Tipps für ein Auslandspraktikum

Auch während des Jurastudiums machbar?


veröffentlicht am 24.06.2016

 

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums gehört heutzutage zum Standard eines jeden Lebenslaufs. Während die meisten Studiengänge oft problemlos international ausgeübt werden können, fällt es den Juristen schon etwas schwerer, eine solche Erfahrung zu sammeln. Aufgrund des nationalen Rechts, das im Studium erlernt wird, ist es grundsätzlich empfehlenswerter, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren, anstatt in einem anderen Land fremdes Recht zu studieren. So besteht etwa die Möglichkeit, bei einer internationalen Kanzlei zumindest auch im deutschen oder europäischen Recht zu praktizieren. Ist die passende Stelle erst einmal gefunden, sind einige Schwierigkeiten zu bewältigen, die solche Praktika mit sich bringen.

 

Arbeitszeit

Das Praktikum ist nicht mit einem Erasmus-Semester vergleichbar. Meistens setzen die Arbeitgeber eine reguläre 40-Studenwoche voraus, sodass zumindest unter der Woche nicht viel Zeit für große Bartouren und etwaige Feiereien bleibt. Neben der Vollzeitbeschäftigung bleibt dennoch genügend Zeit, um an Wochenenden Ausflüge zu machen und das Land zu erkunden. Ein Auslandspraktikum sollte außerdem mindestens drei Monate dauern, da für den Praktikanten erst nach einer gewissen Einarbeitungszeit ein wirklicher „Alltag“ entsteht, der das Leben in einer Kanzlei und die praktische Erfahrung ausmacht.

 

Lohn

Leider sind viele Praktika unbezahlt. Das liegt insbesondere daran, dass Studienpraktika in den meisten Ländern nicht dem Mindestlohngesetz unterfallen und die meisten Postgraduiertenstellen von Referendaren besetzt werden. Trotzdem sollte bei einem Aufenthalt für einen längeren Zeitraum als 3 Monate im Einzelfall überprüft werden, ob die Position nicht den Anforderung an eine Stelle entspricht, die mit Mindestlohn zu vergüten ist. Mit einem Erasmus Plus Stipendium können seit kurzem zudem auch Auslandspraktika unterstützt werden. Der bürokratische Aufwand lohnt sich, da Zuschüsse von insgesamt bis zu 1.500 Euro ausgezahlt werden.

 

Arbeitsinhalt

Empfehlenswert sind Praktika in international ausgerichteten Kanzleien. Dort könnte zeitweise die Möglichkeit bestehen, an deutschen Fällen mitzuarbeiten, sodass neben der Auslandserfahrung auch für nationales Recht relevante Kenntnisse gesammelt werden können. Die Einarbeitung in die englische Rechtssprache spielt vor allem in größeren Kanzleien eine wichtige Rolle – Fälle im ausländischen oder internationalen Recht zu bearbeiten, versprechen somit einen großen Lerneffekt. Problematisch ist allerdings oftmals, dass Praktikanten keine Aufgaben zugeteilt werden und die Langeweile während der Arbeitszeit steigt. Tatsächlich ist es hier ratsam, die zuständigen Anwälte wiederholt um Aufgaben zu bitten und gegebenenfalls auch eigene Vorschläge einzubringen. Im Büro auf eine strukturierte Arbeitsaufteilung zu warten führt allerdings zu nichts; vielmehr ist man selbst dafür verantwortlich und sein eigener Glückes Schmied.

 

Mentor

In vielen Kanzleien bekommen Praktikanten einen Mentor zugeteilt, was in vollen Zügen ausgenutzt werden sollte. Aufgabe des Mentors ist es, Fragen der Praktikanten zu beantworten und sie zu fördern. Dabei sollte aber auch respektiert werden, dass viele Anwälte arbeitstechnisch vollends ausgelastet sind und nicht unbegrenzt Zeit haben, dem Praktikanten jede Kleinigkeit zu erklären.

 

Kontakte knüpfen

Das Praktikum findet nicht in einer Universität statt, in der viele Gleichaltrige studieren und es einfach ist, neue Leute kennenzulernen. Teilweise kann es sogar sein, dass nur ein Praktikant für einen jeweiligen Zeitraum eingestellt wird, sodass die Arbeitsstelle keine Quelle für neue Bekanntschaften ist. Kontakte können dafür nach der Arbeit und an den Wochenenden, beispielsweise auf Veranstaltungen geknüpft werden. Hilfreich bei der Kontaktsuche im Ausland sind hierbei auch diverse Facebook-Gruppen, in denen man sich zu gemeinsamen Treffen verabreden kann. Generell ist eine offene Einstellung gegenüber neuen Kulturen sinnvoll.

 

Trotz einiger Hürden lohnt sich die Erfahrung eines Auslandspraktikums in jedem Fall und macht sich ganz nebenbei sehr gut im Lebenslauf bemerkbar.

 

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