Die K&L Gates Anwältin & Notarin im New Lawyers Podcast

Verfasst von Laura Hörner|Veröffentlicht am 31.01.2024

Kerstin Hanke – Lohnen sich mehrere Standbeine als Jurist:in?

Die K&L Gates Partnerin & Notarin im New Lawyers Podcast

Kerstin Hanke ist der lebende Beweis dafür, dass Jurist:innen nicht alles auf eine Karte setzen müssen: Sie ist sowohl als Partnerin als auch als Notarin bei K&L Gates tätig. In dieser Folge des New Lawyers Podcasts spricht sie mit Magdalena Oehl unter anderem darüber, welche Vorteile zwei Standbeine haben, wie sie zum Fachbereich M&A gekommen ist und warum Ellbogenmentalität in der Großkanzlei kein Muss ist.

Viele Anwält:innen sind mit ihrer Arbeit in der Kanzlei bereits voll ausgelastet. Für Kerstin Hanke war das aber nicht genug: Sie hat sich entschieden, zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als M&A-Anwältin bei K&L Gates auch noch die Prüfung zur Notarin abzulegen – und das Notariat in der Großkanzlei aufzubauen. Für Hanke war das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Partnerschaft. Aber auch eine Möglichkeit, neue Herausforderungen anzunehmen und noch mehr Abwechslung in den Arbeitsalltag zu bringen.

Dass sie ihre Karriere im M&A machen möchte, war für Hanke schon ziemlich früh klar. Sie nahm sich die Zeit, zwischen ihren beiden Staatsexamen in einer Großkanzlei zu arbeiten, und fühlte sich im M&A glücklicherweise sofort wohl. Angehenden Jurist:innen würde sie empfehlen, das Referendariat zu nutzen und in die verschiedensten Bereiche zu schnuppern – und letztendlich ehrlich zu sich selbst zu sein, ob sie diesen Job tagtäglich gern machen würden.

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Arbeitgeber Großkanzlei: Man muss nicht seine Prinzipien verraten

Nicht nur der Bereich M&A überzeugte Hanke, sondern auch die Arbeit in der Großkanzlei. Zwar riet ihr Umfeld ihr davon ab – sie sei zu nett und zurückhaltend dafür –, bei ihrer ersten Stelle arbeitete sie jedoch direkt mit einem Partner zusammen, der ihr in dieser Hinsicht charakterlich sehr ähnlich war und ihr schon zu Beginn viel zutraute.

Dies und die Möglichkeit, sich in einem hochprofessionellen und internationalen Umfeld eigenständig zu entfalten, überzeugten Hanke schließlich vom Arbeitgeber Großkanzlei. Sehr wichtig war ihr dabei jedoch eine Sache: Sie wollte sich nicht komplett verbiegen müssen, um beruflich weiterzukommen. Ellbogenmentalität passt nicht zu Hanke – und bei K&L Gates bekam sie die Bestätigung, dass sie ihre Grundprinzipien nicht über Bord werfen muss, um eine gute Anwältin zu sein.

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Das Erfolgsgeheimnis: Ruhe bewahren & Prioritäten setzen

Aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben – und ihrer zusätzlichen Tätigkeiten als Lehrbeauftragte an der Uni Lüneburg sowie als Prüferin bei der Bundesnotarkammer – ist Hankes Alltag auch organisatorisch eine Herausforderung. Im Bereich M&A kümmert sie sich um Fragestellungen aus dem Gesellschaftsrecht, betreut Käufer:innen und Verkäufer:innen zum Beispiel bei Unternehmensübernahmen oder Fusionen und arbeitet dabei mit Kolleg:innen aus den unterschiedlichsten Rechtsgebieten zusammen. Gerade zu Beginn ihrer Karriere bedeutete das oft, bis spät in die Nacht zu arbeiten und morgens wieder früh im Büro zu sein.

Mittlerweile hat sie für sich einen guten Ausgleich gefunden und geht nun in Phasen, in denen weniger los ist, auch mal früher nach Hause. Das sei jetzt – anders als früher – auch allgemein akzeptiert. Um alle ihre Verantwortlichkeiten unter einen Hut zu bringen, sei es unverzichtbar, Ruhe zu bewahren und gut zu priorisieren. Und ein System zu finden, das zu einem selbst passt.

Gleichberechtigung ist bei K&L Gates selbstverständlich

Nicht nur eine gute Selbstorganisation, sondern auch passende Rahmenbedingungen sind für eine erfolgreiche Karriere wichtig – vor allem als Frau. Bei K&L Gates musste sich Hanke die Frage, ob sie es als Frau schwerer hat, gar nie stellen. Dort werde Gleichberechtigung gelebt, auch wenn vielleicht weniger darüber gesprochen wird als in anderen Kanzleien. Als Frau werde sie weder benachteiligt noch bevorzugt, flexible Arbeitszeiten sind selbstverständlich, genauso wie die Möglichkeit, in Teilzeit Partner:in zu werden.

Ich hatte nie das Gefühl, irgendwie bevorzugt behandelt zu werden, weil ich eine Frau war. Ich hatte aber auf der anderen Seite ebenso wenig das Gefühl, dass ich benachteiligt werde, weil ich eine Frau bin.
- Kerstin Hanke

Voraussetzung sei natürlich auch dann viel Einsatzbereitschaft. Die Partnerschaft sei kein Selbstläufer, man müsse unternehmerisch denken und der Kanzlei einen Mehrwert bieten – nicht nur Aufgaben abarbeiten.

 

Du möchtest wissen, welche guten Ratschläge Kerstin Hanke in ihrer Karriere bekommen hat? Oder du willst mehr über ihren Weg zur Partnerschaft erfahren? Dann hör doch mal rein in diese Folge des New Lawyers Podcasts!

Die Themen dieser Folge im Überblick:

 

  • Ab 01:59: Icebreaker-Frage: Was wolltest du als Kind werden?
  • Ab 02:23: Kombination Rechtsanwältin & Notarin
  • Ab 03:23: Was sind deine Tipps, um das passende Rechtsgebiet zu finden?
  • Ab 05:31: Was sollte man für eine „Doppeltätigkeit“ mitbringen?
  • Ab 06:44: Warum bist du zu einer Großkanzlei gegangen?
  • Ab 08:10: Was ist dir wichtig bei einem Arbeitgeber?
  • Ab 09:17: Welchen Rat hast du von deinem Mentor bekommen?
  • Ab 11:02: Wie sieht dein Tätigkeitsschwerpunkt aus?
  • Ab 13:12: Wie sehen die Arbeitszeiten im M&A aus?
  • Ab 15:11: Warum sollten Anwält:innen auch unternehmerisch denken?
  • Ab 16:16: Warum bist du so lange bei K&L Gates geblieben?
  • Ab 17:22: Hattest du als Frau schwerer, beruflich voranzukommen?
  • Ab 19:20: Kann man in Teilzeit Partner:in werden?
  • Ab 21:03: Wie können Kanzleien junge Arbeitnehmer:innen gewinnen?
  • Ab 23:17: Welche Herausforderungen haben dich geprägt?
  • Ab 24:04: Wie fragt man Kolleg:innen um Rat?
  • Ab 25:42: Lehrbeauftragte an der Uni Lüneburg & Prüferin bei der Bundesnotarkammer – wie schaffst du das?
  • Ab 27:25: Was ist dein Tipp für Selbstorganisation?
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Laura Hörner
Kulturwirtschaft Uni Passau

Als freie Autorin schreibt Laura Hörner bei TalentRocket über Themen rund um die juristische Karriere. Besonders interessiert sie sich dabei für die vielfältigen Karrierewege, die Jurist:innen offenstehen.