesondere zuständig für die Abrechnung der Bezüge der staatlichen Beschäftigten und Versorgungsempfängerinnen und -empfänger, die Abwicklung staatlicher Kassengeschäfte und die Prozessführung für den Freistaat Bayern. Außerdem ist das Landesamt ein bedeutender und übergreifender IT-Dienstleister für alle Ressorts.

Aufgaben der Rechtsabteilungen des Landesamts für Finanzen

Im LfF arbeiten an verschiedensten Stellen Juristinnen und Juristen. Die meisten sind in den Rechtsabteilungen, den sog. Fiskalaten, tätig: Soll ein Anspruch gerichtlich gegen den Freistaat Bayern durchgesetzt werden, ist die Klage nicht an die jeweilige Ausgangsbehörde, sondern an das LfF zu richten.

Aber auch eigene Ansprüche des Freistaates Bayern werden vom LfF durchgesetzt. Das umfasst zum einen die klassischen aus der Ausbildung bekannten rechtlichen Materien und die Vertretung vor den Zivil-, Arbeits-, Sozial-, Verwaltungs- und Finanzgerichten, aber auch Verfahren vor Schiedsgerichten oder dem Bundespatentgericht.

Aktueller Job in der Bayerischen Finanzverwaltung
Als ,Kommunikationsschnittstelle‘ zur Abteilungs- und Dienststellenleitung ist es meine Aufgabe, relevante Informationen z. B. bei Veränderungen von Arbeitsprozessen weiterzugeben.
Nicole Zankl

Führungskraft und „Quasi-Anwalt“ – eine spannende Kombination

Wir, Nicole Zankl und Matthias Bauer, sind beide im Fiskalat der Dienststelle München tätig: 

Referatsleiterin beim LfF

Ich, Nicole Zankl, arbeite seit April 2021 im LfF und leite ein Referat, das für den Regress ausbezahlter Unterhaltsvorschussleistungen zuständig ist. Als Referatsleiterin bin ich sowohl bei Personalangelegenheiten als auch bei juristischen Fragen die unmittelbare Ansprechpartnerin für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass das Arbeitsklima so kollegial und hilfsbereit bleibt, wie ich es seit meinem Beginn im LfF erfahren habe.

Als „Kommunikationsschnittstelle“ zur Abteilungs- und Dienststellenleitung ist es meine Aufgabe, relevante Informationen z. B. bei Veränderungen von Arbeitsprozessen weiterzugeben. Außerdem kümmere ich mich um die kurz- und langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten der Referatsmitglieder. Dazu gehört auch, Beförderungschancen abzuschätzen, aufzuzeigen und zu unterstützen. Daneben bin ich aber auch klassisch juristisch tätig und verfolge vor den zuständigen Familiengerichten Unterhaltsansprüche, die nach § 7 UVG auf den Freistaat Bayern übergegangen sind. Dabei bin ich in großen Teilen Oberbayerns und in ganz Niederbayern unterwegs.

Vor den Familiengerichten besteht kein Anwaltszwang, sodass ich die Prozessführung komplett eigenverantwortlich wahrnehme. Besonders interessant finde ich die Tätigkeit im Fiskalat vor allem, weil ich neben der Personalverantwortung auch tagtäglich das in der Ausbildung erlernte juristische Handwerkszeug praktisch umsetzen kann.

Mit dem Landesentschädigungsamt gibt es speziell an der Dienststelle in München ein weiteres ganz besonderes und wichtiges Referat. Es ist für die Durchführung des Bundesentschädigungsgesetzes verantwortlich, aufgrund dessen die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Entschädigungsleistungen erhalten. Beim Kontakt mit den Überlebenden oder deren Angehörigen sind Sensibilität und Einfühlungsvermögen besonders gefragt.

Justiziar beim LfF

Ich, Matthias Bauer, arbeite seit Januar 2018 im LfF. Seit ca. drei Jahren führe ich ebenfalls als Referatsleiter ein UVG-Referat mit den gleichen Aufgaben wie Frau Zankl. Zusätzlich bin ich mit einem Arbeitsanteil von 25 % als Justiziar (ohne Personalverantwortung) tätig.

Aktuell kümmere ich mich um Rechtsstreitigkeiten auf dem Gebiet des Individualarbeitsrechts, nachdem ich zuvor unter anderem für Streitigkeiten aus dem Bereich des Sozialrechts zuständig war. Der Themenkomplex im Arbeitsrecht ist dabei so vielfältig wie abwechslungsreich. Sie reichen von Kündigungsschutzklagen bis zu Fragen des Befristungs- oder Urlaubsrechts. Die Hauptaufgabe eines Justiziars ist die Prozessführung. Da in der Arbeitsgerichtsbarkeit erstinstanzlich kein Anwaltszwang herrscht, führe ich diese Prozesse eigenverantwortlich in enger Abstimmung mit der jeweiligen Ausgangsbehörde. In Fällen mit Anwaltszwang, z. B. vor dem LAG, betreue ich den Prozess in enger Abstimmung mit der mandatierten Kanzlei. Im Rahmen der Prozessführung berate ich die Ausgangsbehörden bei Rechtsfragen, erstelle Schriftsätze und nehme die Gerichtstermine wahr. Hier benötigt man sowohl juristisches Wissen als auch Verhandlungsgeschick, Kommunikationsfähigkeit und Menschenkenntnis. Im Laufe meiner nun schon mehrjährigen Tätigkeit beim LfF habe ich insoweit viele Erfahrungen gesammelt und gelernt, meine Fähigkeiten immer besser einzusetzen. 

Neben der Betreuung arbeits- oder sozialrechtlicher Streitigkeiten können Justiziare auch in anderen Fachbereichen tätig sein. Das potenzielle Betätigungsfeld reicht dabei von Bauprozessen über die Geltendmachung vertraglicher Zahlungsansprüche vor den ordentlichen Gerichten bis hin zu versorgungsrechtlichen Fragestellungen vor den Verwaltungsgerichten.

Im Laufe meiner nun schon mehrjährigen Tätigkeit beim LfF habe ich insoweit viele Erfahrungen gesammelt und gelernt, meine Fähigkeiten immer besser einzusetzen.
Matthias Bauer

Karriere im LfF

Die Tätigkeit im LfF ist sowohl für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger als auch für schon erfahrene Juristinnen und Juristen ein sehr ansprechendes „Gesamtpaket“.

Dabei bietet das LfF vielfältige Karriereperspektiven. Abhängig von der persönlichen Entwicklung besteht die Option, in eine der weiteren Abteilungen des LfF zu wechseln oder selbst eine Abteilungsleitung zu übernehmen. Auch eine Tätigkeit im Finanzministerium kann ein Karriereschritt sein. 

Mir, Nicole Zankl, wurde es bereits im ersten Berufsjahr ermöglicht, mich für die Tätigkeit in der Leitstelle Fiskalat zu entscheiden. Aufgabe der Leitstelle ist es, den gesamten Geschäftsgang aller Fiskalate unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben zu sichern und die Arbeitsbedingungen durch die Etablierung neuester IT weiter zu verbessern. 

Neben den spannenden Aufgaben ist eine Tätigkeit beim LfF auch finanziell attraktiv. Die Einstellung erfolgt in aller Regel im Rahmen eines Beamtenverhältnisses in der Besoldungsgruppe A 13, wobei die Dienstposten des Justiziars bzw. der Referatsleitung bis Besoldungsgruppe A 15 bewertet sind. Aufgrund der kollegialen Zusammenarbeit im Team und der abwechslungsreichen Tätigkeiten würden wir uns rückblickend auf jeden Fall wieder für das LfF entscheiden. Wir freuen uns, einer neuen Kollegin oder einem neuen Kollegen das LfF zeigen zu können.

Bewirb dich, um Teil unseres Teams zu werden!

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