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LL.M. mal ausgefallen!

Außergewöhnliche Masters of Laws Programme weltweit!


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 26.02.2018

LL.M. Programme sind sich zum größten Teil recht ähnlich. Gängige Schwerpunkte sind Wirtschafts- und Handelsrecht, Europarecht und die Rechtsvergleichung. Doch auch die juristischen Nischen werden von LL.M. Studiengängen abgedeckt. Man muss sie nur finden... Und wir helfen euch dabei!

 

Welches Recht gilt eigentlich im Ausland? Und wie sind Drohnen rechtlich einzuordnen?

Diese und noch viel mehr solcher Fragen stellen sich Juristen zunehmend häufiger. Wer sich auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt auch mit rechtlichen Fragen auseinander setzen möchte, der sollte einen LL.M. an der 

University of Leiden in den Niederlanden oder an der University of Mississippi in Erwägung ziehen. An beiden Universitäten wird der seltene LL.M. Studiengang Luft- und Weltraumrecht angeboten.

Das Angebot der Universität Leiden ist dabei sowohl zivilrechtlicher als auch öffentlich-rechtlicher Natur und legt einen Schwerpunkt auf das europäische Recht. Er richtet sich sowohl an wissenschaftlich orientierte Bewerber, als auch an Bewerber, die später in die Wirtschaft für Raum- oder Luftfahrt gehen möchten. Neben den klassischen rechtlichen Fragen, werden auch politische Fragen des Weltraumrechts erörtert. Als besonderes Highlight gibt es einen eigenen Mootcourt für den LL.M. Jahrgang. Die Studiengebühren an der Universität Leiden betragen für den LL.M. rund 15.750 Euro.

Der Studiengang an der University of Mississippi hingegen orientiert sich fast nur am US-Amerikanischen Flug- und Raumfahrtrecht. Dafür wird hier das Studium sowohl berufsbegleitend als auch in Vollzeit angeboten. Wer zudem nicht extra nach Mississippi ziehen möchte, der kann sogar ein reines Onlinestudium beantragen. Der Studiengang geht dafür aber ganze zwei Jahre, was für einen LL.M. ungewöhnlich lange ist. Neben einem exzellenten Ruf bietet die University of Mississippi noch die Möglichkeit, gute Arbeiten im Journal of Spacelaw, einer anerkannten Fachzeitschrift, zu veröffentlichen. Die Kosten für den zweijährigen Studiengang betragen rund 22.500 Dollar.

 

Wo früher noch Piraten herrschten, herrscht heute das Recht

Und wer dieses Recht genauer studieren möchte, der ist in Norwegen richtig aufgehoben. An der 

Universität Tromsö wird ein LL.M. mit dem Schwerpunkt Seerecht angeboten.

Der LL.M. ist als interdisziplinärer Studiengang ausgelegt und behandelt sowohl klassisch juristische Themen wie Zuständigkeiten auf See sowie materiell-rechtliche Fragen zum See- und Handelsrecht aber auch verwandte Themen, wie die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und deren rechtlicher Schutz. Ergänzt wird der Lehrstoff durch politische aber auch naturwissenschaftliche Module und endet wie gewohnt in einer Masterarbeit.

Neben den verschiedenen Studieninhalten und dem außergewöhnlichen Studienort wirbt der LL.M. Studiengang Seerecht mit exzellenten Jobperspektiven. Dem Seerecht, egal ob als marines Handelsrecht oder als Wirtschaftsrecht bezüglich der Nutzung von natürlichen Ressourcen, kommt eine immer größer werdende Rolle zu. Jobs sind sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Sektor genügend vorhanden. Gerade die großen deutschen Reedereien, Häfen und anliegende Unternehmen suchen händeringend nach spezialisiertem Personal.

Wem Skandinavien als Studienort nicht reicht, der findet ähnliche Studiengänge auch in 

China an der Dalian Maritime University oder in den USA an der University of Miami.

Insbesondere der Chinesische LL.M. legt seinen Hauptfokus jedoch auf Logistik und Recht der internationalen Gewässer.  Man vermisst jedoch den Blick auf die natürlichen Ressourcen in anderen Programmen außerhalb Norwegens.

 

 

Menschenrechtsaktivisten aufgepasst!

Während des Studiums wird auf die Menschenrechte, die UN-Grundrechtscharta oder das Gewaltverbot nur selten tiefer eingegangen, weil sie in aller Regel nicht zum Prüfungsstoff gehören. Gerade für diejenigen, die sich aus moralischen oder idealistischen Gründen für ein Jurastudium entschieden haben, kann das mitunter recht frustrierend sein. Hier eignet sich der LL.M. bestens, um endlich vertiefend auf diese Themen einzugehen.

An der University of Melbourne gibt es beispielsweise einen LL.M. Studiengang, der sich ausschließlich mit den Menschenrechten beschäftigt. Der Master of Human Rights Law dauert rund 2 Jahre

und richtet sich sowohl an fertig studierte Juristen, als auch an Politikwissenschaftler und bietet somit die seltene Gelegenheit zu einem echten interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch.

An der Hebrew University of Jerusalem gibt es ebenfalls einen Master of Human Rights Law, der zusätzlich noch allgemeines Internationales Recht mit einbezieht.

Auch hier dauert der LL.M. zwei Jahre und die Kosten betragen rund 16.000 US-Dollar. Behandelt werden während dieser zwei Jahre vor allem das internationale Kriegsrecht, Wege der juristischen Konfliktlösung und das Recht internationaler Organisationen wie der UN oder der NATO. Natürlich ist gerade Jerusalem diesbezüglich ein brisanter Ort aufgrund der jahrelangen kriegsähnlichen Konflikte um die Stadt, doch genau diesen Punkt greift die Universität in ihrer Darstellung des Studiengangs auf und weist darauf hin, dass die Universität Jerusalem nicht nur ein Hort des wissenschaftlichen Wissens ist, sondern auch einer der historischen Erfahrungen mit Krieg und Leid.

Die Nottingham Trent University hat einen ähnlichen Studiengang, der neben Human Rights noch den philosophischen Aspekt der Gerechtigkeit mit in sein Programm aufgenommen hat.

Insbesondere die internationalen Institutionen wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte werden während des Studiengangs genauer beleuchtet und anhand von Fallstudien aber auch von philosophischen Ansätzen aus bewertet.

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Ein LL.M. muss nicht immer wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund stellen und kann dennoch ganz neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt eröffnen und Jobs ermöglichen, die man vorher nicht einmal kannte. Wer alternative Wege gehen möchte, dem bietet sich mit einem LL.M. Studiengang die beste Möglichkeit, um diese Wege einzuschlagen.

 

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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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