Der Studiengang „Wirtschaft und Recht“ an der Dresden International University

 Veröffentlicht am 23.12.2020.

Das beste aus beiden Welten

Der Studiengang „Wirtschaft und Recht“ an der Dresden International University

Der Studiengang Wirtschaft und Recht soll wirtschaftliches Denken im juristischen Kontext vermitteln. In ihrer nunmehr 30-jährigen Berufspraxis als Steuerberaterin, sieht Dr. Margitta Markert in dieser Fähigkeit eine entscheidende Grundlage, komplexe Sachverhalte in den Unternehmen zu verstehen und Mandanten optimal zu beraten.


Abschluss ist nicht gleich Abschluss. Der Studiengang „Wirtschaft und Recht“ kann mit einem LL.M. oder mit einem MBA abschließen – ist der Abschluss vom vorangegangenem Studium abhängig oder steht Bewerber*innen die Wahl des Abschlusses frei? 

Margitta Markert: Grundsätzlich steht dem Bewerber*innen die Wahl des Abschlusses frei, allerdings sind die Anforderungen des LL.M. für Studierende ohne juristische Vorbildung nicht einfach zu erfüllen. Das zeigt sich häufig in der Masterarbeit, die für den Abschluss eine Herausforderung ist. 


Frau Dr. Markert, nach dem Studium streben viele eine möglichst schnelle Karriere an. Inwieweit können Zusatzqualifikationen hierbei hilfreich sein und weshalb sollten sich Absolvent*innen die Möglichkeit eines LL.M. oder eines MBA in zeitlicher Nähe zum Staatsexamen überlegen?

Margitta Markert: Jede Zusatzqualifikation bringt Erkenntnisse, die für die berufliche Praxis hilfreich sind, davon können die Absolvent*innen eigentlich nicht genug bekommen.

Die Herausforderungen an die berufliche Tätigkeit steigen stetig, das Wirtschaftsleben ist komplexer geworden und fordert eine permanente Anpassung an sich immer schneller ändernde Rahmenbedingungen.

Diesen Anforderungen müssen sich die Absolvent*innen stellen und dann kann viel fundiertes Wissen helfen.
 

Wirtschaft und Recht hängen in der Praxis eng zusammen, werden aber im Verlauf der jeweiligen Bachelor- bzw. Staatsexamensstudiengänge getrennt voneinander betrachtet. Ist bereits durch das Zusammenlegen beider Bereiche innerhalb des Masters die Ausbildung praxisorientierter?

Margitta Markert: Eine praxisorientierte Ausbildung setzt theoretische Grundlagen voraus und versucht, dieses Wissen mit praktischen Fällen zu anwendungsbereitem Wissen mit auszubauen, natürlich auch mit der Erweiterung der Grundlagen. Die Zusammenlegung der beiden Bereiche allein hilft da noch nicht. Wichtig ist die interdisziplinäre Arbeit an den Fällen, genau da entsteht auch der Mehrwert für die Absolvent*innen.

Dieser Blick über den „Tellerrand“ in die angrenzende Disziplin macht das Mehr an Erkenntnis.


Wie wird der Studienalltag ausgestaltet? Wird auf Präsenzveranstaltungen oder auch auf Webinare gesetzt? Und werden auch praktische Abschnitte mit eingeplant?

Margitta Markert: In der aktuellen Situation ist auch an der DIU die Gestaltung des Studienalltag kompliziert. Auch hier werden verschiedene Wege gegangen. Wir werden alle Lehrveranstaltungen wie geplant und so oft wie möglich in Präsenzlehre durchführen. Natürlich halte ich Präsenzveranstaltungen für besonders wichtig, es ist das gemeinsame Arbeiten, die Kommunikation und Diskussion in den Vorlesungen und hier auch die praktische Arbeit an Fallbeispielen. Geht dies nicht, übertragen wir all dies auch in virtuelle Veranstaltungen.


Der MBA ist unter Jurist*innen vergleichsweise wenig verbreitet. Für wen empfiehlt es sich dennoch, den MBA dem LL.M. vorzuziehen?
Margitta Markert: Insbesondere Jurist*innen die sich für eine Tätigkeit in Unternehmen oder für Unternehmen interessieren sollten den MBA anstreben. Der Denkansatz der Betriebswirt*innen Probleme zu lösen, ist naturgemäß ganz anders als der juristische Denkansatz.

Häufig sprechen Betriebswirt*innen und Jurist*innen über einen Fall, aber beide reden völlig aneinander vorbei. Dieses Vakuum muss geknackt werden, um einen Fall optimal aus juristischer und betriebswirtschaftlicher Sicht zu lösen.


Wirtschaftliche Schwerpunkte gibt es ja bereits in der universitären Ausbildung. Wie viel nützen diese bei einem LL.M. oder MBA und wieviel weiter geht beispielsweise der Studiengang „Wirtschaft und Recht“

Margitta Markert: Der Studiengang „Wirtschaft und Recht“ vermittelt praxisbezogene disziplinenübergreifende Denkansätze. 


Der LL.M. und der MBA sind für sich genommen vielen ein Begriff, aber wo liegen die Unterschiede zwischen beiden Abschlüssen?

Margitta Markert: Die Unterschiede ergeben sich aus den Studieninhalten, der LL.M. mit starken rechtlichen Inhalten und der MBA mit starken betriebswirtschaftlichen Inhalten. 

Das Programm beider Abschlüsse an der DIU scheint sehr parallel aufgebaut zu sein, bis auf abschlussspezifische Module für den LL.M. und den MBA. Machen nur diese einen Unterschied oder sind auch innerhalb der anderen Standardmodule bereits Unterschiede in Bezug zum angestrebten Abschluss auszumachen?
Margitta Markert: Das Grundkonzept ist zunächst der interdisziplinäre Ansatz für alle Absolvent*innen. Es gibt ergänzende Module und natürlich die Abschlussarbeit, die ein wesentlicher Baustein ist und die besondere Fähigkeiten im juristischen oder im betriebswirtschaftlichen Bereich fordert.

Die Abschlussarbeiten werden je nach Abschluss durch die wissenschaftliche Leitung genehmigt und müssen den Anforderungen der jeweiligen Disziplin entsprechen. 


„Judex non calculat“ ist ein altbekannter Spruch bei Jurastudierenden. Wie viel Mathematik kommt auf die Teilnehmer der Programme zu und kann eine fehlende Affinität hierfür zu Schwierigkeiten führen? 

Margitta Markert: Die reine Mathematik ist nicht so das Problem. Die Schwierigkeiten entstehen für Jurist*innen häufig bei der Sachverhaltsfindung. Bei betriebswirtschaftlichen Sachverhalten braucht es die betriebswirtschaftliche Denkweise, um ein Problem überhaupt erst zu erkennen. Ein juristisch perfekter Vertrag kann wirtschaftlich die Katastrophe sein, umgekehrt natürlich auch.

Aus den Verträgen wirtschaftliche Folgen abzuleiten ist eine Herausforderung für Betriebswirt*innen und für Jurist*innen.


Hand aufs Herz, was ist die größte Herausforderung für die MBA- und LL.M. Studierenden und wie versucht die Dresden International University an dieser Stelle das Weiterkommen zu erleichtern?

Margitta Markert: Der Studiengang fordert viel von den Studierenden und oft ist die Zeit sehr knapp.

Die meisten Studierenden sind bereits beruflich tätig und unterschätzen den erforderlichen Zeitaufwand. Wir versuchen hier so flexibel wie möglich zu sein, aber der Abschluss kann nur durch die eigene Leistung geschafft werden.

Natürlich unterstützen die Dozent*innen Studierende auch, sollten sich Wissenslücken auftun mit ergänzenden Literaturhinweisen und persönlichen Gesprächen. 


LL.M. plus MBA? Besteht die Möglichkeit, den Studiengang mit beiden Abschlüssen zu beenden, indem beide Vertiefungsmodule gemacht werden?

Margitta Markert: Die Studierenden können Vertiefungskurse aus beiden Bereichen belegen (LL.M. und MBA), müssen sich aber für einen Abschluss entscheiden. Die zusätzlich erworbenen Kenntnisse werden ggf. in einem Zertifikat bestätigt.

Gibt es bei den Masterstudiengängen einen NC, der zu beachten ist oder werden die Teilnehmer*innen nach anderen Kriterien ausgewählt?

Margitta Markert: Die Teilnehmer*innen müssen die Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehören neben dem ersten akademischen Abschluss auch Berufserfahrung. Ein NC ist nicht definiert.


Wie werden die Studienprogramme strukturiert? Und ist ein Wechsel zwischen den Programmen auch ohne allzu großen Aufwand möglich, wenn ein*e Teilnehmer*in beispielsweise andere Module möchte oder statt des MBA doch einen LL.M. anstreben will?

Margitta Markert: Das Studium ist modular aufgebaut. Die meisten Module sind vom Inhalt interdisziplinär ausgerichtet und von allen Studierenden zu belegen.

Die Differenzierung hin zum Masterabschluss erfolgt über das Vertiefungsmodul, so dass die Teilnehmer*innen erst zum Ende des Studiums sich für den MBA oder den LL.M. entscheiden müssen.


Geld spielt keine Rolle – oder doch? Gibt es Förderprogramme oder andere Möglichkeiten das Studium an der DIU zu finanzieren, Frau Dr. Markert?

Margitta Markert: Es gibt verschieden Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, wozu die DIU im Bedarfsfall die Interessenten umfänglich berät.


Wieviel Arbeit steckt für die Dozent*innen in den Programmen und wie haben sich die diese seit Ihren Anfängen weiterentwickelt? Was tut die DIU um sie stetig attraktiv und aktuell zu halten?

Margitta Markert: Auch die Vorlesungen müssen stets aktualisiert werden, rechtliche Grundlagen und auch betriebswirtschaftliche Grundlagen ändern sich und damit kann sich auch der Fokus in den Vorlesungen verlagern.

Wichtig ist uns, die Studierenden für die Risiken der Disziplinen Wirtschaft und Recht zu sensibilisieren, damit sie erfolgreich in oder für Unternehmen arbeiten können. An der Entwicklung des Studiengangs wirken die Studierenden mit durch ihre Fragen.

Aktuelle Themen, Gesetzesänderungen oder Vorschläge werden in die Vorlesungen integriert. Es sind immer Herausforderungen auch für die Dozent*innen, aber es macht auch Spaß und manchmal bringen auch mich die Fragen der Studierenden zum Nachdenken und das ist gut so. 


Ihr Fazit?

Einige der ehemaligen Student*innen treffe ich hin und wieder und bisher hat noch keiner gesagt, dass das Studium sich nicht gelohnt hat – das ist doch ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. 


Vielen Dank, Frau Dr. Markert!

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