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Familienfreundliche Kanzleien und ihre Arbeitsmodelle

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Familienfreundliche Kanzleien und ihre Arbeitsmodelle

#Frauen im Recht

Der Einstieg in den Anwaltsberuf ist vollbracht, einige Jahre Berufserfahrung erfolgreich überstanden. Die Elternzeit ist mittlerweile vorbei, der Kleine ist wohlauf und langsam kommt das Verlangen nach den begehrten Mandaten und komplexen Prozessstrategien zurück. Man steigt also wieder in den Beruf ein – doch wo bleibt das Kind in dieser Zeit?

 

Au-Pairs auf dem Abstieg

Viele Familien möchten die Erziehung ihres Kindes in den ersten Jahren nicht komplett einer Kindertagesstätte überlassen, die am anderen Ende der Stadt liegt. Auch sind junge Eltern oft nicht für die Idee zu begeistern, ein Kindermädchen zu beschäftigen. Zu groß ist die Angst, dass allein sie es sein wird, die bei sämtlichen wichtigen Ereignissen im jungen Leben des Sprösslings dabei sein wird und als Ersatzmutter für das Kind fungiert. Doch was sind die Alternativen? Welche Möglichkeiten bieten Kanzleien, um Familienfreundlichkeit zu gewährleisten?

 

Eltern-Kind-Büro

Es existieren bereits preisgekrönte Umsetzungen wie ein Eltern-Kind-Büro. Dabei handelt es sich um Arbeitsräume, die zum festen Bestandteil der Kanzleiausstattung gehören. Diese beinhalten neben einem Arbeitsplatz die Möglichkeit für Kinder, in den Büroräumlichkeiten zu spielen, während der Elterteil arbeitet und das Kind im Blick behält. Sie können von allen Mitarbeitern in Anspruch genommen werden und erfreuen sich großer Beliebtheit. 

 

Teilzeitmodelle

Viele Kanzleien bieten außerdem Arbeitsmodelle an, die es den Eltern ermöglichen, ihre Arbeitszeit insgesamt zu reduzieren oder einen Teil der Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Bei letzterem Modell kann die Arbeit aufgeteilt werden und der Teil im „Home-Office“ erledigt werden, der keine Meetings oder Teamarbeit beinhaltet. Das steigert außerdem die Eigenverantwortlichkeit und beweist das Vertrauen des Arbeitgebers in die Mitarbeiter. Nicht nur Großkanzleien, sondern auch zahlreiche mittelständische Kanzleien wie zum Beispiel Baker Tilly Roelfs, Blaum Dettmers Rabstein, Esche Schümann Commichau, EY, Haver & Mailänder, Kapellmann, Oppenländer, Preu Bohlig & Partner, Waldorf Frommer und Kanzleiboutiquen wie beispielsweise Anchor, Arqis, BLD Bach Langheid Dallmayr, Glade Michel Wirtz, Lupp + Partner, Rotthege Wassermann und Sylvenstein praktizieren bereits Teilzeit- und/oder Home-Office-Modelle.

 

Unterstützung im Alltag

Weiter existieren bereits Dienstleistungen, die das Alltagsleben einer Familie vereinfachen.Von einem Fahrservice, der Kinder von der Schule oder dem Kindergarten abholt, über finanzielle Zuschüsse für Kinderbetreuung bis hin zur Betreuung in der Kanzlei selbst oder zuhause, wenn eines der Kinder krank ist; Kanzleien bieten heutzutage so einiges und erhoffen sich davon, dass die Anwälte auf Dauer fokussierter und effizienter arbeiten können.  So vermitteln beispielsweise Hengeler Mueller, Linklaters und Hogan Lovells im Rahmen ihres Familienservices konkrete Betreuungsangebote für den Nachwuchs bzw. kooperieren, wie z.B. Görg, mit einem Kindergartenträger. Auch Noerr bietet seinen Mitarbeitern Unterstützung bei der Kinderbetreuung und hat spezielle Betreuungsangebote (wie Tagesmutter, “Notfallkindergarten”, etc.), um Ferienzeiten oder Krankheitsfälle zu überbrücken.

 

Kinderbetreuung

Neben ausgefallenen Ideen gibt es auch die klassische Kinderbetreuung in der Kanzlei, die eine Kindertagesstätte ersetzt. Auch diese erleichtert den Anwälten den Alltag, da sie ihre Kinder nicht etwa abholen oder vor der Arbeit an einem anderen Ort abliefern müssen. Zudem fühlen sich Mitarbeiter wohler, wenn ihr Kind in der Nähe ist. Ein kurzer Besuch in der Mittagspause ließe sich in einer separaten Tagesstätte nicht verwirklichen. So steigt das Lebensgefühl, die Nähe zum Kind und der Eindruck einer ausgeglichenen Work-Life-Balance ungemein.

 

Zunehmend legen Arbeitnehmer Wert auf Familie und Privatleben, was sie neben einer erfolgreichen Karriere nicht vernachlässigen möchten. Aufgrund dieses Trends sind Kanzleien aufgefordert, sich genau diesen Bedürfnissen anzupassen. Welche kreativen Ideen sich Arbeitgeber in Zukunft noch einfallen lassen, bleibt abzuwarten. Die bereits existierenden Projekte scheinen jedoch schon ein großer Schritt in die richtige Richtung zu sein.

 

Hier geht es zum Gespräch mit der Kanzlei Arqis zum Thema: 

Work-Life-Balance: Kann man Familie und Beruf als M&A-Partnerin vereinbaren?

 

22. Juli 2016

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