Stimme als Erfolgsfaktor

Wie Stimmtraining Juristen und Juristinnen nutzt


veröffentlicht am 08.01.2020

 

Jeder Jurist, jede Juristin und insbesondere Anwälte und Anwältinnen braucht viele unterschiedliche Fähigkeiten. Dazu gehören ein fundiertes Rechtswissen und ein Gespür für das Geschäft. Ein Einflussfaktor, der oft dabei in Vergessenheit gerät, ist die Stimme. Anwälte/Anwältinnen sprechen viel, zum Beispiel vor Gericht oder bei Verhandlungen. Besonders wichtig allerdings ist die Stimme bei der Mandantenakquise, denn Stimme erzeugt Sympathie und das ist der erste Schritt in die Vertrauensbildung. Wer als Anwalt oder Anwältin tätig sein will, braucht Mandanten/innen und Mandantengewinnung passiert nicht von alleine. Die richtige Ansprache ist das A und O. Dabei ist die Stimme entscheidend. Sie trägt dazu bei, ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht. Anwaltliche Dienstleistung ist ein Produkt, das auf Vertrauen basiert. Über die Stimme wird Vertrauenswürdigkeit transportiert. Wem das gelingt, der wird am Ende den/die Mandanten/-innen überzeugen. Natürlich sind auch gute Argumente essentiell, aber jedes Argument ist am Ende nur so gut, wie es vorgetragen wird.

 
Ute Bolz-Fischer, Stimmbildnerin & Stimmcoach

Wenn die Stimme das Leben schwermacht

Rechtsanwältin Dr. Laura S. ist erfolgreiche Juristin. Ihr juristisches Wissen ist umfassend, sie wird von den Kollegen und Kolleginnen geschätzt. In verschiedenen Stationen hat sie viele Erfahrungen sammeln können, dennoch macht ein Problem macht ihr immer wieder zu schaffen: ihre Stimme. Schon in der Schule und im Studium zeigte sich: Bei Laura merkt jede/r ihre Nervosität vor einem Vortrag oder bei einem Bewerbungsgespräch. Bei langen Gesprächen ist Nervosität zwar nicht das Problem. Aber ihre Stimme erschöpft sich einfach schnell, wird brüchig. Sie hüstelt dann und macht es den Mandanten/innen schwer, ihr zu folgen. Anders ist es bei Rechtsanwalt Jan P. Er ist Associate in einer Großkanzlei und leidet unter einer rauen und klanglosen Stimme, die wenig Charisma rüberbringt. Fast langweilt er durch die Monotonie seiner Ansprache. Darüber hinaus neigt er zu Monologen, was in diesem Fall das Problem noch verstärkt. In der Folge meiden Mandanten/innen das Gespräch oder Telefonate mit ihm.
 

Und Kommunikationshemmung bedeutet eben auch potentieller Umsatzverlust, denn wenn der/die Mandant/in nicht kommuniziert, fehlt auch die Möglichkeit, seinen Beratungsbedarf zu identifizieren. Was können die beiden dagegen tun? Eine Stimme hat man nun mal und muss mit ihr leben. Oder etwa nicht? 


Ute Bolz-Fischer (M.A.) ist Stimmbildnerin und Stimmcoach. Sie hat sich auf Stimmbildung für Juristinnen und Juristen spezialisiert und konnte Laura und Jan helfen. Als Inhaberin von „Law & Voice“ mit Basis in Frankfurt am Main, führt ihre Arbeit sie in die gesamte Bundesrepublik. Die Stimmbildnerin, Stimmtrainerin und Sängerin hat Gesang und Musikwissenschaft studiert und ist seit über 20 Jahren in dem Bereich tätig. Spezialisiert hat sie sich auf das Training der Sprechstimme – besonders bei Anwälten/Anwältinnen. Der Gesang dient ihr dabei als Basis. Zu ihr kommen Juristen/innen, deren Stimme für sie beruflich von Bedeutung ist. Nicht selten handelt es sich dabei um Partner, die national und international sprechen und pitchen, aber auch viele junge Talente, die ihre Karriere bewusst steuern.
 


Überzeugend auf ganzer Linie und auf jeder Sprosse der Karriereleiter

Aktuelle Stellenangebote für:


 

Gut bei Stimme?

Die Stimme ist für Anwälte/Anwältinnen entscheidend – gerade im Umgang mit Mandanten/innen: Vom ersten Eindruck bis hin zur Vertretung vor Gericht ist sie im Einsatz und überzeugt im besten Fall nicht nur Richter/in, sondern auch die Kollegen/innen der Gegenseite und den beteiligten Mandanten/innen. Deshalb wird sie in fast allen Ratgebern für Juristen/innen thematisiert. Die Stimme soll nicht nur gut klingen. Sie soll auch möglichst „störungsfrei“ funktionieren. Praktische Tipps gibt es in diesen Ratgebern jedoch selten.
 

Lange Verhandlungstage, Meetings bis spät in die Nacht oder Pitches und Präsentationen: Die Stimme darf nicht müde werden. Sie muss immer ansprechend klingen. Nervosität ist ein Tabu. Die Stimme ist einfach DAS entscheidende Werkzeug für überzeugendes Auftreten.


Schiefgehen kann jedoch viel. Wer zu hoch spricht, vermittelt Unsicherheit und Nervosität. Ist die Stimme zu tief oder zu laut, erscheint der Vortrag wenig zielgerichtet oder gar übergriffig. Darüber hinaus wirkt eine zu hohe Lautstärke aufdringlich. Wer hingegen zu leise spricht, wirkt unsicher und schüchtern. Oft wird dies durch Druck auf den Kehlkopf kompensiert, was wiederum zu Heiserkeit führt. Außerdem bleibt die Überzeugungskraft so auf der Strecke. 

Ein großes Problem sind Sprachfehler: Sie können die besten Argumente entwerten. Im schlimmsten Fall lenken sie vom Inhalt des Gesagten ab. Das gleiche gilt für Dialekte. Ein interessantes Phänomen ist auch der sogenannte psychorespiratorische Effekt. Dieser gründet darauf, dass der Mensch ein soziales Wesen ist: Atmet ein/e Redner/in falsch oder spricht er/sie schlecht, überträgt sich das auf die Zuhörer/innen. Ein kurzes Beispiel: aufgeregte Redende atmen häufig flach und übertragen so die Aufregung auf das Publikum. Die Sympathie für den/die Vortragenden schwindet, genau wie das Vertrauen in seine/ihre Argumente. Für die Beziehung zwischen Jurist/in und Mandant/in ist dieses Phänomen also Gift. So kann die eigene Stimme für den/die Juristen/innen zum Verräter werden. Deshalb muss er wissen, wie er sie richtig einsetzen kann. Die Stimme ist ein Karrierefaktor – ob es dem/der Betroffenen bewusst ist oder nicht. Wie also kann die Stimme optimiert werden? 
 


Leg den Grundstein deiner Karriere persönlich

Auf diesen Events gewinnst du Arbeitgeber für dich



Den Werkzeugkasten kennen

Wichtig ist der richtige Gebrauch des (Stimm-)Werkzeugs. Doch was gehört eigentlich alles dazu? Viele Menschen denken, dass Hals und Stimmbänder die Stimme ausmachen. Natürlich gehören diese zum Apparat. Doch wer mit der Stimme überzeugen will, braucht noch ein paar Zutaten mehr. Alles beginnt mit der richtigen Atmung. Wer nur oberflächlich atmet, kann keinen tiefgehenden Ton erzeugen. Sänger/innen wissen das seit Jahrhunderten: Zur Stimme gehört der ganze Körper. Wer richtig einatmet und seine Stimme gezielt einsetzt, kann vielfältige Resonanzräume im Körper aktivieren. So bekommt die Stimme Volumen und einen vollen Klang. Wer beim Sprechen nur Hals und Stimmbänder benutzt, strapaziert seinen Kehlkopf. Verkrampft er, ist es aus mit dem guten Ton: Die Stimmbänder können nicht mehr frei schwingen. Reibung entsteht und damit gehen Husten und gequältes Sprechen einher. Im schlimmsten Falle werden Töne am Ende eines Tages nur noch „herausgequetscht“. Das zerstört nicht nur die Vertrauenswürdigkeit, sondern auch Selbstsicherheit des Sprechenden. 

Großkanzlei
Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP

Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP


Erfahre mehr über diesen Arbeitgeber und finde heraus, was ihn ausmacht.

Stimmtraining als Karriere-Booster

Die gute Nachricht ist: Die richtige Technik ist erlernbar. Mithilfe von gezielten Übungen gilt es, den richtigen Stimmsitz für sich finden. Dazu gehören Atemübungen genauso wie gesungene Töne. Das Singen von Tönen schafft einen neuen Zugang zur eigenen Stimme. Wie schaffe ich an einem vollen Verhandlungstag Entlastung für meine Stimmbänder? Wo sind die Resonanzräume meines Körpers? Wie produziere ich mehr Volumen? Wie schaffe ich es, die Erschöpfung meiner Stimme zu vermeiden? Beim Stimmtraining lernt man, seine eigene Stimme gezielter einzusetzen. Ihre Tragfähigkeit, Reichweite und ihr Klang sollen verbessert werden. Die Stimme wird so, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Karriere-Instrument. Aber Stimmbildung hat noch weitere Vorteile: Singen reduziert die Produktion des Stresshormons Cortisol. Wer singt, ist also stressresistenter. Welche/r Jurist/in könnte diese Eigenschaft nicht gebrauchen? Außerdem stärkt Gesang die Abwehrkräfte durch die Produktion von Immunglobulin. Schon kleine Übungen, die problemlos in den Kanzleialltag integriert werden können, helfen weiter. Das Training mit Ute Bolz-Fischer hat schon vielen Juristen/innen geholfen. Auf dem Weg in die Kanzlei oder zum Gericht wärmen sich Trainierte mit einer kleinen Übung für den Tag auf. Vor Situationen, die nervös machen, haben stimmlich Geschulte keine Angst mehr. Sie wissen, wie sie verhindern können, dass die Stimme zittert: Sie konzentrieren sich auf ihre Atmung. Das Problem mit der Heiserkeit erledigt sich ebenfalls. Durch eine bessere und aktiv gelebte Sprechtechnik, ist die Stimme nach dem Stimm-Training klangvoll und durchdringend. 

Juristen/innen arbeiten kontinuierlich mit „Law & Voice“ zusammen. So halten sie ihr sprachliches Niveau und optimieren ihre Technik. Denn: Die Stimme muss – wie beim Fitnesstraining – kontinuierlich fit gehalten werden.

 


Das ist auch interessant:

 

Juristische Arbeitgeber, Jobs oder Events. Exklusiv für Mitglieder!

Mit der 1-Klick Bewerbung kannst du dich in Sekundenschnelle bei den Arbeitgebern bewerben.

Zeit Banner DesktopZeit Banner Mobile

Hat dir der Artikel gefallen? Feedback geben


Talente haben sich auch diese Artikel durchgelesen:

Fachbereiche & Karrierewege

Plötzlich gekündigt - Was jetzt?

Von der Kündigung in den nächsten Job

Fachbereiche & Karrierewege

„Outsourcing“ juristischer Dienstleistungen - Zeitarbeit...

So arbeiten Projektanwälte in Unternehmen

Fachbereiche & Karrierewege

Forensik – CSI und Co. lassen grüßen

Gibt es ein Studium für Forensik?