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20 No-Go-Sätze im Bewerbungsgespräch

Warum du bestimmte Fragen vermeiden solltest...


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 19.12.2018

Raus aus der Komfortzone, rein in die Drucksituation. So oder so ähnlich könnte man den Weg zum Bewerbungsgespräch bezeichnen. Denn seien wir alle mal ehrlich: Bewerbungsgespräche sind zwar für jeden etwas anders, aber sie sind weder angenehm, noch entspannt. Für das richtige Verhalten gibt es unzählige Ratgeber und Artikel, doch manchmal sind es die einfachen Dinge, die uns wirklich helfen. In diesem Fall ist das unsere No-Go-Liste mit Sätzen, die du dir im Bewerbungsgespräch unbedingt verkneifen solltest!

 

#1 „Was machen Sie eigentlich genau?“

Nett gemeint, aber deutet leider auf die völlig falsche Einstellung hin. Du sollst dich im Vorhinein informieren und dann Kleinigkeiten erfragen, mit denen du zeigst, wie viel du schon weißt. Zum Beispiel „Ich habe auf Ihrer Homepage in der Rubrik XY gelesen, dass […] Wie verhält es sich damit genau in Bezug auf XY?“ So signalisierst du Interesse und zeigst gleichzeitig, dass du informiert bist.

 

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#2 „Wie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen eigentlich?“

Fragen, die eine fünf Sekunden lange Google Anfrage beantworten kann, sollten nicht den ersten Eindruck prägen.

 

#3 „Schwächen? Ich arbeite zu hart und bin perfektionistisch bis in die letzte Haarspitze!“

Schwächen, die eigentlich Stärken sind. Jeder, der nur wenige Sekunden über Schwächen nachdenkt, die er seinem Chef gegenüber zugeben kann, kommt auf diese brillante Idee. Personaler haben sie dementsprechend oft gehört. Langweilt jeden, ist in fast keinem Fall die Wahrheit und mit Sicherheit nicht das, was dein Gegenüber hören möchte.

 

#4 „Schwächen? So etwas kenne ich gar nicht“

Nein, das ist nicht die richtige Alternative zum vorangegangenen Fauxpas. Erstens ist es unglaubwürdig und zweitens verstehen sich Unternehmen immer mehr auch als Weiterentwickler. Der Personaler kann so viel über Fortbildungsmöglichkeiten und interne Schulungen berichten, gib ihm die Chance dazu...

 

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#5 „Wie lange arbeitet man hier denn so täglich und wie ist die Überstundenregelung?“

Absolut relevante Fragen, die durchaus vor Vertragsunterzeichnung geklärt werden sollten, allerdings nicht beim ersten Kennenlernen. Es geht um den Job, das Unternehmen und ihr Profil. Wer sich im Voraus informiert, hat durch das Internet in der Regel sowieso die Möglichkeit einen ersten Eindruck zum Thema Work-Life-Balance zu erhalten. Ansonsten sind solche Themen etwas für spätere Verhandlungen.

 

#6 „Wie hoch ist mein Bruttogehalt? Und was wäre das in Netto?

Geld ist ein leidiges Thema. Für den einen mehr, den anderen weniger, und irgendwann wird es sowieso zum Thema werden. Doch die Frage "Was wäre denn das Netto" löst du bitte zu Hause oder am Smartphone mit einem entsprechenden Rechner. Kleiner Tipp, das geht auch grob im Voraus. Auch das Bruttogehalt erfragst du besser nicht im ersten Gespräch. Es geht ums Kennenlernen und den ersten Eindruck. Wer ganz forsch ist, darf sich natürlich trotzdem trauen, ganz ungefährlich ist die Frage dennoch nicht!

 

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#7 „Wie schnell gibt es Gehaltserhöhungen?“

Man kann sich darüber streiten, ob das Gehalt überhaupt in das erste Gespräch gehört. Das Thema Gehaltserhöhungen tut es jedenfalls sicher nicht.

 

#8 „Wie darf man Urlaub nehmen?“

Die Frage nach der Zahl der Urlaubstage im ersten Kennenlernen ist schon umstritten, ähnlich wie die Frage nach dem Gehalt. Je nach Geschmack kann diese gestellt werden, empfehlenswert ist sie nicht. Doch die Frage, wie genau die Praxis im Umgang mit Urlaub ist, hat nun wirklich nichts im ersten Gespräch verloren. Man will dich kennenlernen und du hast noch keinen Job. Du brauchst nicht wissen, wie viele Tage im Voraus du deinen Urlaub einreichen musst.

 

#9 „Wie schnell steigt man hier im Unternehmen auf?“

Kann im Verlauf von Verhandlungen relevant werden. Kann auch ein ausschlaggebender Punkt bei der Entscheidung für oder gegen einen Job sein. Sollte allerdings nicht eine der ersten Fragen sein, wenn du dich erstmals auf einen Job bei einem Unternehmen bewirbst.

 

#10 „Kann ich meine Arbeitszeiten selbst einteilen?“

In der Regel wird dein Gegenüber das gar nicht entscheiden können. Selbst wenn, deutet diese Frage doch auf einen fragwürdigen Schwerpunkt deines Interesses am Job hin. Das kann später geklärt werden und ist im Moment des Kennenlernens völlig irrelevant.

 

#11 „Ich wurde in anderen Jobs zu wenig gefordert, was haben Sie für Angebote?“

Ein so gutes Anliegen und trotzdem so falsch ausgedrückt. Weiterbilden, Zusatzqualifikationen erwerben und am Ball bleiben finden alle Unternehmen gut. Beschwerden über fehlende Förderung an anderer Stelle dafür nicht.

 

#12 „Wie motivieren Sie uns Mitarbeiter?“

Erstens bist du noch kein Mitarbeiter und zweitens ist die Frage ungeschickt. Die Firma zahlt grundsätzlich erst einmal ein Gehalt. Das ist die Grundmotivation. Alles was darüber geht ist wünschenswert und gehört heute vielleicht sogar schon zum Standard, sollte allerdings anders erfragt werden. Fast jedes Unternehmen stellt sich auf der eigenen Homepage gut dar, einen Aufhänger für eine positive Frage sollte sich schnell finden lassen.

 

#13 „Ich plane gerade meine Familie, das ist doch kein Problem oder?“

Das Thema ist wirklich wichtig und auch die Rechtslage ist hier eindeutig pro Arbeitnehmer. Familienplanung hat natürlich ihre Berechtigung und genießt auch großen Schutz. Aber willst du wirklich beim ersten Treffen mit deinem zukünftigen Arbeitgeber über deine Familienplanung sprechen?

 

#14 „Was wäre meine Rolle im Unternehmen/ in Ihrer Kanzlei?“

Eine Frage, die in der Tat eigentlich ihre Berechtigung hätte. Jobbeschreibungen und Berufsbilder werden so schnell erfunden und verändert, dass nicht immer ganz klar ist, welche Aufgaben eigentlich anfallen werden. Dennoch klingt die Frage einfach unvorbereitet. Fragen nach der Einarbeitungsphase oder nach ersten Aufgaben wirken deutlich galanter und sollten ebenfalls Licht ins Dunkle bringen.

 

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#15 „Mir ist eine gute Atmosphäre wichtig, verstehen sich hier alle Kollegen?“

Ebenfalls ein nachvollziehbares Interesse, schließlich haben wir alle lieber ein gutes Arbeitsumfeld. Dennoch ist die Frage unpassend und auch nicht zielführend. Der Personaler wird kaum sagen, dass es grausam ist mit den Kollegen arbeiten zu müssen, und dass sich alle Kollegen verstehen, ist auch eher unrealistisch.

 

#16 „Verdammt ist das heiß, ich schwitze wie ein Bulle!“

Mag der Wahrheit entsprechen, kann beim richtigen Gegenüber vielleicht sogar das Eis brechen, ist jedoch viel zu riskant und im Zweifel völlig deplatziert. Kraftausdrücke und Umgangssprache sollten für das Bewerbungsverfahren einfach abgelegt werden. Hier heißt es im Zweifel lieber auf Nummer sicher gehen. Außerdem ist das Wetter nie ein gutes Thema für den Gesprächsbeginn.

 

#17 „Ich bin wirklich eine Ein-Mann-Armee. In meinem alten Job habe ich fast alles alleine machen müssen.“

Ganz schwieriges Thema. Gesucht sind heutzutage sowieso hauptsächlich Teamplayer und es stellt sich doch auch gleich die Frage, warum du nicht Chef bei deinem alten Arbeitgeber geworden bist.

 

Klingt sehr dick aufgetragen und deutet eher auf wenig Teamfähigkeit hin.

 

Lieber erwähnen, dass du zwar gerne im Team arbeitest und Kollegen sehr schätzt, wenn es allerdings drauf ankommt, auch selbst bereit bist hart zu arbeiten.

 

#18 „Ich bin mir sicher, ich bin der Hauptgewinn für Ihr Unternehmen.“

Eine Mischung aus Arroganz, Überheblichkeit und Umgangssprache. Nicht die Melange, die ein Personaler hören möchte. Die eigenen Qualitäten gut verkaufen ist gut, protzen und angeben eher nicht. „Ich würde meine Fähigkeiten gerne in gewinnbringender Weise für Ihr Unternehmen einbringen“ klingt doch viel schöner und deutet doch mindestens genauso viel an wie der „absolute Hauptgewinn“.

 

#19 „Ich habe eigentlich keine Fragen.“

Das Pendant zum letzten Satz. Du hast wirklich mit deiner Recherche direkt das ganze Unternehmen bis in jeden Winkel verstanden? Wohl kaum, wird sich dein Gegenüber denken. Die Vermutung, dass keine Frage kommt, weil keine Informationen gesammelt wurden, liegt da deutlich näher. Also selbst, wenn du glaubst alles zu wissen, denk dir immer Fragen aus!

 

Rückfragen im Bewerbungsgespräch - Was kommt gut an?

 

#20 „Und, habe ich den Job?“

Verständlich, dass du nach den Strapazen wissen möchtest, ob sie sich auch auszahlen. Leider wirkt die Frage höchst unsouverän und nicht minder realitätsfern. Der Personaler entscheidet selten alleine, noch seltener nach nur einem Gespräch und am seltensten spontan auf Nachfrage. Das „Wie war ich?“ der Bewerbungsgespräche solltest du dir also unbedingt sparen!

 

Wichtig bei Bewerbungsgesprächen ist es nicht zu steif, aber gleichzeitig nicht zu locker zu sein. Hierbei ist die Gefahr sehr groß, unangebrachte Fragen zu stellen! Bereite dich gut auf das Gespräch vor, aber setze dich nicht zu sehr unter Druck. Wenn die Stimmung passt, ergeben sich meist die interessantesten Gespräche. 

 


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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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