Alexander Laprell, Managing Director des Legal Tech Colab München, im New Lawyers Podcast

Verfasst von Laura Hörner|Veröffentlicht am 30.09.2026

Alexander Laprell – Was, wenn du Jura kannst, aber keinen klassischen Juristenjob willst?

Der Managing Director des Legal Tech Colab München im New Lawyers Podcast

Trotz Erfolgen in beiden Staatsexamina wollte Alexander Laprell nach dem Jurastudium nie den Weg in einen klassischen Juraberuf einschlagen. In dieser Folge des New Lawyers Podcasts spricht er mit Magdalena Oehl darüber, wie ihn sein Weg über die Arbeit in einer Agentur, das eigene Start-up und einen MBA zu seiner Stelle im Legal Tech Colab München führte. Außerdem sprechen die beiden über die aktuellen Chancen für Legal-Tech-Gründer und die Frage, wie KI die juristische Arbeitswelt verändert.

Als Kind hat sich Alexander Laprell ein Grundgesetz zu Weihnachten gewünscht. Aus solch einem Kind kann nur einmal ein klassischer Jurist werden – könnte man meinen! Tatsächlich führte Laprells Weg ihn zunächst ins Jurastudium, das er schnell und mit guten Noten absolvierte.

Ganz so geradlinig ging es aber nicht weiter. Denn die Arbeit als klassischer Jurist kam für Laprell, der sich als kreativer und unternehmerischer Mensch beschreibt, nie in Frage. Stattdessen arbeitete er zunächst in einer Agentur mit Designern und Project Managern zusammen, bis er schließlich sein eigenes Start-up gründete und mit Fahrradanhängern für Wassersportler:innen den Markt eroberte. Nach der Covid-Zeit ging der Fahrrad-Boom jedoch zurück – und Laprell hatte Lust, sich wieder komplexeren Themen zu widmen.

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Im Legal Tech Colab kommen Unternehmertum und Jura zusammen

Nach einem MBA in Australien und der Arbeit in einem Tech Start-up stieg Laprell schließlich beim Legal Tech Colab in München ein, dessen Managing Director er heute ist. Für ihn die perfekte Mischung aus Unternehmertum, Kreativität und Juristerei – wie die Faust aufs Auge, sagt er selbst.

In seinem Job bringt Laprell Gründer:innen im Bereich Legal Tech mit der Industrie möglichst früh zusammen und begleitet die Teams meist langfristiger. Auch mit seinen Einblicken in die Kundengruppe Jurist:innen unterstützt er die Gründer:innen und erleichtert ihnen so den Marktzugang. Selbst noch einmal Jura studieren? Würde er aus heutiger Sicht wahrscheinlich nicht. "Ich fand [das Jurastudium] schon einen extrem langen, steinigen Weg, dafür, dass ich vielleicht mit einem anderen Studium auch coole Sachen hätte machen können."

„Ich fand [das Jurastudium] schon einen extrem langen, steinigen Weg, dafür, dass ich vielleicht mit einem anderen Studium auch coole Sachen hätte machen können.“
- Alexander Laprell

Trotz KI-Ernüchterung stehen die Chancen gut für juristische Gründer:innen

Wer heute selbst im Bereich Legal Tech gründen möchte, profitiert nach der Einschätzung von Laprell von einem guten Investitionsklima und aufgeschlossenen Kund:innen – auch wenn sich gerade etwas Ernüchterung im Bereich KI breit mache. Wer jetzt erfolgreich sein will, sollte seiner Meinung nach auf vertikale Lösungen setzen und sich eher auf Nischen fokussieren. Der Zug für ein KI für Jurist:innen sei hingegen abgefahren: Hier lassen sich die aktuell bereits verfügbaren Anwendungen wohl nicht kaum noch einholen.

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KI wird nicht so utopisch, wie wir uns das vorstellen

Laprell schätzt, dass es unmöglich sein wird, in der Zukunft als Jurist:in ohne KI zu arbeiten. Das werde aber nicht so utopisch aussehen, wie sich das viele vorstellten. Stattdessen würden wohl Prozesse wie selbstverständlich im Hintergrund laufen.

Wer sich jedoch aktiv mit Technologie beschäftigen und im Legal Tech Bereich erfolgreich werden will, muss laut Alexander Laprell kein Developer sein – sollte aber eine hohe Tech-Affinität haben. Er empfiehlt, sich im Studium nebenbei selbst weiterzubilden und einfach auszuprobieren, keine Berührungsängste zu haben. Zwingen solle man sich dazu aber nicht, betont er, wenn man an der Arbeit mit Technologie keine Freude hat.

 

Du interessierst dich für die Hintergründe des Legal Tech Colab? Oder du möchtest mehr über die Ideenfindung bei der Gründung erfahren? Dann hör doch mal rein in diese Folge des New Lawyers Podcasts!

Alle Themen dieser Folge im Überblick:

 

  • Ab 1:40: Icebreaker-Frage: Was wolltest du als Kind werden?
  • Ab 3:00: Managing Director des Legal Tech Colab in München
  • Ab 7:40: Wie bist du zu Legal Tech gekommen?
  • Ab 15:20: Was sind die Trends für juristische Gründer:innen?
  • Ab 19:50: Ist es eine gute Zeit, um zu gründen?
  • Ab 20:40: Wie wird man Legal Engineer?
  • Ab 22:20: Wie bekommt man Tech Skills als Jurist:in?
  • Ab 25:10: Kann man KI als Jurist:in noch meiden?
  • Ab 26:50: Brauchen wir mehr oder weniger Jurist:innen?
  • Ab 29:30: Würdest du noch einmal Jura studieren?
  • Ab 30:10: Helfen dir deine Kenntnisse aus dem Jurastudium heute?
  • Ab 31:40: Kooperation mit dem Colab
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Laura Hörner
Kulturwirtschaft Uni Passau

Als freie Autorin schreibt Laura Hörner bei TalentRocket über Themen rund um die juristische Karriere. Besonders interessiert sie sich dabei für die vielfältigen Karrierewege, die Jurist:innen offenstehen.