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Wie bewerbe ich mich richtig? - Expertin Britta Kiwit von Dein-Lebenslauf.com berichtet

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Wie bewerbe ich mich richtig? - Expertin Britta Kiwit von Dein-Lebenslauf.com berichtet

Die wichtigsten Fragen zum Thema Bewerbung

#Karriere  #Bewerbung

 

Name:

Britta Kiwit

Beruf:

Gründerin von Dein-Lebenslauf.com

Unternehmen:

Dein-Lebenslauf
 

Wie seid ihr auf die Idee von Dein-Lebenslauf.com gekommen?

Keiner schreibt gerne Bewerbungen. Sich selber zu umschreiben und auch noch im besten Licht darzustellen, fällt vielen Bewerbern schwer. Hinzu kommt eine große Unsicherheit, wie man sich heutzutage richtig bewirbt.

Braucht man ein Deckblatt? Was gehört in einen Lebenslauf? Wie bewerbe ich mich richtig per E-Mail? Wie lautet der erste Satz im Anschreiben?

So entstand die Idee von Dein-Lebenslauf.com. Mittlerweile erstellen wir Bewerbungsunterlagen für jeden Beruf in jeder Branche und für jede Position. Dass dabei die Unterlagen authentisch bleiben und sich der Bewerber zu 100% in den Unterlagen wiedererkennt, hat dabei höchste Priorität.
 

Wie erfolgreich sind Initiativ-Bewerbungen im juristischen Bereich?

Initiativbewerbungen im juristischen Bereich können sehr effektiv sein, jedoch in den meisten Fällen eher dann, wenn man bereits „einen Fuß in der Tür hat“, zum Beispiel durch eine Empfehlung oder ein bereits absolviertes Praktikum.

Das Wichtigste bei Initiativbewerbungen ist, dass man sich facettenreicher vorstellt und sich wirklich intensiv mit dem Unternehmen im Vorfeld auseinandersetzt. Aus der Masse herauszustechen und einen perfekten ersten Eindruck zu hinterlassen, erhöht die Chance, bei dem Personalentscheider länger im Kopf zu bleiben:

„Wir haben zwar keine offene Stelle, aber es lohnt sich, diesen Kandidaten einmal kennenzulernen!“

Ein hilfreicher Tipp ist auch, dass man im Anschreiben bereits darauf eingeht, welche Berufserfahrung man spezifisch für die Kanzlei mitbringen wird und vor allem, in welchem Bereich man gerne arbeiten möchte. Hier sind vor allem Mehrfachnennungen möglich.
 

Sollte man sich zeitgemäß ausschließlich in digitaler Form bewerben oder empfehlt ihr nach wie vor die klassische Bewerbungsmappe zu versenden?

Die Art der Bewerbung würden wir immer davon abhängig machen, was genau in der Stellenausschreibung gewünscht wird. Im Normalfall wird dort stehen „Bitte senden Sie uns Ihre aussagekräftige Bewerbung per E-Mail an xx“. In diesem Fall ist dies der einzig richtige Schritt.

Falls eine Bewerbung auf postalischem Weg gewünscht wird, sollte man dies auf jeden Fall befolgen. Hier ist dann auch auf eine ansprechende Bewerbungsmappe inklusive richtigem Aufbau zu achten.
 

Aus eurer Erfahrung: eine Bewerbung für den juristischen Bereich, welche Punkte müssen auf jeden Fall enthalten sein?

Das Wichtigste bei einer Bewerbung im juristischen Bereich ist, dass man die entscheidenden Stationen direkt auf einen Blick sieht. Dazu zählen unter anderem auch die verschiedenen Stationen im Referendariat sowie die Wahlstation kurz nach dem 2. Staatsexamen, die man am besten als eine Sammelstation anlegt, damit die Übersicht gewahrt wird.
Das Referendariat selbst zählt zu der Kategorie „Ausbildung“. Falls es bei manch einem nicht so leicht einzubauen ist, raten wir, einfach eine neue Kategorie mit der Überschrift „Referendariat“ zu eröffnen.
 

Wie sieht für euch der perfekte Aufbau einer Bewerbung aus?

Der perfekte Aufbau besteht für uns aus einem knackigen und auf den Punkt gebrachten Anschreiben auf einer Seite, einem übersichtlichen Lebenslauf mit max. 1-2 Seiten sowie einem chronologisch retrograd aufgebauten Anhang, sodass die wichtigsten Unterlagen direkt auf einen Blick erkennbar sind.

Ein Deckblatt würden wir heute nicht mehr zwingend empfehlen, weil es keine neuen Infos enthält, die wichtig wären - einzige Ausnahme ist ein richtig gutes Bewerbungsfoto, mit dem man auffallen möchte.
 

Welche (Soft) Skills sind wichtig und wie formuliert man diese am besten aus? An welcher Stelle in der Bewerbung führt man sie auf?

Die Soft Skills erwähnen wir meist in einer extra angelegten Kategorie. Diese kann „Eigenschaften“ oder „Persönliche Kompetenzen“ heißen. Wichtig ist, dass man sich die Stellenausschreibung einmal anschaut und schaut, welche Soft Skills explizit aufgeführt werden. Wenn man sich in einem der Punkte wiedererkennt und sich beispielswiese als „Teamplayer“ oder „sehr flexibel“ einschätzt, sollte dies auf jeden Fall aufführen.

Noch besser ist es, diese Soft Skills mit ins Anschreiben zu integrieren. Wichtig hierbei ist, dass man die Kompetenzen nicht einfach alle aneinanderreiht, sondern am besten an einzelnen Beispielen belegt, in welchen Situationen man die Soft Skills erworben hat. Ein Beispiel:

„In meiner Zeit als x bei der Firma y habe ich unter anderem z gemacht, wodurch ich meine Kommunikationsfähigkeit/Belastbarkeit/Flexibilität ausbauen konnte".


Welche Dateien sollte man unbedingt mitschicken, welche sind eher zu vernachlässigen?

Sobald es in der Stellenausschreibung heißt, dass die Unterlagen „vollständig“ eingereicht werden sollten, raten wir immer dazu, dem auch nachzugehen. Das bedeutet, dass jede einzelne Station, die im Lebenslauf aufgeführt wird, mit einem Zeugnis oder einer Bescheinigung belegt wird.
Bei Bewerbern mit sehr viel Berufserfahrung raten wir dazu, nur die wichtigsten Zeugnisse und Bescheinigungen der letzten 10-15 Jahre einzureichen. Somit ist ein 1992 absolviertes Abitur genauso wenig im Mittelpunkt wie die 25. Bescheinigung über einen eintägigen Workshop.
 

Der Bewerber möchte ein Anschreiben an eine Kanzlei senden; welche Tipps habt ihr?

Der beste Tipp für jedes Anschreiben ist, so intensiv und genau wie möglich auf das Unternehmen einzugehen. Dazu zählt eine sehr genaue Analyse im Vorfeld. Der Bewerber sollte sich die Frage stellen:

„Was finde ich eigentlich wirklich gut an der Kanzlei?“

und die Antwort mit im Anschreiben aufzunehmen. Ist es der gute Ruf? Ist es ein besonderer Fall, der einem im Gedächtnis geblieben ist? Oder kennt man vielleicht sogar jemanden in der Kanzlei?

Hilfreich ist auch, dass man das Anschreiben keineswegs als Nacherzählung des Lebenslaufs betrachten sollte. Das Anschreiben sollte vielmehr dazu dienen, dass der Bewerber die Möglichkeit hat, seinen Werdegang zu erläutern und Informationen anzugeben, für die es im Lebenslauf keinen Platz gibt.

Wovon wir abraten, sind einheitliche Massenanschreiben, bei denen der Personaler direkt merkt, dass diese Bewerbung an 100 Kanzleien verschickt wurde. Auch wenn man den Grundstein eines Anschreibens oft wiederverwenden kann, so sollte jedes einzelne Anschreiben doch ein Unikat bleiben, um den besten ersten Eindruck zu hinterlassen.
 

Nach welchem Zeitraum sollte man nachhaken, ob die Bewerbung erhalten wurde, ohne dass man aufdringlich wirkt?  

Dass man gerade in größeren Unternehmen den Personalern ein wenig Zeit lässt, ist sehr wichtig. Meist steckt ein ziemlich komplexer Ablauf hinter dem Auswahlverfahren. Wenn man hier zu aufdringlich wirkt, kann das schnell ein negatives, ungeduldiges Bild des Bewerbers ergeben. Wir raten dazu, nach 10 bis 14 Tagen nachzuhaken, und zwar am besten per E-Mail oder direkt telefonisch.
 

Welche drei absoluten No-Go´s fallen euch zu Bewerbungen ein? Habt ihr extreme negativ Beispiele?

Zu den absoluten No-Go´s zählen wir ein unprofessionelles und schlecht gemachtes Bewerbungsfoto, Rechtschreibfehler sowie 08/15-Standardanschreiben.

Bei dem Foto ist sehr wichtig, dass die Belichtung, der Winkel und insbesondere der Gesichtsausdruck stimmen. Es ist zwar durchaus möglich, das Bild selbst zu machen, solange man eine geeignete Kamera hat; wir raten im Normalfall jedoch dazu, ein paar Groschen in die Hand zu nehmen und das Foto professionell erstellen zu lassen, da der erste Eindruck zählt.

Rechtschreibfehler, aber vor allem auch schnell gemachte Flüchtigkeitsfehler, können ein schnelles ungewolltes Aus im Bewerbungsprozess bedeuten. Der Personaler sieht hierin oft eine „schludrige“ Arbeitseinstellung und bekommt den Eindruck, dass sich jemand keine Mühe gegeben hat. Auch der Ansprechpartner und die exakte Schreibweise des Firmennamens sollten dringend überprüft werden, bevor man die E-Mail versendet.

Zuguterletzt ist wohl mit einer der größten No-Go´s ein langweiliges Massenanschreiben, welches nach dem Zufallsprinizp an möglichst viele Kanzleien verschickt wird. Auch ein blindes Huhn findet zwar mal ein Korn; die bessere Chancen hat der Bewerber aber auf jeden Fall bei einer vorherigen Recherche und mit einem Anschreiben, welches den Personaler sofort überzeugt, neugierig macht und somit die Tür zum Vorstellungsgespräch öffnet. 

 

Zum Autor: Britta Kiwit ist Gründerin von Dein-Lebenslauf.com. Das Unternehmen erstellt individuelle Bewerbungen und sorgt somit dafür, dass Bewerber aus der Masse herausstechen. Jede Bewerbung besteht aus einem Lebenslauf und einem Anschreiben und wird zu 100% an den Kandidaten angepasst.

 

16. September 2016

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