Vom Jurist zum Legal Coach

Mehr zur Ausbildung und wie es sich auszahlt...


veröffentlicht am 15.08.2018

 

Coaching ist heute fester Bestandteil persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung. Der Coach unterstützt und begleitet schwierige Phasen in der Ausbildung oder während anspruchsvoller Projekte, den (Wieder-)Eintritt in das Berufsleben, die Vorbereitung des nächsten Karrieresprungs oder Gehaltsverhandlungen. Warum macht das Sinn? Menschen fällt es in Krisensituationen mit einem vertrauensvollen Partner an der Seite leichter, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren, das Ziel im Auge zu behalten und fokussiert und kontinuierlich ihren Weg zu gehen. 

 

Neben dieser individuellen Arbeit kann ein Coach auch von der Unternehmensführung hinzugezogen werden, um Veränderungen im Unternehmen – die Einführung neuer Prozesse oder Strukturen, Outplacement oder Teambuilding – zu begleiten und zu unterstützen. Letzteres erinnert an das Berufsbild des Rechtsanwalts, der sich ebenso als Vertrauter und Partner seines Mandanten versteht. Was ist der Unterschied?

Während der Anwalt in erster Linie seine juristische Fachexpertise zur Verfügung stellt und damit den Mandanten in Auseinandersetzungen, Verhandlungen oder in Gerichtsprozessen begleitet, bietet der Coach eine Form von professionellem Kommunikations- und Prozessmanagement, welches dem Mandanten einen geschützten Rahmen für Entwicklung und eigene Entscheidungen bietet. In beiden Fällen bleibt der Klient Herr des Geschehens und der Anwalt/Coach allein dem Klienten gegenüber verpflichtet.

 

Ist der Berater von morgen doch austauschbar?

Das Geschäftsmodell der Rechtsberatung steckt in einem Dilemma: für die reine Wissensvermittlung, die Beratung, kommt heute kaum noch jemand in die Kanzlei. Dank Globalisierung und Internet sind Informationen heute zu jedem Thema und jeder Rechtsfrage jederzeit überall kostenfrei aufbereitet und verständlich abrufbar. Kommt der Mandant heute in die Kanzlei ist er vorinformiert und erwartet, einen vertrauensvollen Partner zu finden, der ihn durch eine Krisensituation begleitet, eine Veränderung seiner Lebensumstände mit ihm gestaltet, wenn man so will.

Die reine Beratung, was früher Kernkompetenz der Anwälte war, tritt in den Hintergrund und stattdessen spielen nun Kompetenzen in Krisenmanagement, Konfliktlösung, Empathie, Kommunikation und Verhandlungsgeschick, strategischem und systemischem Verständnis eine wachsende Rolle. „Die Zukunft der Anwaltschaft wird weiblich“ titelte daher schon 2013 die Prognose Studie des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) und meinte damit, dass die klassischen Kompetenzen für den Anwaltsberuf wie Durchsetzungskraft, analytisches Denken, pragmatische Lösungen eher „typisch männlich“ waren; von der Branche zukünftig jedoch eher „typisch weibliche“ Eigenschaften eingefordert werden würden.

Das ist nichts Neues. Auch andere klassische Beraterberufe entwickelten sich in den letzten Jahren in diese Richtung.

Die Beraterbranche wird zunehmend nahbarer, menschlicher.

Damit unterscheidet sich der Berater von morgen von Algorithmen und technischen Lösungen; aber auch von anderen Beratern. Der Berater von morgen ist nicht austauschbar.

Um das zu werden, kann ein Coach helfen. Dieser erarbeitet Stärken und Schwächen, analysiert Potenzial und treibt Entwicklung voran.

Nicht austauschbar zu werden, kann aber auch durch eine einzigartige Kombination aus verschiedenen Fachkompetenzen, Berufs- und Lebenserfahrung erreicht werden. Trifft also juristische Expertise auf Kommunikations- und Krisenkompetenz kann dieser coachende Jurist seinen Mandanten sehr viel besser in seiner derzeitigen Situation abholen und verstehen. Legal Coaching kann dabei sowohl einen kompletten Coachingprozess beschreiben also auch die punktuell situationsbezogene Anwendung von Coachingtechniken im Mandat.

 

Wie erlernt man Coaching?

Noch vor Jahren war man der Meinung, dass es ausschließlich auf die akademische Fachkompetenz ankomme und es keine wesentliche Rolle spiele, ob man als Professor an der Uni lehrt, als Jurist berät, als Psychologe therapiert oder coacht. Heute weiß man, dass dies sehr unterschiedliche Methoden sind, die der Erfüllung unterschiedlicher Ziele dienen. Coach wird man also durch eine professionelle Coaching-Ausbildung, die dem einheitlichen Standard der führenden Berufsverbände für Coaches, die im RTC (Round Table der Coachingverbände) zusammengeschlossen sind, entspricht. Nach erfolgreicher Absolvierung dieser Ausbildung schließt sich regelmäßig ein Zertifizierungsprozess an, in welchem der Coach seine praktische Erfahrung und sein Können unter Beweis stellt (vergleichbar mit Studium und Referendariat oder dem theoretischen und praktischen Teil in der Fachanwaltsausbildung). Die Zertifizierung des Coaches stellt unabhängig von der Ausbildung in der beruflichen Praxis sicher, dass dieser sich regelmäßig weiterbildet, den ethischen Richtlinien folgt und sein Coaching auch nach Jahren von ungetrübter Qualität ist.

So die Qualitätsanforderungen der Berufsverbände an die Profession Coach, die zunehmend auch von den gängigen online-Plattformen für Coaches in den Profilen hinterlegt werden.

 

Doch was ist der Nutzen einer solchen Ausbildung für Juristen?

  1. Es zahlt sich in seinem Geschäft aus, weil seine Mandanten zufriedener sind.
  2. Es zahlt sich für ihn persönlich aus, weil er selbst zufriedener ist.
  3. Es zahlt sich in seiner Kanzlei aus, weil die Mitarbeiter zufriedener sind.

Als ausgebildeter Coach kann der Anwalt die Krise des Mandanten nicht nur rechtlich sondern auch menschlich erfassen,

deren Stadium bestimmen und die passenden Methoden auswählen, den Mandanten herauszuführen. Das sind nicht in erster Linie rechtliche Schritte, sondern eine Kommunikation, die das Sicherheitsbedürfnis des Mandanten anspricht. Der Mandant fühlt sich verstanden und der Anwalt kann die Informationen des Mandanten besser einordnen und verstehen, aber auch Strategie und Taktik sowie das Mandatsmanagement darauf abstimmen. Das führt zu einer vertrauensvollen und nachhaltigen Mandantenbeziehung, aber eben auch zur für den Mandanten passenden Rechtslösung. Das Geschäft wird belebt. Der Anwalt kann auf menschlicher Ebene wirklich helfen und fühlt sich in seiner Arbeit erfüllt und sinnstiftend.

Darauf zahlt ein, dass die Coachingausbildung dem Juristen ein Verständnis von menschlichen Beziehungssystemen, Bedürfnissen, Kommunikationsmustern und Paradigmen vermittelt hat. Er wird in die Lage versetzt, seinen Mandanten besser zu verstehen, vor allem aber auch sich selbst. Um ein guter Coach zu werden, muss man in erster Linie an sich selbst arbeiten. Selbstreflektion, Egomanagement, Achtsamkeit, Perspektivwechsel, Ziele setzen und erreichen, zeichnen ihn aus. In seiner Coachingausbildung hat er sich daher mit den eigenen Stärken und Schwächen, Ängsten, Triggern und Glaubenssätze auseinandergesetzt.

Das ist intensiv und nicht leicht und führt zumeist zu einem anderen Selbstverständnis und Verhältnis zu sich selbst.

Ins Burn Out oder eine tiefe Lebenskrise rutscht dieser Jurist nicht mehr so ohne Weiteres. Er ist persönlich gewachsen und reifer geworden.

Ein derart reflektierter und in sich ruhender Chef wird einen Führungsstil bevorzugen, der von gegenseitiger Achtung und Respekt getragen ist, aber auch von Klarheit, Transparenz und Vertrauen. Er weiß, wofür er und seine Kanzlei stehen und wozu sie da ist und welche Mitarbeiter zu seiner Kanzlei und dem Kanzleiteam passen. Er kennt aber auch die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter und beschäftig sich deshalb mit Personal- und Teamentwicklung. Strukturen und Prozesse sollen die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter unterstützen und nicht behindern. In Teamkonflikten kann es sich vermittelnd einbringen. Schwierige Themen werden nicht ignoriert, sondern sensibel angegangen. Die Mitarbeiter kommen gern ins Büro und identifizieren sich mit ihrer Arbeit, so dass das gesamte Team an einem Strang zieht, was für ein gesundes Arbeitsklima sorgt.

 

Legal Coaching wird also ebenso wie vor einigen Jahren die Mediation in das Beratungsgeschäft der Anwälte Einzug halten, allerdings mit dem Unterschied, dass der Anwalt als Legal Coach seine Parteilichkeit und damit sein Mandat behält - er also weiterhin als Anwalt vom Mandanten beauftrag ist. Das ist der entscheidende Vorteil von Legal Coaching.

 

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