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LL.M. & Dr. - Themenwahl entscheidend für Arbeitgeber?

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LL.M. & Dr. - Themenwahl entscheidend für Arbeitgeber?

Spielt die Spezialisierung oder das Thema der Arbeit eine tragende Rolle für den beruflichen Erfolg?

 

Ein LL.M. oder ein Doktortitel in der Bewerbungsmappe macht sich immer gut und so manch eine Tür geht sogar erst durch einen solchen Titel auf. Doch der Weg zu diesen akademischen Würden ist steinig und lang. Er beginnt in der Regel mit der Frage nach dem richtigen Thema und hier wollen wir einhaken!

 

Welche Rolle spielt das Thema?

Diese Frage muss sich ein potentieller Kandidat früher oder später sowieso stellen. Für ihn selbst spielt die Themenwahl freilich eine große Rolle, entscheidet sie doch über sein Beschäftigungsfeld auf absehbare Zeit. Darüber hinaus entscheidet sie auch mit über Schwierigkeitsgrad und Motivation. Wer sich für sein Thema interessiert, der kann auch leichter daran arbeiten!


Doch dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle die Spezialisierung beziehungsweise das Thema einer Doktor- oder Seminararbeit für potentielle Arbeitgeber spielt. Grundsätzlich bleibt es bei der alten Leier von den Noten, denn die ist leider genauso langweilig wie wahr: Juristen werden in erster Linie nach ihren Noten bewertet, alles andere kommt danach.
 


 

Ist das Thema also völlig egal?

Hier kommt des Juristen liebste Antwort ins Spiel: Es kommt drauf an!

Bei dem LL.M. spielt das Thema der Arbeit tatsächlich eine sehr untergeordnete Rolle. Das beruht auf verschiedenen Gründen und ist bei genauerer Betrachtung auch durchaus einleuchtend. Einerseits ist ein LL.M. bei Weitem nicht auf dem wissenschaftlichen Niveau einer Doktorarbeit. Das liegt sowohl an der kürzeren Bearbeitungszeit, als auch an der Tatsache, dass ein LL.M. regelmäßig im Ausland und somit auch nicht in der Muttersprache absolviert wird. Somit stehen häufig rechtspolitische Vergleiche im Fordergrund und auch die Themenvergabe ist nicht so exklusiv wie bei Doktorarbeiten. Dafür hat man aber oft eine sprachliche Herausforderung.
Deshalb hat ein LL.M. für Arbeitgeber auch eher eine bestätigende Funktion für Fremdsprachenkenntnissen und gilt als Nachweis für die Fähigkeit sich selbst im Ausland zu beweisen und soziale Kompetenzen gesammelt zu haben. Soll heißen: Der Inhalt einer LL.M.-Arbeit ist nicht von entscheidender Bedeutung bei der Bewerbung. Wenn das Thema dennoch zu dem Rechtsgebiet eines potentiellen Jobs passt oder sogar gerade die ausgeschriebenen Aufgaben betrifft, kann das natürlich ein entscheidender Pluspunkt sein. Dies stellt jedoch eher den Ausnahmefall als die Regel da. Der LL.M. ist durchaus angesehen in der Wirtschaft, jedoch nicht aufgrund seiner inhaltlichen Aussagekraft, sondern vielmehr weil er repräsentativ für gesuchte Qualifikationen steht.

 

Etwas anders sieht es bei einer Doktorarbeit aus...

Auch hier kommt es zwar wieder auf den Einzelfall an, die Thematik spielt aber schon eine deutlich wichtigere Rolle. Für diejenigen, die eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Universität anstreben, ist die Dissertation der richtige und auch notwendige Einstieg. Hier wird der Grundstein für die Karriere gelegt und im Optimalfall sollte das Dissertationsthema bereits in die gewünschte Richtung zielen. Es kommt zwar nicht auf die punktuell genaue Wahl an. Sprich ein Absolvent mit dem Wunsch später im Verwaltungsrecht wissenschaftlich tätig zu sein, muss nicht zwingend seine Dissertation in Verwaltungsrecht schreiben. Wohl aber sollte er im Kernbereich des öffentlichen Rechts bleiben.

Etwas weniger Wichtigkeit kommt dem Thema der Promotion in der Privatwirtschaft zu. Dass es immer ein Vorteil ist, wenn das Promotionsthema zum Job passt liegt auf der Hand und braucht nicht weiter erörtert zu werden. Fraglich ist also nur, ob es ein Problem ist, wenn das Promotionsthema und der Aufgabenbereich eines potentiellen Jobs weit auseinander fallen.

Hier kommt es dann wieder einmal darauf an :). Für den ersten Job kann das Promotionsthema ausschlaggebend sein, wenn für eine bestimmte Stelle ad-hoc ein Mitarbeiter gebraucht wird, der sich in der Thematik bereits gut auskennt. Dann ist die intensive Arbeit und Beschäftigung mit dem Thema von besonderer Wichtigkeit. In der Regel spielt das Promotionsthema eine eher untergeordnete Rolle. Eine Dissertation verlangt großes Engagement, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit sich langfristig auf ein explizites Problem zu fixieren. Diese Fähigkeiten sind gefragt und werden durch einen Doktortitel repräsentiert.

Informiere dich hier über Vor- und Nachteilen der Promotion


Darüber hinaus gilt für beide Titel, dass diese nach Außen hin ein besonders hohes Maß an Professionalität, Seriosität und Kompetenz ausstrahlen und damit immer eine vom Thema völlig losgelöste positive repräsentative Wirkung haben.

Das Thema einer Dissertation oder einer Arbeit im Verlaufe des LL.M. ist also nicht egal, steht aber auch – angehende Akademiker ausgenommen - nicht im Vordergrund. Wichtiger für potentielle Arbeitgeber sind die Qualifikationen und Tugenden, die hinter diesen Titeln stehen und nicht zuletzt auch der Titel an sich als repräsentatives Element.


Auch interessant:

Dr. oder LL.M. - Was Arbeitgeber präferien

LL.M. – Welche Möglichkeiten gibt es?

International Desks als Karrierechance mit Auslandsbezug​

 

18. Januar 2017


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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