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Wohin zum Referendariat?

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Notendivergenz zwischen den Bundesländern im 2. Staatsexamen

#Referendariat


Kaum ist das 1. Staatsexamen in der Tasche, steht man schon vor der nächsten Herausforderung: Das Referendariat und das damit verbundene 2. Staatsexamen. Nun stellt sich vielen angehenden Juristen die Frage, wo sie das Referendariat und das 2. Staatsexamen angehen wollen, denn je Bundesland gibt es insbesondere bei den Noten große Unterschiede.

Am 15.01.2015 hat das Bundesjustizamt die Ergebnisse der Prüfungen des 2. Staatsexamen aus dem Jahr 2013 bekanntgegeben. Auffällig ist, dass, obwohl es mit 8.730 geprüften Kandidaten kaum weniger Prüflinge als im Jahr 2013 gab, 3-mal weniger das Ergebnis „sehr gut“ (4 anstatt 7 in 2012), 46-mal weniger „gut“ (160 anstatt 206 in 2012) und auch die Note „vollbefriedigend zu 1% seltener erzielt wurde. Stattdessen stieg aber die Häufigkeit, dass ein Kandidat nur mit „ausreichend“ bestand um fast 1,5% auf 28,1 %.

Da die Note des 2. Staatsexamen genauso relevant wie die des 1. Staatsexamens ist, sollte man sich als angehender Jurist also intensiv mit der Frage beschäftigen, wo man das Referendariat und das 2. Staatsexamen absolvieren möchte. Um euch bei dieser Problematik zu unterstützen, präsentieren wir euch einen vollständigen Notenvergleich aller Bundesländer hinsichtlich des 2. Staatsexamens!

Insgesamt wurden im Jahr 2013 8.730 Kandidaten im 2. Staatsexamen geprüft. Es haben dabei 7.491 bestanden, was einen Anteil von 85,8 % ausmacht, von denen noch einmal 18,7% mit vollbefriedigend oder besser ein Prädikat erlangen konnten.

Die Spitzengruppe

Die Bundesländer mit der höchsten „Prädikats-Rate“ sind Hamburg (39,5%), Berlin (28,3%),  Baden-Württemberg (21%) und Nordrhein-Westfalen (19,7%). Gleichzeitig liegen diese Länder auch beim Wert „Bestanden“ alle in der Spitzengruppe mit ca. 90% , einzige Ausnahme stellt hier Nordrhein-Westfalen dar, das mit 83 % bestandenen Kandidaten nur im Mittelfeld liegt.

Das obere Mittelfeld

Auf die Spitzengruppe folgen die Bundesländer Bremen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen mit einem Prädikatsanteil zwischen 15,2 % und 18,7 %. Gleichzeitig befinden sich jedoch Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt am Ende des Feldes, wenn man den Faktor „Bestehen“ zu Grunde legt, da beide mit unter 80 % Anteil an Bestandenen die Schlusslichter im Ländervergleich 2013 sind.

Das untere Mittelfeld

Nun folgen die Länder Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen mit einem Prädikatsanteil zwischen 12,5 % und 14,4 %. Auch was bestandene Kandidaten angeht, liegen diese alle im Mittelfeld des Ländervergleichs, wobei Bayern hervorzuheben ist, bei dem mit 86,1 % überdurchschnittlich viele bestanden haben.

Die rote Laterne

Zu guter Letzt fehlen noch die Schlusslichter unseres Ländervergleichs. Dies sind Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland, die es mit 10,9 % bzw. sogar nur 7,4 % Prädikatsanteil ans Ende unseres Vergleichs gebracht haben. Es ist jedoch bemerkenswert, dass beide Länder mit 85,1% und 92,6 % beim Bestehen durchaus oben im Vergleich angesiedelt sind.

Fazit

Ja es gibt Unterschiede in der Notenverteilung des 2. Staatsexamens zwischen den Bundesländern. Aber dass in einem möglicherweise härter bewertenden Bundesland ein Prädikat unmöglich zu erreichen ist, widerlegt dieser Vergleich ebenfalls. Die Wahl des Standorts sollte folglich nicht nur von dem dort vorangegangen Noten abhängig gemacht werden, sondern auch von anderen Faktoren, wie dem persönlichen Wohlgefühl, Wartezeit auf Referendariats-Plätze, der Bezahlung bzw. Bezuschussung und ähnlichem. Auch können die Prüfungsordnungen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich sein, so dass auch dies in die Entscheidung miteinfließen sollte!

 

Quellen: https://www.bundesjustizamt.de/DE/Presse/Archiv/2015/20150115.html aufgerufen am 21.05.2015

https://www.bundesjustizamt.de/DE/SharedDocs/Publikationen/Justizstatistik/Juristenausbildung_2013.pdf aufgerufen am 21.05.2015

 

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten aber für beiderlei Geschlecht.

 

05. Juni 2015

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