Mass claim defence reloaded

 Veröffentlicht am 02.05.2022.

Mass claim defence reloaded

Christina Valdini und Konstantin Kohlmann von Freshfields über die neue Einheit für Masseklageverfahren

Christina Valdini ist seit 2014 als Anwältin im Bereich Konfliktlösung bei Freshfields tätig. In den letzten Jahren hat sie sich unter anderem verstärkt mit Massenklagen beschäftigt: „Der Bereich ist äußerst abwechslungsreich, da von der juristischen Prüfungsarbeit über die Vertretung vor Gericht bis zum Projektmanagement alles vorkommt. Gleichzeitig entwickelt sich die Art der Arbeit durch die zunehmende Digitalisierung, den Einsatz von Legal Tech, ständig weiter. Und wenig überraschend: bei Massenklagen arbeitet man nie allein, sondern ist immer Teil eines Teams. Das ist für mich eine ausgezeichnete Kombination.“
 

Konstantin Kohlmanns persönliche Freshfields-Geschichte reicht schon eine ganze Weile zurück. Er hat im Sommer 2008 im Bereich Konfliktlösung angefangen und ist dort nun als Counsel tätig. Im Laufe der Zeit hat er an vielen spannenden Mandaten mitarbeiten dürfen. Darunter waren immer mal wieder auch Masseklageverfahren. Als sich ihm dann vor mehr als fünf Jahren die Chance bot, seine Erfahrungen in diesem Bereich noch weiter zu vertiefen, hat er sofort Ja gesagt. Warum? „Es gibt viele spannende und anspruchsvolle Tätigkeitsfelder in einer Großkanzlei wie Freshfields insgesamt und innerhalb unserer Praxisgruppe Konfliktlösung. Zu den allerspannendsten Tätigkeitsbereichen gehört – jedenfalls für mich – der Bereich Masseklageverfahren.“

Christina Valdini und Konstantin Kohlmann
Christina Valdini und Konstantin Kohlmann

In Ihrer Kanzlei wird eine neue spezialisierte Einheit für Massenverfahren gegründet. Was genau bedeutet „Masseklageverfahren”?

Christina Valdini: Masseklageverfahren sind Verfahren, in denen viele Kläger:innen im Wesentlichen vergleichbare Ansprüche gegen denselben Beklagten geltend machen. Bekanntestes Beispiel sind natürlich die vielen Diesel-Verfahren. Für die Verteidigung eines Beklagten in einem Masseklagekomplex sind vor allem zwei Dinge entscheidend: die Entwicklung einer guten Verteidigungsstrategie und ihre möglichst effiziente Umsetzung in den zahlreichen Einzelverfahren. 

Auf Klägerseite haben sich schon seit Jahren Kanzleien auf die massenhafte Geltendmachung von Ansprüchen spezialisiert. Aus unserer Sicht war es nun an der Zeit, unsere Erfahrung und das Wissen, das wir in den letzten Jahren bei der Verfahrensführung in verschiedener Masseklagekomplexen gewonnen haben, auch auf Beklagtenseite zu konzentrieren. So kam die Idee der Gründung einer spezialisierten Einheit. 
 

Frau Valdini, Sie sind auf Zivilprozesse und Schiedsverfahren spezialisiert. Hatten Sie bereits im Jurastudium – etwa im Rahmen Ihres Schwerpunktes – ersten Kontakt mit diesem Fachbereich?

Christina Valdini: Ich habe mit dem klassischen Bild vom Gerichtssaal angefangen, Jura zu studieren. Da wollte ich gerne hin und habe mich tatsächlich bereits im universitären Schwerpunkt mit Zivilprozessrecht beschäftigt. Allerdings habe ich damals noch nicht daran gedacht, in diesem Bereich in einer internationalen Wirtschaftsrechtskanzlei zu arbeiten. Doch dann kam im Referendariat der Kontakt zur Konfliktlösungspraxis bei Freshfields zustande und die Geschichte nahm ihren Lauf. 
 

Herr Kohlmann, Sie arbeiten bereits seit mehr als 10 Jahren in der Konfliktlösungspraxis von Freshfields. Gibt es in Ihrem Fachbereich einen typischen Arbeitsalltag?

Konstantin Kohlmann: Typisch ist vor allem eines: Langweilig wird es nie. An dem einen Arbeitstag steht eine mündliche Verhandlung vor Gericht im Mittelpunkt. An anderen Tagen dreht sich alles um Teammeetings oder Mandantenbesprechungen. Der nächste Tag ist dann vorwiegend durch konzentrierte Arbeit an Schriftsätzen geprägt. Bei aller Abwechslung gibt es aber eine Konstante: Die allermeisten Aufgaben in der Konfliktlösungspraxis lassen sich gut planen. 

Wir suchen Kandidat:innen, die Freude an der Verfahrensführung haben, die Bühne des Gerichtssaals nicht scheuen und eine Portion Neugier in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung der Berufswelt mitbringen.
Christina Valdini

Und was hat Sie dazu bewogen, an der Schaffung einer neuen Einheit mitzuwirken? 

Konstantin Kohlmann: Angefangen hat das eigentlich mit vielen Gesprächen im kleineren Kreis. Uns hat dabei der Gedanke umgetrieben, dass wir unser Know-how, die Expertise von Freshfields zu allen Aspekten von Masseklageverfahren in einem Teilbereich noch intensiver nutzen sollten. Schließlich gibt es einen klaren Trend zu Masseklageverfahren und somit auch einen verstärkten Bedarf an Unterstützung bei den Unternehmen. 
 

Warum fiel die Wahl des ersten Standortes auf Münster?

Christina Valdini: Die neuen Standorte sollen zum einen für Bewerber attraktiv sein, indem sie einen hohen Lebensstandard bieten, und zum anderen verkehrstechnisch gut angebunden sein an die umliegenden Gerichtsbezirke. Unser Ziel ist es, dass wir von den neuen Standorten aus Gerichtstermine an allen Land- und Oberlandesgerichten mit wenig Reiseaufwand wahrnehmen können. 

Unser erster Standort Münster erfüllt all diese Kriterien. Münster ist eine sehr lebenswerte Stadt und begeistert neben Tatort-Anhängern auch viele Jurist:innen. Wir sehen hier großes Potenzial, viele neue Kolleg:innen zu finden. 
 

Was ist Ihnen bei der Betreuung von neuen Kolleg:innen besonders wichtig?

Christina Valdini: Für mich ist seit meinem Berufseinstieg bei Freshfields die großartige Zusammenarbeit im Team ein Hauptgrund, warum ich jeden Tag gerne ins Büro gehe. Der Teamspirit und die flachen Hierarchien sowohl in meinem Konfliktlösungs-Team in Hamburg als auch deutschlandweit und international sind etwas, was Freshfields auszeichnet und einzigartig macht. Er sorgt dafür, dass von intensiven Arbeitsphasen nicht die Stunden am Schreibtisch in Erinnerung bleiben, sondern das gemeinsame Bier im Team nach erfolgreicher Schriftsatzeinreichung. So geht es jedenfalls mir!

Diesen Spirit auch in die neue Einheit und zu den neuen Anwaltskolleg:innen zu bringen, ist aus unserer Sicht die wichtigste Aufgabe – erfahrungsgemäß aber nicht sonderlich schwer bei Freshfields. 

Was erwarten Sie von Anwält:innen, die sich für Ihre neue Einheit bewerben? 

Christina Valdini: Von unseren neuen Kolleg:innen erwarten wir vor allem die Bereitschaft, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Wir suchen Kandidat:innen, die Freude an der Verfahrensführung haben, die Bühne des Gerichtssaals nicht scheuen und eine Portion Neugier in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung der Berufswelt mitbringen. Diesen Kolleg:innen können wir eine spannende Tätigkeit und eine sehr gute anwaltliche Ausbildung am Puls der Zeit anbieten. 

Konstantin Kohlmann: Tech spielt bei der Bewältigung von Masseklageverfahren tatsächlich eine wirklich große Rolle. Der Prozess der digitalen Transformation, in dem wir uns als Anwaltschaft insgesamt befinden, wird in wenigen anderen Bereichen so sichtbar wie bei Masseklageverfahren. 

Die Anwält:innen sollen als Litigator tätig werden. Inwiefern unterscheidet sich die Ausbildung der Litigator von denen der Associates und welche Karrierechancen ergeben sich daraus?

Konstantin Kohlmann: Die Ausbildung wird sich ganz stark an dem klassischen Tätigkeitsprofil der Anwält:innen ausrichten und alles abdecken, was ein:e Prozessanwält:in an hard skills und soft skills benötigt. Zusammen mit den praktischen Erfahrungen, die die neuen Anwält:innen vom ersten Tag an sammeln können, ergibt das ein wirklich solides und zukunftsgerichtetes Fundament für eine erfolgreiche Karriere – sei es in der Anwaltschaft, in der Justiz oder inhouse.

Der Prozess der digitalen Transformation, in dem wir uns als Anwaltschaft insgesamt befinden, wird in wenigen anderen Bereichen so sichtbar wie bei Masseklageverfahren.
Konstantin Kohlmann

So kann Freshfields dich und deine Karriere unterstützen!

Ist bei der Bewältigung so vieler Streitigkeiten eigentlich eine „gute” Work-Life-Balance noch möglich?

Konstantin Kohlmann: Arbeitszeiten von „nine to five“ sind natürlich nicht zu erwarten. Einen großen Vorteil im Bereich Konfliktlösung ist aus meiner Sicht jedoch, dass die Arbeit durch überwiegend gerichtlich gesetzte Fristen planbar ist und einem eine gewisse Flexibilität ermöglicht. Diesen Vorteil sehe ich auch gerade für die Mitarbeit in unserer neuen Einheit. So ist auch ein Start in der Einheit in Teilzeit gut möglich und wir freuen uns über Kandidat:innen, die beispielsweise begleitend zur Dissertation bereits erste Berufserfahrungen als Anwält:in sammeln möchten. 

Christina Valdini: Ohne Frage fordert der Job eine hohe Einsatzbereitschaft. Bei spannenden Aufgaben in einem tollen Team zeigt man die allerdings gerne. Wichtig ist mir für eine gute Work-Life-Balance, dass der Arbeitseinsatz zumindest überwiegend planbar ist, damit das Privatleben auch seinen Platz findet. Seit ich zwei Kinder habe, ist dieser Aspekt noch wichtiger geworden. Früher habe ich gedacht: Großkanzlei und Familie – das schließt sich aus. Letztlich können aber Konstantin und ich bestätigen: Es geht doch!

Vielen Dank, Frau Valdini und Herr Kohlmann!

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