Anton Waitz, General Partner bei Project A, im New Lawyers Podcast

Verfasst von Laura Hörner

Anton Waitz – Passen Jurist:innen in die Investmentwelt?

Der General Partner von Project A im New Lawyers Podcast

Als General Partner bei einem der größten VCs Europas ist Anton Waitz immer auf der Suche nach der nächsten spannenden Investition. In dieser Folge des New Lawyers Podcasts spricht er mit Magdalena Oehl darüber, welcher Weg ihn nach dem Jurastudium in diesen Job gebracht hat, über seinen Karrierestart bei Axel Springer und darüber, was gute Investor:innen können müssen.

Dass er eigentlich gar nicht in einem juristischen Beruf arbeiten möchte, hat Anton Waitz ein wenig zu spät gemerkt. Die notwendige Leidenschaft fehle ihm dafür – wirklich wohl fühlt er sich stattdessen in der unternehmerischen Welt. Nach seiner Promotion und seinem Referendariat begann er deshalb einen MBA in Barcelona, wo er an unternehmerischen Cases arbeitete. Wie es der Zufall so wollte, landete eine seiner Präsentationen für ein Studienprojekt über Umwege auf dem Schreibtisch von Mathias Döpfner. Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer zeigte sich beeindruckt – und antwortete mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Blicke hinter die Kulissen mit dem New Lawyers Podcast

Hier entdeckst du die neusten Folgen:

Vom Vorstandsassistenten bei Axel Springer zum Venture Capital Investor

Waitz ergriff diese unerwartete Möglichkeit und begann zunächst seinen Job als Vorstandsassistent von Döpfner. Er bereitete dessen Termine und Reden vor, schrieb Protokolle der Vorstandssitzungen. Einige seiner Kompetenzen aus dem Jurastudium, wie seine Schreibfähigkeiten und das strukturierte Denken, kamen ihm dabei zugute. “Bis zum Ersten Staatsexamen sollte jeder Jura studieren, weil es einfach eine super Denkschule ist”, sagt Waitz.

Bis zum Ersten Staatsexamen sollte jeder Jura studieren, weil es einfach eine super Denkschule ist.
- Anton Waitz

Später dann, als Chief of Staff, bereitete er den Markteintritt in den USA vor. Die Early Stage Strategie bestand auch darin, in strategisch relevante Start-ups zu investieren, um Axel Springer in der der digitalen Szene bekannt zu machen. Als bestens vernetzter Investmentexperte musste Waitz nicht lange auf weitere interessante Jobangebote warten. Schließlich stieg er bei Project A ein, einem Venture Capital Investor, der europaweit tätig und dafür bekannt ist, frühphasig in Start-ups zu investieren.

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Statt dem zweiten Staatsexamen lieber Erfahrungen und Kontakte sammeln

Die juristische Arbeit spielt in seinem Alltag – abgesehen von einigen Routineaufgaben – keine große Rolle mehr. Stattdessen leitet Waitz heute zusammen mit seinem Partner ein Investment-Team, das immer auf der Suche nach dem “nächsten großen Ding” ist. Bis zu 3.000 Unternehmen sehen sie sich jedes Jahr an, aus denen etwa zwanzig Investments resultieren. Um in diesem Job erfolgreich zu werden, brauche man neben hohen Analysefähigkeiten auch ein breites Soft Skill Set – die Fähigkeit, seine Beziehungen in Deals und relevante Informationen zu konvertieren, ist für gute Investor:innen Gold wert.

Heute würde Waitz seinen Job wahrscheinlich nicht mehr bekommen, erzählt er. Bei Project A seien vor allem junge, intelligente und ambitionierte Menschen gefragt, die bereit sind, Risiken einzugehen. Jurist:innen passen in dieses Bild eher weniger – allein schon deshalb, weil das Studium sehr lange dauert und das juristische Skill Set in diesem Beruf nicht so sehr gefragt ist.

Allen, die sich für den Investmentbereich interessieren, rät Waitz deshalb, lieber nach dem ersten Staatsexamen zum Beispiel durch Praktika Erfahrungen zu sammeln und sich ein Netzwerk aufzubauen. Je besser vernetzt eine Person sein, so sagt er, desto wahrscheinlicher würde er diese bei Project A einstellen.

 

Du möchtest wissen, wie Anton Waitz seine Promotion in nur zehn Monaten abgeschlossen hat? Oder dich interessiert seine Einschätzung zum Thema KI? Dann hör doch einmal rein in diese Folge des New Lawyers Podcasts!

Die Themen dieser Folge im Überblick

 

  • Ab 1:50: Icebreaker-Frage: Was wolltest du als Kind werden?
  • Ab 2:50: Warum hast du nicht bei einer Kanzlei angefangen?
  • Ab 4:30: Die Promotion innerhalb von zehn Monaten
  • Ab 7:30: Der MBA
  • Ab 8:20: Die ersten beruflichen Schritte
  • Ab 9:40: Wie wird man Vorstandsassistent?
  • Ab 12:40: Wie sieht der Alltag als Vorstandsassistent aus?
  • Ab 14:40: Wie bist du fachlich in den Job hineingekommen?
  • Ab 16:30: Was sollten Jurist:innen am Anfang ihres Karrierewegs beachten?
  • Ab 20:10: Was ist das Besondere an Project A?
  • Ab 22:10: Wie hilfreich ist deine juristische Ausbildung beim Investieren?
  • Ab 25:00: Worauf kommt es beim Verhandeln an?
  • Ab 27:11: Welche Eigenschaften braucht man als gute:r Investor:in?
  • Ab 29:50: Habt ihr noch mehr Jurist:innen im Team?
  • Ab 36:00: Werden junge Jurist:innen von KI ersetzt?
  • Ab 39:20: Was wird der Investment-Trend 2026?
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Laura Hörner
Kulturwirtschaft Uni Passau

Als freie Autorin schreibt Laura Hörner bei TalentRocket über Themen rund um die juristische Karriere. Besonders interessiert sie sich dabei für die vielfältigen Karrierewege, die Jurist:innen offenstehen.