Vom Betreuungsrecht bis Social Media: Für Richter:innen ist (fast) alles möglich
Beim Social Media Auftritt geht es für Becker nicht um Perfektion, sondern darum, zugänglich zu sein. Das ist nicht immer einfach, schließlich soll bei aller Authentizität auch die Seriosität der Justiz gewahrt werden. Diese Balance zu halten, gelingt dem Team trotz Verzicht auf eine Agentur bestens. Shit Storms sind bisher ausgeblieben, auch wenn durchaus immer wieder Themen die Gemüter erhitzen – zum Beispiel, dass Rechtspfleger:innen in Hamburg nun zu bestimmten Anlässen eine Robe tragen dürfen.
Dass sich Becker in ihrem Richteramt nicht nur mit einem Thema befasst, ist alles andere als ungewöhnlich. Sogenannte "Mischpensen" seien durchaus üblich. So befasste sich Becker in der Vergangenheit zum Beispiel je zur Hälfte mit dem Strafrecht und dem Betreuungsrecht.
Vor allem Letzteres hat sie begeistert. Drei Jahre lang richtete sie dabei Unterstützungsnetzwerke für Menschen ein, die etwa aufgrund einer körperlichen oder psychischen Einschränkung eine Vertretung benötigen. Wichtig dabei: Die Menschen persönlich kennenzulernen und bei Bedarf auch Besuche zuhause oder im Krankenhaus zu absolvieren. Eine erfüllende Aufgabe, erzählt Becker, die an Sinnhaftigkeit kaum zu übertreffen sei.