No-Gos beim Networking für Juristen

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 07.06.2021.

8 No-Gos beim Netzwerken: Kontakte richtig pflegen

Diese Fehler solltest du unbedingt vermeiden

„Sie haben eine neue Kontaktanfrage.“ Schlägt dein Herz bei diesen Worten auch ein wenig höher? Es ist ein gutes Gefühl, sich ein Netzwerk aufzubauen und laufend neue Kontakte zu knüpfen. Denn auf diese Weise öffnen sich viele Türen, die sonst vielleicht verschlossen bleiben würden. Wer beim Networking alles richtig macht, der bekommt nicht nur spannende Jobangebote, sondern kann auch Mandate an Land ziehen oder seine eigene Expertise zur Schau stellen. Aber aufgepasst: Beim Netzwerken kann man so einiges falsch machen. Ob online oder offline, nur eine Kontaktanfrage zu senden oder eine Visitenkarte in die Hand zu drücken, reicht einfach nicht. Diese verbreiteten Fehler solltest du noch vermeiden:

1. Dich selbst in den Mittelpunkt stellen

Beim Networking geht es zwar unter anderem darum, sich selbst in einem guten Licht zu präsentieren und zu zeigen, welchen Mehrwert du deinen Kontakten bieten kannst – andererseits solltest du dich aber nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. Denn deine Gesprächspartner möchten ebenfalls gehört werden und sich am Austausch beteiligen. Anstatt das Gespräch zu dominieren, solltest du also viel zuhören, deine Kontakte nach ihrer Meinung fragen und Interesse an ihnen zeigen. Dadurch wirst du deinen Gesprächspartnern viel positiver in Erinnerung bleiben: Denn Menschen fühlen sich gerne verstanden.

2. Zu viele Erwartungen an neue Kontakte haben

Du hast auf einer Messe oder bei einem Online-Event neue Kontakte kennengelernt, von denen du den Eindruck hast, dass sie sich für eine Vertretung durch dich oder deine Kanzlei interessieren könnten. Ihr habt euch auf LinkedIn vernetzt, aber entsprechende Anfragen bleiben aus? Kein Grund zur Beunruhigung: Denn die wenigsten Kontakte zahlen sich sofort aus. Wenn du es schaffst, im Gedächtnis zu bleiben, dann kann es sogar vorkommen, dass sich eine Geschäftsbeziehung erst nach mehreren Jahren lohnt. Deshalb ist es auch wichtig, Kontakte zu pflegen, die sich erst einmal nicht als wertvoll beweisen.

 

Dein Netwerk soll weiter wachsen?

 

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3. Zu viel Eigenwerbung machen

Einem Kontakt zur Beförderung gratulieren und dabei erwähnen, welche beruflichen Erfolge du gerade gefeiert hast? Keine gute Idee! Networking soll dir neue Karrieremöglichkeiten eröffnen, das bedeutet aber nicht, dass du rund um die Uhr Eigenwerbung betreiben sollst. Bleibe subtil, hebe deine Leistungen durch die Blume hervor und biete deinen Kontakten vor allem einen Mehrwert – so wirkst du nicht aufdringlich, kannst potenzielle Mandanten oder Arbeitgeber aber dennoch von dir überzeugen.

 

4. Kontakte (falsch) bewerten

Keine Frage, manche Kontakte sind wertvoller als andere. Allerdings ist es oft so, dass sich das nicht immer gleich offenbart. Ein großer Fehler ist es deshalb, manchen Kontakten zu wenig Aufmerksamkeit oder Interesse zu schenken. Zwar kann es durchaus sinnvoll sein, beim Networking etwas wählerisch zu sein und nicht beliebig Visitenkarten auszugeben oder Kontaktanfragen zu schicken. Dennoch solltest du langfristig denken. Nicht nur der Geschäftsführer einer Firma aus genau der Branche, die für deine Kanzlei interessant ist, ist es wert, angesprochen zu werden. Auch deine Karriere wird sich vermutlich weiterentwickeln und vielleicht sind in zwei Jahren schon ganz andere Branchen für dich interessant. Wenn du nur daran denkst, wie du konkret von einem Kontakt profitieren kannst, werden dir viele Gelegenheiten entgehen. Auch der Praktikant oder sogar die Reinigungskraft können eine Empfehlung für dich aussprechen.

 

5. Kontakte nicht aufrechterhalten

Anfrage bestätigt und dann nie wieder gesehen? Der Sinn von Networking liegt nicht in der bloßen Ansammlung von Kontakten, sondern soll vor allem dem Austausch dienen. Wichtige Kontakte solltest du deshalb nicht aus den Augen lassen. Melde dich ab und an bei ihnen, kommentiere auf den sozialen Medien ihre (beruflichen) Beiträge oder lasse zumindest hier und da ein Like da, um im Gedächtnis zu bleiben.

6. Nicht im Gedächtnis bleiben

Ein kurzer Small Talk, Visitenkarte in die Hand gedrückt und weiter zum nächsten: So sieht Networking bei vielen aus. Wer aber an einem Abend zwanzig Menschen auf diese Weise kennenlernt, der wird sich kaum an den Einzelnen erinnern. Versuche also, auf irgendeine (positive) Weise hervorzustechen. Mache eine kluge Bemerkung, erzähle eine spannende Anekdote aus deinem Berufsleben oder deinem Lebenslauf, spreche über interessantere Themen als das Wetter oder mache einen hintersinnigen Witz – wenn du das Gefühl hast, dass Humor der Situation und dem Gesprächspartner entspricht. Dein Ziel beim Networking sollte einerseits sein, den anderen kennenzulernen, andererseits aber auch, dich selbst bekannt zu machen.

 

7. Kein Ziel verfolgen

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was du von deinem Netzwerk erwartest? Falls nein, dann wird es höchste Zeit. Denn ein großer Fehler beim Knüpfen von Kontakten ist es, dass du nicht weißt, welches Ziel du damit verfolgst. Möchtest du Mandanten gewinnen? Möchtest du potenzielle Arbeitgeber auf dich aufmerksam machen? Möchtest du dich als Experte auf einem Gebiet etablieren? Oder hast du einfach Spaß daran, dich mit anderen auszutauschen? Sobald du diese Frage beantwortet hast, wird es dir auch leichter fallen zu entscheiden, welche Geschäftsbeziehungen dir wichtig sind und mit wem es sich lohnt, in Kontakt zu bleiben.

 

8. Keinen Spaß am Networking haben

Last but not least solltest du Spaß daran haben, dein Netzwerk zu erweitern. Deine Kontakte werden es merken, wenn du sie nur kontaktierst, weil du das Gefühl hast, es zu müssen – und das ist nicht Sinn und Zweck des Ganzen. Networking ist nicht jedermanns Sache und gerade introvertierte oder schüchterne Menschen würden diesen Schritt nur allzu gern überspringen. Mit ein bisschen Übung und Erfahrung wird es aber auch dir irgendwann leichtfallen, neue Geschäftsbeziehungen einzugehen.

Wer in der juristischen Welt erfolgreich sein will, der sollte die richtigen Menschen kennen – und dazu gehört einiges an Eigeninitiative. Nicht immer ist das so einfach und es ist ganz normal, beim Networking hin und wieder in ein Fettnäpfchen zu treten oder eine gute Gelegenheit nicht zu ergreifen. Lass dich davon aber nicht verunsichern und verfolge weiter deinen Weg. Nur so wächst dein Netzwerk stetig und nachhaltig!